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16.12.10 - FULDA

Sportreporter Hans-Joachim RAUSCHENBACH (87) tot - Karrierestart in Fulda

Seinen Karrierestart begann er 1945 in Fulda als Volontär bei der neu gegründeten "Fuldaer Volkszeitung" - sein Markenzeichen war die blumige Sprache: Der langjährige Moderator der ARD-Sportschau" wie auch der "hessenschau" im hr-Fernsehen, Hans-Joachim Rauschenbach, ist tot. Der Reporter starb am Mittwochabend im Alter von 87 Jahren in Michelstadt im Odenwald. Dies teilte der Hessische Rundfunk (hr) in Frankfurt mit. Er kommentierte fast 30 Jahre lang alle großen Sportereignisse der Welt. Der im Mai 1923 in Dresden geborene Journalist moderierte über viele Jahre aber auch die "Hessenschau", die Bürgersendung "Wir schalten um" und das "Hessenjournal". Außerdem berichtete er aus dem Hessischen Landtag.

hr-Fernsehdirektor Manfred Krupp würdigte Rauschenbach heute als einen Journalisten, der nicht nur die Sportberichterstattung im Hessischen Rundfunk und der ARD geprägt hat, sondern auch in der Landespolitik und der regionalen Berichterstattung zuhause war. Vielen Zuschauern ist Rauschenbach als Sportreporter in Erinnerung. Er stand allen Größen des Weltsports gegenüber: Er interviewte Cassius Clay, Marika Kilius, Hans-Jürgen Bäumler, Nobert Schramm, Katharina Witt oder Boris Becker. Mit besonderer Leidenschaft widmete er sich dem Eiskunstlauf und dem Boxsport. Und so kam es auch schon einmal vor, dass er live in einer Sportsendung selbst in den Ring stieg und die Fäuste schwang.

Neben dem Eiskunstlauf gehörten das Boxen und der Tanzsport zu den Spezialitäten Rauschenbachs, der noch im hohen Alter fürs Privatfernsehen arbeitete. Bekannt war der Journalist auch für seine große Brille und sein stets sorgfältig drapiertes Haar. Rauschenbach war ein Reporter der alten Sorte, der sich gerne zu seinen Machosprüchen bekannte. Als er seine Karriere 1945 bei der «Fuldaer Volkszeitung» begann, boxte Rauschenbach noch selbst. Dann wurde er Ansager am Ring und kam zum hr - zuerst beim Radio und dann beim Fernsehen. Nach mehr als 30 Jahren schied er 1990 im Alter von 67 Jahren im Unfrieden beim Hessischen Rundfunk aus, für den er auch die «Hessenschau» moderiert und aus dem Wiesbadener Landtag berichtet hatte. Anschließend kommentierte Rauschenbach, der auch schon mal in einer Live-Sendung selbst noch in den Ring stieg, für das Deutsche Sport-Fernsehen (DSF) Boxen und Tanzsport. Ende der 90er Jahre setzte er sich dann im Odenwald endgültig zur Ruhe.

Vor genau drei Monaten besuchte "Hajo" Rauschenbach noch einmal seine Wirkungsstätte in Fulda und war im Stadtschloss auch vom Sportdezernent und Bürgermeister Dr. Dippel empfangen worden. "Osthessen-news" berichtete am 11.09.2010 unter http://www.osthessen-news.de/beitrag.php?id=1187200 ). Rauschenbach ist für seine Sprüche und Metaphern berühmt. Zu einem Eiskunstlauf der deutschen Damen ein sagte er: "Sie laufen wie zwei Suppenhühner auf dem Weg zum Suppentopf.“ Auf die Kombination zwischen dem elegante Eiskunstlauf und dem eher rauen Boxen angesprochen, bemerkte Rauschenbach bestimmt: „Beine braucht man bei beidem, schnelle Beine – das ist die Verbindung.“

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