Unter dem Jahresmotto „Frauenleben - Frauenwerke“ gab es auf Initiative des Vereins Freunde der Kirchenburg in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen im Kulturzentrum Kirchhofschule. Abschluss bildet nun die eigens erstellte Schau „Spurensuche“ über bemerkenswerte Frauen in Rhön-Grabfeld, die am Mittwochabend im Beisein vieler interessierter Gäste offiziell eröffnet wurde und im neuen Jahr als Wanderausstellung von Ostheim aus ihre Reise durch den Landkreis antreten wird.
Bei der Ausstellungseröffnung gab es viel Lob und Anerkennung für die Ausstellungsmacherinnen, Ideengeberin Eva Hartmann, Christiana Diedrich, Claudia Fink, Franziska Hild, Ewa Kopij, Birgit Memmler, Cornelia Müller und Christine Wehe-Bamberger. Das achtköpfige Team hat in den vergangenen Monaten in engagierter ehrenamtlicher Arbeit „auf Spurensuche begeben“, recherchiert, Interviews geführt und die Textbeiträge, in denen die einzelnen Frauenpersönlichkeiten einfühlsam portraitiert werden, erstellt. Vorgestellt in Wort und Bild werden Frauen in Kunst und Kultur, in Männerberufen, Frauen im Sport, in der Landwirtschaft, in der Medizin, in der Fremde, Frauen mit Courage und mit großem sozialem Engagement.
In der Galerie der bemerkenswerten Frauen finden sich unter anderem die langjährige Leiterin der Hauswirtschaftsschule in Bischofsheim und Bundesverdienstkreuzträgerin Paula Rothkopf, Mundartdichterin Cilli Pigor, Unternehmerin Rosemarie Preh, Kinderärztin Eva Klupsch, Galeristin Ingrid Schmidt und Triathletin Annalena Klee. Bewusst ausgeklammert hat man Frauen in der Politik, um parteipolitischen Unmut zu vermeiden, wie Eva Hartmann bei ihrer kurzen Einführung in die Projektarbeit anmerkte.
Die Öffentlichkeit war aufgerufen Vorschläge für nennenswerte Frauenpersönlichkeiten zu machen, die in der Ausstellung näher beleuchtet werden sollten. Rund 80 Nennungen waren eingegangen, mehr als 50 wurden ausgewählt. „Es gibt bei weitem noch mehr bemerkenswerte Frauen“, führte Hartmann an und möchte zu weiteren Vorschlägen ermutigen, denn der Wunsch der Ausstellungsmacherinnen liegt darin, das Bewusstsein für Frauen und ihr Leben und ihre Werke zu wecken und für sie mehr öffentliche Würdigung zu erreichen. In diesem Zusammenhang wird die Initiative weitergeführt und es sollen sich weitere Projekte, u.a. in Zusammenarbeit mit Schulen, anschließen. Ein Gedanke, der hinter der Sache steht, ist, dass vielleicht dann auch einmal ein Buch über Frauen in Rhön-Grabfeld erscheint.
Bei der Ausstellungseröffnung, die von Sängerin Lygia Wagenführer (Klavierbegleitung Wolfgang Klösel) trefflich mit Chansons begleitet wurde, dankte Adolf Büttner, der Vorsitzende der Kirchenburgfreunde, dem Landkreis Rhön-Grabfeld, der Stadt Ostheim, dem Bezirk Unterfranken, der Sparkasse Bad Neustadt und den heimischen Genossenschaftsbanken für die finanzielle Unterstützung. Ganz besonderer Dank galt Eva Hartmann und ihrem Team für ihr ehrenamtliches Engagement.
Die Ausstellung lade den Betrachter zum Dialog ein, mache bewusst, was sonst im Alltag verloren gehe und setze ein deutliches Zeichen gegen das alte Klischee „Frau am Herd, Familie, Kinder“, das landauf, landab immer noch grassiere, wie der stellvertretende Landrat Helmut Will anerkennend hervorhob und mit Ostheims 2. Bürgermeisterin Ulrike Stanek zum gelungenen Projekt gratulierte und die regen Aktivitäten der Kirchenburgfreunde würdigte.
Die Schau „Spurensuche – Frauen in Rhön-Grabfeld“ ist noch bis 10. Januar 2011 in der Kirchhofschule zu sehen. Öffnungszeiten: Freitag bis Montag 13.30 Uhr bis 16.00 Uhr. Zur Veranstaltung „Kirchenburg in Flammen“ am 30.12.2010 hat die Ausstellung von 18 bis 20 Uhr geöffnet. Am 24., 25 und 31.12.2010 sowie am 01.01.2011 bleibt die Kirchhofschule geschlossen. Info: www.lebendige-kirchenburg.de (eva)+++