Qing Yu Meng brachte es nach seinem Einzel auf den Punkt: "Wer gewinnt schon gegen Timo Boll?" fragte der Fulda-Maberzeller Spielertrainer treffend. Glatt in drei Sätzen unterlag Meng, der für den grippeerkrankten Jan-Ove Waldner beim Halbfinalspiel seiner Mannschaft gegen Borussia Düsseldorf spielte. Die Rheinländer gewannen zunächst gegen den TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell mit 3:1 und anschließend im Finale gegen die TTF Ochsenhausen ohne größere Probleme mit 3:0. Es war gestern Nachmittag in Stuttgart der 20. Pokalsieg und der 55. Titel für Borussia Düsseldorf in der traditionsreichen Vereinsgeschichte, das in dieser Saison faktisch die Deutsche Nationalmannschaft stellt. Neben Boll stehen Christian Süß und Vize-Europameister Patrick Baum für die Düsseldorfer an der Platte. Komplettiert wird das Team vom Ungarn János Jakab.
Ob der konkurrenzlosen Überlegenheit kommt leicht Langweile im deutschen Tischtennis auf. Doch wer mag es den Düsseldorfer verdenken? "So groß ist der Unterschied nicht. Wir müssen hart arbeiten, um uns den Erfolg zu verdienen. Von alleine geht das nicht. Zudem holt Ochsenhausen auf. Sie haben eine junge Mannschaft, die auf dem richtigen Weg ist", sagte Düsseldorfs Manager auf der anschließenden Pressekonferenz in den Katakomben der Porsche Arena.
Der osthessische Bundesligist aus Fulda-Maberzell war da schon längst auf dem Heimweg. Ohne Waldner und den ebenfalls grippegeplagten Robert Svensson, der gegen Christian Süß angeschlagen spielte, war für die Osthessen diesmal nichts drin. Rund 70 Fans begleiteten die Mannschaft in die Schwabenmetropole und sorgten beim Duell gegen Düsseldorf für ordentliche Stimmung in der Porsche Arena. Rund 3.500 Zuschauer kamen zum rund sechsstündige Tischtennis-Highlight. Für Ochsenhausens Manager Rainer Ihle eine enttäuschende Resonanz. "Die Porsche Arena müsste normalerweise voll sein. Vielliecht sollte man das Konzept überdenken. Ein teures und drittklassiges Konzert am Abend lockt keine Zuschauer", sagte Ihle während des Pressegesprächs, während Francisca Urio vor gerade einmal rund 200 Fans auftreten musste. Mit begnadeter Stimme und guter Show lieferte sie trotzdem einen professionellen Auftritt. Vielleicht hätte sie zwischen den Halbfinals und dem Endspiel auftreten sollen, dann hätten Zuschauer und Künstler mehr davon gehabt, rätselten die Journalisten. Das Konzept "Cup+Concert" solle überdacht werden. Düsseldorfs Manager Andreas Preuß attestierte der Münchener Produktionsfirma contenthouse eine gute Arbeit. "Wichtig ist die große Fernsehresonanz. Wir müssen in den Wohnzimmer ankommen", sagte Preuß. Neben Sport 1 zeigten auch die öffentlichen Sender ARD und ZDF Bilder vom Final Four.
Trotz aller Enttäuschung im Lager der Ochsenhausener hatten die Verantwortlichen auch Positives zu vermelden. Während einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im Nobelhotel Garden Inn erklärte Ihle, dass Top-Talent Diago Apolonia für drei weitere Jahre unterschrieben habe. Gemeinsam mit dessen Sponsor Tibhar wolle man den gutaussehenden jungen Mann in Zukunft besser vermarkten und mit neuen Ideen für frischen Wind im Tischtennis sorgen.
Einiges einfallen lassen müssen sich die Tischtennis-Bundesligisten auch, um die Vorherrschaft von Borussia Düsseldorf in Zukunft irgendwann einmal brechen zu können. Derzeit sind Ochsenhausen, Fulda und Co. jedenfalls ein ganzes Stück weit entfernt vom Bundesliga-Krösus, dessen einzige ernsthafte Konnkurrenz derweil eher im fernen Russland zu finden ist - oder zumindest für Timo Boll in China. In dieser Woche wird Boll die Spitzenposition in der Weltrangliste übernehmen. Qing Yu Meng jedenfalls braucht sich nicht zu grämen, denn gegen diesen Timo Boll ist kaum ein Tischtennis-Kraut gewachsen.
Nachfolgend einige Bildimpressionen vom Final Four am Sonntag in Stuttgart. Im Laufe des Montags berichtet osthessen-news mit einem ausführlichen Videobeitrag über das Spiel vom TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell gegen Borussia Düsseldorf und Stimmen zum Halbfinal-Match. (Hans-Hubertus Braune) +++
...war gegen Timo Boll machtlos.
Bastian Steger vom 1. FC Saarbrücken.
Fulda-Maberzells Spielertrainer Qing Yu Meng.
Marcos Freitas von den TTF Ochsenhausen.
Den Zelloluidball fest im Blick.
Patrick Baum von Borussia Düsseldorf...
...da half alles beten nicht...
Wang Xi zeigte ein Topspiel gegen Baum...
Klarer Sieger...
...gegen den Vize-Europameister...
Diago Apolonia (TTF Ochsenhausen)...
Sorgten für den einzigen osthessischen Punkt: Wang Xi.
Robert Svensson spielte trotz Erkältung...
...gegen Christian Süß...
Rund 3.500 Zuschauer kamen in die Stuttgarter Porsche-Arena...
...und sahen das interessante Duell Wang Xi gegen Timo Boll...
Seiya Kishikawa (TTF Ochsenhausen)...
Die niederlage hatte Qing Yu Meng schnell verdaut...
Kraftvoll...
...emotionall...
Das Saarbrücker Duo im entscheidenden Doppel...
...im Halbfinale gegen Ochsenhausen. Die Oberschwaben gewann.
...der mit dem Ball tanzt...
Das kennen sie...
...Düsseldorfer Jubel....
...um den Tischtennis-Pokal...
Sektdusche für den Manager...
Hätte eine vollere Halle verdient gehabt: Francisca Urio...
Nur rund 200 Zuschauer wollten das Konzert sehen...
Die Münchener Produktionsfirma contenthouse übertrug das Final Four live im TV und Internet (http://www.dttl.tv).
Diago Apolonia verlängerte bei seinem Sponsor Tibhar...
...und seinem Club TTF Ochsenhausen. Dies gaben die Offiziellen gestern Abend im Stuttgarter Nobelhotel Garden Inn bekannt.
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