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24.01.11 - TISCHTENNIS

ENTTÄUSCHT! 1. Bundesliga SV Werder Bremen – TG 1837 Hanau 3:0

Wenn Werder Bremen und die TG Hanau aufeinandertreffen, geht es normalerweise recht eng zu. So war es letzte Saison, als die Norddeutschen in der Brüder-Grimm-Stadt mit 3:2 gewannen, nachdem sie in eigener Halle mit 1:3 – nach erbittertem Kampf – verloren hatten. Und auch am 24. September 2010 setzten sich die Werderaner an der Kinzig nach drei Stunden knapp mit 3:2 durch. Auf dem Papier waren Crisan & Co. sicher favorisiert, die sich zum Ende der Vorrunde berechtigte Hoffnungen auf die Play-Offs machen durften, sich dann freilich ihre Krise nahmen und im Jahr 2011 noch ohne jegliches Erfolgserlebnis waren. Vier Pflichtspiele in Folge gingen sprichwörtlich in die Hose. Werder hoffte, durch einen Sieg gegen den Tabellenachten endlich den ersehnten Durchbruch im neuen Jahr zu bewerkstelligen, die Blockade zu lösen und in den kommenden Wochen dann wieder unbeschwert aufspielen zu können. Die Hanauer gelten eigentlich als besser als ihr „lausiger“ Punktestand von 4:18, der mit reichlich Pech zustande gekommen war. Zuletzt hatte man dem Tabellenzweiten Saarbrücken auswärts einen Dreieinhalb-Stunden-Fight auf Biegen und Brechen geliefert, allerdings ohne Happyend.

Doch diesmal enttäuschten die Hessen in Bremen auf ganzer Linie und waren nicht in der Lage, entscheidende Akzente zu setzen. Zwei ganze Satzgewinne und eine Reihe "vergeigter" Führungen - insgesamt deutlich zu wenig, um die erste klare Niederlage gegen die Tamas-Truppe zu verhindern.

Lars Hielscher trug wieder das Werder-Dress, während bei den Brüder-Grimm-Städtern der an einer Schulterverletzung laborierende "Siegerländer Riese" Steffen Mengel noch einige Wochen ausfällt. Jugendeuropameister Patrick Franziska konnte im ersten Einzel seine grandiose Saarbrücken-Form nicht erneut abrufen und musste Adrian Crisan - trotz enger Sätze eins und zwei - zum Sieg gratulieren (11:13, 9:11, 6:11). Dann nutzte Thomas Keinath seine Chancen gegen Lars Hielscher nicht, der den längeren Atem und die besseren Nerven zeigte und seinen ersten Sieg nach der Verletzungspause zum vorentscheidenden 2:0 unter Dach und Fach brachte (7:11, 11:9, 11:9, 11:7).

Zwar war noch nicht alles verloren für den Gast aus Hessen, gut sah es zur Pause für die Hampl-Schützlinge jedoch überhaupt nicht aus, während der SV Werder allmählich in die Erfolgsspur zurückzufinden schien. Diese Prognose bestätigte sich anschließend: Ähnlich nervenschwach wie zuvor Keinath präsentierte sich Commonwealth-Champion Yang Zi, der ebenfalls diverse Führungen gegen Jens Lundquist nicht zu nutzen vermochte und am Ende mit 7:11, 13:15, 11:9 und 9:11 unterlag. Der Druck, mit einem 0:2 gegen die TGH vorspielen zu müssen, tat dem Linkshänder aus Singapur sichtlich gar nicht gut.

Alles in allem eine enttäuschende Zwei-Stunden-Vorstellung der Hessen an der Weser, die allerdings auch etwas unter Wert geschlagen wurden. Einstweilen fällt man auf Platz neun, also einen Abstiegsrang zurück. In dieser Verfassung wird es sehr, sehr schwierig, den Klassenerhalt noch zu bewerkstelligen. Für die Norddeutschen, deren verdienter Sieg außer Frage steht, könnten nun dagegen wieder rosigere Zeiten anbrechen. Der Bann ist gebrochen, man hat bewiesen, dass man auch im Jahr 2011 als Sieger den Tisch verlassen kann.

Hanaus Trainer Helmut Hampl zeigte sich nach der Partie ernüchtert und geizte nicht mit deutlichen Worten: "Ich war von den Leistungen der Spieler enttäuscht. Nur Youngster Patrick Franziska konnte mit einigermaßen zufriedenstellender Leistung gegen den Topspieler Adrian Crisan vom Tisch gehen. Leider konnten zwei Spiele, bei denen die TG Hanau eigentlich die besseren Spieler am Tisch hatte, nicht gewonnen werden. Thomas Keinath und Yang Zi konnten trotz hoher Satzführung gegen ihre Gegner nicht gewinnen. Thomas Keinath hat gegen Lars Hielscher im 2. Satz 8:4 und im 3. Satz 8:6 geführt, Yang Zi lag gegen Jens Lundquist im 1. Satz mit 6:1, im 2.Satz mit 8:2 und 4.Satz mit 9:6 in Führung. So kann es mit Thomas Keinath und Yang Zi nicht weitergehen, die als Leistungsträger für die Mannschaft verpflichtet wurden.“ +++

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