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10.01.11 - TISCHTENNIS 2

TG 1837 Hanau unterlag beim 1. FC Saarbrücken mit 2:3 - trotz 2:0-Führung

Die hoch favorisierten Saarländer – im Final-Four-Halbfinale hauchdünn an Ochsenhausen gescheitert – konnten das Heimspiel gegen die Hessen relativ entspannt nach dem Auswärtssieg in Herne in Angriff nehmen und waren klarer Favorit gegen die Hampl-Schützlinge, die am Freitagabend gegen Plüderhausen eine herbe Abfuhr kassiert hatten.

Doch es verlief zunächst einmal ganz anders als geplant: Yang Zi, der sich am Freitag gegen den SVP noch desaströs präsentiert hatte, rehabilitierte sich ausgerechnet gegen Bastian Steger und brachte durch ein überraschendes 11:2, 11:3, 11:9 gegen den Zweiten der Pro-Tour-Grand-Finals die Brüder-Grimm-Städter in Front.

Und dann folgte der nächste Streich: TGH-Trainer Helmut Hampl hatte das richtige Näschen bewiesen und dem bis dahin im Oberhaus noch sieglosen Youngster Patrick Franziska - nach seinem guten Auftritt zwei Tage zuvor gegen Leung, der so unglücklich endete - diesmal sogar die Chance gegeben, als Nummer eins aufzulaufen. Und der Jugendeuropameister hatte die ganze Verzweiflung nach den zwei vergebenen Matchbällen gegen den Plüderhausener nach 9:5-Führung im fünften Satz viel besser weggesteckt als es die meisten Experten für möglich gehalten hätten. Gegen den international erfahrenen Portugiesen Joao Monteiro spielte der junge Hanauer von Anfang an auf Augenhöhe mit und hielt das an Spannung kaum zu überbietende Match völlig offen. Bei 12:13-Rückstand in der Verlängerung des Entscheidungssatzes meinten allerdings viele, dass es nun doch zu einem ähnlich tragischen Ende wie gegen Leung kommen würde. Weit gefehlt: Franziska blieb hellwach, schlug immer wieder zurück und durfte schließlich nach einem 11:9, 7:11, 9:11, 11:6 und 16:14 seinen ersten Bundesligasieg im Einzel bejubeln, den man - nach dieser Vorgeschichte - wirklich als hochverdient bezeichnen musste.

2:0 zur Pause für den "Underdog" - würde Hanau heute tatsächlich etwas reißen in der Joachim-Deckarm-Halle? Doch nach dem Pausentee war erst einmal der 1.FCS am Zug: Bojan Tokic präsentierte sich gegen Thomas Keinath wie aus einem Guss und gewann 11:7, 11:8, 11:9. Würden die Saarländer die Partie doch noch drehen?

Zwar spielte Patrick Franziska auch gegen "Basti Steger" auf Augenhöhe mit und ging zwischenzeitlich sogar mit 2:1 Sätzen in Führung, am Ende warf aber der erfahrenere der beiden DTTB-Nationalspieler alles in die Waagschale, so dass er gerade noch so mit einem blauen Auge davonkam und sein Team ins abschließende Doppel rettete (11:6, 8:11, 4:11, 11:3, 12:10). Franziskas Leistung an diesem späten Sonntagnachmittag war jedoch aller Ehren wert und hat Appetit auf mehr geweckt - in der Ersten Liga ist er nun jedenfalls richtig angekommen.

Das Doppel war dann ebensowenig etwas für schwache Nerven und zart besaitete Gemüter. Die Saarbrücker Kombination Monteiro/Tokic setzte sich letztlich knapp durch gegen das Hanauer Duo Keinath/Yang: 11:13, 11:8, 13:11, 13:11. Insgesamt 11:9 Sätze, 199:195 Bälle - das war richtig eng!

Fazit: Eine vorzügliche Leistung der Hessen wurde nicht belohnt, die weiter und womöglich noch sehr lange um den Klassenerhalt zittern müssen. Die Saarländer hingegen standen diesmal am Rande des Abgrunds, bäumten sich aber auf uns drehten eine fast schon verlorene Partie noch. Als Lohn dürfen sie sich weiterhin auf Tabellenplatz zwei sonnen, zwei Zähler vor Ochsenhausen, vier vor Grenzau. Das Polster zu einem Nicht-Play-Off-Platz ist enorm und beträgt bereits acht Pluspunkte. (Dr. Stephan Roscher/DTTL-Mediendienst) +++

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