Davon träumen viele Menschen in den ländlichen Kommunen: Ein Schwimmbad - das kann sich heutzutage kaum ein Kämmerer noch leisten. Doch während vielerorts über Schließungen der oftmals maroden Schwimmbäder zumindest nachgedacht wird, ist die Kalistadt Heringen (Werra) im Landkreis Hersfeld-Rotenburg einen anderen Weg gegangen. Für rund neun Millionen Euro hat sie sich ein Ganzjahresbad gegönnt. Das Naturbad mit Sandstrand und chlorfreiem Wasser draußen wurde bereits im Sommer eröffnet. Während diese Flächen derzeit unter dickem Schnee kaum zu sehen sind, plantschen in der rundum erneuerten Halle die Kinder im Spaßbecken und ziehen ambitionierte Schwimmer im großen Becken ihre Bahnen. Eine riesige Glasfront bietet den Blick ins Freie. Zwischendurch können gesundheitsbewusste Gäste im Dampfbad schwitzen. Eine Sauna soll auch noch dazu kommen.
Bürgermeister Hans Ries erklärt die Hintergründe für die großzügige Modernisierung des Schwimmbadangebotes in seiner Stadt: "Ohne Schwimmbad hätten wir keine gymnasiale Oberstufe mehr anbieten dürfen – und das hätte Heringen teuer bezahlt. Wir hätten unsere Funktion als Mittelzentrum verloren und damit die entsprechenden Zuweisungen", so der Rathauschef. Übrigens: Der Namensgeber des Ganzjahresbades war der erste Schwimmmeister in Heringen: Fritz Kunze.
Die Wassertemperatur beträgt zwischen 28 und 30 Grad je nach Becken. Das Bad ist besonders für Familien konzipiert. Eine Plantschecke für die Windelfraktion, Sprudel und Massagedüsen im Nichtschwimmerbecken sowie fünf 25 Meter Bahnen für den Schwimmsport bieten reichlich Abwechslung. Der Eintritt kostet für Erwachsene vier Euro, Jugendliche bis 16 Jahre 2,50 Euro, Kinder bis fünf Jahre dürfen kostenlos plantschen. Weitere Informationen zu den Öffnungszeiten und mehr im Internet unter der Adresse http://www.heringen.de (Rubrik Bürger, dann fritz kunze bad).
Das schönste Weihnachtsgeschenk für die DLRG OG Heringen
Mit der Eröffnung blickt die DLRG Ortsgruppe Heringen in eine rosige Zukunft, denn das Modell des an einem Ort zusammengelegten Frei- und Hallenbad, das zudem das ganze Jahr geöffnet bleibt, stellt ideale Bedingungen für die Wasserratten dar. In der Vergangenheit musste aufgrund der im Sommer auch immer wieder vorkommenden Wetterkapriolen der Übungsbetrieb ausfallen, was nun der Vergangenheit angehören wird, da man das ganze Jahr über im Hallenbad trainieren kann. Des weiteren bietet der Hallenbadbereich ideale Bedingungen für das zahlreiche und teure Trainingsmaterial, da dafür extra ein großzügiger Lagerraum geschaffen wurde, der direkt am Beckenrand gelegen ist. Als Highlight hat die DLRG Ortsgruppe im Hallenbad für ihre Arbeit einen Raum mit Teeküche erhalten, in dem sich z. B. die ehrenamtlich Badeaufsicht führenden Rettungsschwimmer der Ortsgruppe umkleiden, persönliches Material lagern können und Ausbildungsunterlagen und das Büro der Ortsgruppe Platz finden wird.
Die Ortsgruppe nutzt die Zeit zwischen den Jahren, den Raum und das Lager einzurichten, um nach den Weihnachtsferien dann mit dem Übungsbetrieb montags und mittwochs im neuen "fritz-kunze-bad" zu starten. Die neuen Trainingszeiten werden die nächsten Tage im Aushang der Ortsgruppe, der Homepage unter http://www.heringen.dlrg.de . (Hans-Hubertus Braune/red) +++
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