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06.12.10 - TISCHTENNIS

TTC RS FD-Maberzell verliert in Ochsenhausen mit 2:3 - Lob für WANG XI

In der Deutschen Tischtennis Liga spielte der TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell gestern in Biberach beim TTF Liebherr Ochsenhausen. Wang Xi gewann sein erstes Einzel, Robert Svensson und Jan-Ove Waldner unterlagen jedoch. Im vierten Einzel spielte im Duell der "Einser" Tiago Apolonia gegen Wang Xi. Im einem Fünf-Satz-Krimi setzte sich Fulda-Maberzells junger Chinese durch und holte den zweiten Einzelpunkt. Im abschließenden Doppel konnten Waldner/Meng wohl nur im ersten Satz mithalten. Diesen verloren sie jedoch mit 9:11. Die weiteren beiden Sätzen gingen klar an die Gastgeber, die dadurch das wichtige Match um die Play-Off-Plätze mit 3:2 gewonnen haben.

Tiago APOLONIA (POR) - Robert SVENSSON (SWE) 10:12 11:9 11:7 12:10 3:1 1:0

Marcos FREITAS (POR) - Xi WANG (CHN) 8:11 7:11 8:11 0:3 0:1

Seiya KISHIKAWA (JPN) - Jan-Ove WALDNER (SWE) 11:5 13:11 14:12 3:0 1:0

Tiago APOLONIA (POR) - Xi WANG (CHN) 6:11, 11:5, 11:8, 6:11, 6:11 2:3 0:1

Marcos FREITAS (POR)/Seiya KISHIKAWA (JPN) - Jan-Ove WALDNER/Qing Yu MENG 11:9,11:4,11:1 3:0 1:0. (hhb)

Vizemeister Ochsenhausen besiegte gestern in einer hochklassigen Partie vor guter Kulisse den Play-Off-Rivalen Fulda-Maberzell - trotz eines Wang Xi in atemberaubender Form - mit 3:2. Der Tabellenzweite (12:4 Punkte) empfing in der Biberacher BSZ-Sporthalle das Team von Tischtennis-Genie Jan-Ove Waldner. Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, Play-Off-Teilnehmer der letzten beiden Jahre und am Freitagabend 3:1-Sieger in Gräfelfing, stand auf Rang vier des Bundesliga-Klassements mit 10:4 Zählern, weist also ein Spiel Rückstand auf die Johansson-Truppe auf. Es war also ein echtes Duell der Düsseldorf-Verfolger, in dem es für beide Teams um einiges ging. Interessant auch, welches der beiden Konzepte sich durchsetzen würde: Das der homogenen, ausgeglichenen Mannschaft (TTF) oder das mit dem einen, die Mitspieler deutlich überragenden Topmann (Fulda), der beide Einzel gewinnen muss, um seinem Team Chancen auf den Sieg zu ermöglichen.

Vor rund 800 Zuschauern in der Biberacher BSZ-Sporthalle durfte sich der Gastgeber über einen Auftakt nach Maß freuen. Tiago Apolonia, aktuelle Nummer 23 der Welt, besiegte den zuletzt sehr starken schwedischen Linkshänder Robert Svensson in vier umkämpften, hochklassigen Sätzen (10:12, 11:9, 11:7, 12:10). Würde nun der zweite Portugiese im TTF-Dress, Marcos Freitas, an seine zuletzt ebenfalls richtig überzeugenden Leistungen anknüpfen können, oder war Abwehrkünstler Wang Xi doch noch eine Nummer zu groß für den 23-jährigen Linkshänder? Tatsächlich spielte der gelenkige, hagere Chinese extrem stark auf und ließ Freitas beim 11:8, 11:7, 11:8 keine echte Chance. Wang schraubte damit seine Ligabilanz einstweilen auf 9:2 hoch. 1:1 zur Pause - noch war keine Vorentscheidung gefallen.

Doch das erste Einzel nach der Pause brachte die Oberschwaben dem Sieg wieder ein Stückchen näher. Seiya Kishikawa mühte sich zwar in den Sätzen zwei und drei mit einem gewiss nicht schwach spielenden Jan-Ove Waldner, brachte das wichtige Match aber mit 11:5, 13:11 und 14:12 nach Hause. Im zweiten Satz ließ der weltberühmte "alte Schwede" drei Satzbälle ungenutzt. Tiago Apolonia, der vor dem Match eine 2:2-Bilanz gegen Defensiv-Ass Wang Xi aufzuweisen hatte, hätte nun den sprichwörtlichen Sack frühzeitig zumachen können - Maberzells Chinese war an diesem Tag aber einfach nicht zu bezwingen und ließ sich auch durch einen zwischenzeitlichen 1:2-Satzrückstand nicht vom Weg abbringen. Kurioserweise siegte Wang, nunmehr mit 11:2 in der DTTL notiert, in jedem seiner drei gewonnen Sätze mit 11:6 (11:6, 5:11, 8:11, 11:6, 11:6). Apolonias Vorrundenbilanz von 7:4 ist dennoch recht akzeptabel.

Es ging folglich ins Doppel und das Publikum bekam nun noch einen Waldner-Nachschlag zu sehen - der Schwede trat dort nämlich zusammen mit Fuldas Spielertrainer Qing Yu Meng an. Freitas/Kishikawa vertraten die Ochsenhausener Farben im Schlussmatch, in dem es nun richtig um die Wurst ging. Und es wurde eine ganz deutliche Angelegenheit für die portugiesisch-japanische Links-Rechts-Kombination der Oberschwaben, am Ende weit deutlicher als erwartet, wenngleich die beiden TTC-Akteure im ersten Satz lange die Nase vorne hatten: 11:9, 11:4, 11:1. Nach insgesamt zwei Stunden und 49 Minuten durften Apolonia und Kollegen einen erfolgreichen Hinrundenabschluss bejubeln. Mit nunmehr 14:4 Punkten hat man Platz zwei eindrucksvoll behauptet. Fulda-Maberzell bleibt als Tabellenvierter im Verfolgerfeld und hat noch alle Chancen auf die Play-Offs.

TTF-Präsident Rainer Ihle war nicht nur mit dieser Partie, sondern der gesamten Vorrundenleistung seiner jungen Akteure in sämtlichen drei Wettbewerben hoch zufrieden: „Wir haben heute das i-Tüpfelchen auf eine fantastische Vorrunde gesetzt und einen großen Schritt in Richtung Play-Offs gemacht. Zudem stehen wir im Viertelfinale der Champions League und im Final Four. Die Spieler hatten einen harten Job und haben es glänzend gelöst. Nun wollen wir nochmals gegen Roskilde in der Königsklasse gut aussehen und danach haben sich unsere Jungs wirklich mal 14 Tage Pause redlich verdient. Unser Weg mit der neuen, jungen Mannschaft hat sich schon jetzt als absolut richtig erwiesen – ohne Wenn und Aber. Fans, Sponsoren und Vereinsführung haben richtig Spaß mit der Truppe, da ist viel Biss und Leidenschaft zu spüren."

Marcos Freitas, der – übrigens exakt wie Seiya Kishikawa – eine 5:3-Vorrundenbilanz in den Einzeln erspielte, erkannte die großartige Leistung seines Gegners Wang Xi neidlos an: „Er war heute einfach sehr, sehr gut, so dass ich ihn nur selten zu Fehlern zwingen konnte. Ich habe zwar nicht mein allerbestes Tischtennis heute gespielt, aber sein Sieg war verdient ohne Wenn und Aber." Das Doppel sah der Portugiese nicht so eindeutig, wie es das Ergebnis erscheinen lässt: "Im ersten Satz lagen Waldner/Meng ständig in Führung und im zweiten hatten wir einige glückliche Punkte dabei. Danach hatten wir sie im Griff, aber wenn wir den ersten Satz verloren hätten, weiß ich nicht, wie es ausgegangen wäre.”

Fuldas Präsident Stefan Frauenholz beschrieb das Minimalziel so: „0:3 wollten wir in Biberach auf keinen Fall verlieren.“ Dies ist den Osthessen fraglos gelungen, die sogar einen Sieg in Reichweite hatten. Frauenholz war überzeugt: „Hätten wir den ersten Satz gewonnen, hätten wir das Doppel für uns entschieden." Ein Sonderlob zollte der TTC-Chef seinem Spitzenspieler: „Wang Xi ist derzeit nicht tot zu kriegen.“ (DTTL) +++

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