Die Chancen waren gering - und das Glück den Osthessen nicht hold. Nach knapp zwei Stunden stand am Freitagabend für den osthessischen Tischtennis-Bundesligisten TC RhönSprudel Fulda-Maberzell die 1:3 Niederlage (einziger Spielgewinn von Wang Xi) gegen den belgischen Spitzenclub Royal Villette Charleroi fest. Dennoch war der Belgien-Ausflug und das Spiel vor "nur" 1.000 Zuschauern in der 8.000er-Arena ein besonderes Erlebnis. Doch ein Vorwärtskommen in der europäischen Champions League war in diesem Jahr für die Maberzeller gar nicht so wichtig. sie konzentrieren sich auf die 1. Bundesliga und wollen auf jeden Fall einen der vier Play-Off-Plätze sichern. Und weil nach dem Spiel auch vor dem Spiel ist, sind die TT-Profis bereits wieder auf dem Rückweg nach Fulda - ganz fest im Blick die Bundesliga-Begegnung am morgigen Sonntag zuhause (15 Uhr) gegen Herne, wo ein Sieg natürlich die große Hoffnung ist.
Die Spiele im Einzelnen: Jian Jun Wang – Robert Svensson 3:0 (11:6 / 11:8 / 11:5), Jean-Michel Saive – Wang Xi 1:3 (7:11 / 10:12 / 12:10 / 6:11), Andreij Gacina – Jan-Ove Waldner 3:1 (11:3 / 8:11 / 11:9 / 11:6) sowie Jian Juan Wang – Wang Xi 3:1 (11:6 / 9:11 / 11:9 / 11:6).
Wang Xi und Kollegen wollten im legendären Spiroudome zu Charleroi bei den "Königlichen" das Unmögliche möglich machen, doch es hat nicht gereicht. Die Osthessen hatten nach dem tollen 3:1-Sieg am 8. Oktober in Jekaterinburg Blut geleckt und wollten nochmals angreifen. Zudem galt es auch noch, möglichst deutlich zu gewinnen, da am Ende auch das Spielverhältnis hätte ausschlaggebend sein können. Die erste Begegnung in Fulda hatten die Wallonen, die die Tabelle der Gruppe B mit drei Siegen und einer Niederlage anführten, mit 3:1 gewonnen. Und man ging erneut mit demselben Resultat auseinander. Und wieder war es Charlerois wendiger Chinese Wang Jian Jun, der die Maberzeller vor rund 1.000 Zuschauern fast im Alleingang besiegte.
Zunächst ließ Wang Jian Jun Fuldas Robert Svensson beim 3:0 keine Chance (11:6, 11:8, 11:5). Doch der andere Wang, nämlich Maberzells Defensivartist Wang Xi, sträubte sich gegen die Niederlage und zeigte humorlos Belgiens 41-jährigem Tischtennis-König Jean-Michel Saive in dessen eigenem Palast die Grenzen auf (11:7, 12:10, 10:12, 11:6). Noch lag die Sensation im Bereich des Möglichen. Dazu musste aber die schwedische Tischtennislegende Jan-Ove Waldner unbedingt den Kroaten Andrej Gacina besiegen, der - nach einjährigem Gastspiel in Saarbrücken - zu den Belgiern zurückgekehrt war. Doch es schlug fehl. Mit 11:3, 8:11, 11:9 und 11:6 behielt Gacina nicht ganz unerwartet die Oberhand.
Dennoch war die Messe längst noch nicht gelesen, noch konnte Wang Xi seine Farben im Rennen halten. Doch sein Gegner war ausgerechnet jener Maberzell-Schreck Wang Jian Jun, der das Duell der beiden Wangs bis auf die Sätze zwei und drei doch recht gut im Griff hatte. Der Sieg des Angriffs-Wang gegen den Abwehr-Wang (11:6, 9:11, 11:9, 11:6) besiegelte die Niederlage des Bundesligisten, der sich dennoch in diesem Wettbewerb achtbar aus der Affäre gezogen hat, auch wenn der ganz große Wurf diesmal misslang. Leider ist auch Gruppenplatz drei nun nicht mehr erreichbar, der zum "Seiteneinstieg" in den ETTU-Cup berechtigt hätte. Es bleibt noch das Heimspiel gegen Levallois am 10. Dezember, um sich mit einem Erfolg für diese Saison aus der europäischen Eliteklasse zu verabschieden.
Fuldas Chef Stefan Frauenholz nahm das Ausscheiden seines Trios gelassen auf und bemerkte augenzwinkernd: "Es war schon ein Erlebnis, im größten Tischtennis-Tempel zu spielen. Früher haben wir in der Grundschule Bimbach gespielt, und jetzt im fast 8.000 Zuschauer fassenden Spiroudome." (DTTL/ma) +++