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04.12.10 - SCHIESSSPORT

Regionalliga: Finaltag in Niederaula - Gleichstellung in Bundesliga

Der Krimi um die Meisterschaft und den Abstieg der Luftgewehr Regionalliga West findet am letzten Wettkampftag seinen Höhepunkt. Gleich fünf Mannschaften sind vom Abstieg bedroht und zwei davon, der SV Wallenrod und die Ohligser SG treffen am 12. Dezember 2010 in der Großsporthalle Niederaula aufeinander und eine Mannschaft wird wohl als Absteiger oder Relegationsteilnehmer aus dieser Begegnung hervorgehen.

Als wäre dies nicht spannend genug, folgt das größte Highlight direkt im Anschluss: Die SGi Mengshausen kämpft gegen die SSG Kevelaer um die Meisterschaftsehre. Beide Mannschaften stehen zwar schon als Teilnehmer am Aufstiegskampf zur Bundesliga Nord fest, aber wer dort oben in der Tabelle steht, der will auch Meister werden. Die Mannschaft der SGi Mengshausen braucht die Unterstützung des Publikums.

Spannung und hochklassiger Sport ist an diesem Tag garantiert und dies sollte sich niemand entgehen lassen. Die Zuschauer haben die Möglichkeit das Geschehen live auf Großbildschirmen und Leinwänden zu verfolgen. Wie auch in der vergangenen Saison wird Uwe Knapp die Veranstaltung moderieren.

Zur sportlichen Extraklasse gesellt sich auch noch soziales Engagement: Der Verein hat sich bereits seit längerem zur Selbstverpflichtung gemacht, dieses sportliche Großereignis mit einer sozialen Komponente zu verbinden. Bereits im vergangenen Jahr konnten wir gemeinnützige Projekte für Jugendliche unterstützen und auch in diesem Jahr wird dies ein Hauptziel sein.

Die Schützengilde beginnt diesen Tag mit einem Gottesdienst, dem sich ein Benefizkonzert der Bigband des Landespolizeiorchesters Hessen um 11 Uhr anschließt. Der Erlös daraus kommt dem Verein SMOG e.V. („Schule machen ohne Gewalt“) und dem Förderkreis der evangelischen Kirche Mengshausen zu Gute.

Gleichstellung in der Bundesliga

Ab sofort erhalten Behindertensportler der Schadensklasse SH 1 für das Ligensystem des Deutschen Schützenbundes die volle Startberechtigung. Damit können Schützen mit Behinderungen bis hin zur Bundesliga Luftgewehr und Luftpistole gleichberechtigt um Punkte kämpfen. Grundlage dieser Entscheidung war ein Beschluss des DSB-Gesamtvorstandes, der damit den Weg zu einer Premiere im gesamten deutschen Sport freimachte. Das DSB-Gremium machte diese positive Entwicklung von einem Gutachten abhängig, mit dem die sportliche Vergleichbarkeit von Schützen mit Behinderungen und so genanten „Fußgängern“ festgestellt werden sollte.

Dieses Gutachten des renommierten Professors Gerd-Peter Brüggemann vom Institut für Biomechanik und Orthopädie der Deutschen Sporthochschule in Köln, der schon im weltweit viel beachteten Fall des beinamputierten südafrikanischen Leichtathleten Oscar Pistorius gutachterliche Tätigkeiten übernommen hatte, liegt nun vor. Nach ausgiebigen und umfassenden Untersuchungen kam das wissenschaftliche Team von Professor Brüggemann zu dem folgenden Ergebnis: „Unter Beachtung der Ergebnisse des Trefferbildes, der Bewegungen des Luftgewehres, der Schwankung des Kraftangriffspunktes sowie der Unterstützungsfläche kann - basierend auf der analysierten Probandenstichprobe (mit entsprechender Behinderung bzw. Nichtbehinderung und Leistungsstand) - die Aussage getroffen werden, dass das Schießen im Sitzen keinen Vorteil aufzeigt. Es kann daher durchaus festgehalten werden, dass SH1-Schützen gegenüber den Stehend-Schützen keinen mechanischen Vorteil in den Disziplinen Luftgewehr und Luftpistole haben."

DSB-Präsident Josef Ambacher zeigte sich erfreut über den Beschluss: „Zum ersten Mal starten nun Schützen mit und ohne Behinderungen in hochklassigen Wettbewerben auf Augenhöhe miteinander, das ist eine absolute Premiere im deutschen Sport. Für das Sportschießen haben wir damit die Regelung geschaffen, die es im Bogensport auch auf internationaler Ebene schon gibt. In den vergangenen Tagen und Wochen war das Thema Integration in aller Munde. Selbst Bundespräsident Christian Wulff hat sich am Tag der Deutschen Einheit mit diesem Thema befasst. Auch der Deutsche Schützenbund nimmt dieses Thema sehr ernst und hat nun in einem Teilbereich – der Integration von Behindertensportlern – einen bewussten Schritt zu einer positiven Entwicklung eingeleitet. Ich freue mich auf die ersten Begegnungen und wünsche allen Mannschaften, die Schützen mit Behinderungen in ihren Reihen haben, viel Erfolg." +++

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