Am Wochenende wurde das Pilotprojekt „FourS“ bei der SG „Viktoria“ Bronnzell in der Sporthalle in Johannesberg durchgeführt. Das Projekt verbindet Fußballtraining, Denksport und Eltern-Bildung, um 8- bis 12-jährigen Jungen und Mädchen soziale Kompetenz zu vermitteln. „FourS“ wurde von "Schule machen ohne Gewalt (SMOG) e.V." in enger Abstimmung mit dem Deutschen Fußballbund und dem Hessischen Innen- und Sportministerium als gewaltpräventives Konzept für den Fußballsport zusammen mit dem Montessori-pädagogischen Institut in Ettlingen entwickelt. Mit Unterstützung der Sozialstiftung des Hessischen Fußballverbandes, der Sparkassenfinanzgruppe Hessen-Thüringen, der Stadt Bad Hersfeld, von Lotto Hessen und dem SMOG-Partnerverein Jollydent e.V. erfolgt die Umsetzung im Rahmen eines Pilotversuches in verschiedenen hessischen Fußballvereinen.
Erwin Maisch, 1. Vors. von SMOG e.V. und Ideengeber zu „FourS“: „Wir haben die SG Bronnzell ausgesucht, weil hier seit Jahren eine hervorragende Jugendarbeit geleistet wird. Es soll eine Auszeichnung für den Verein sein.“ „Als Herr Maisch uns das Konzept von „FourS“ vorstellte, waren wir sofort interessiert, weil wir ständig nach Ideen suchen, wie wir unsere Kinder nicht nur im sportlichen Bereich sondern auch in ihrer Persönlichkeit aber auch deren Eltern, unsere Trainer und Betreuer fördern können.“, nimmt Martin Böhne, 1. Vorsitzender der SG Bronnzell, das Argument auf.
Dass SMOG den richtigen Verein ausgesucht hatte, zeigte sich an den überragenden Teilnehmerzahlen. So nahmen 26 Kinder im Alter von 8-12 Jahren an dem Training und 39 Trainer, Betreuer und Eltern an der Ausbildung teil. Besonderer Höhepunkt der Ausbildung war der Auftritt von Dragoslav „Stepi“ Stepanovic´ am Samstag. Mit seiner großen Erfahrung und Ausstrahlung begeisterte er nicht nur die Kinder, sondern beteiligte sich auch aktiv bei der Elternbeschulung.
Das Konzept
„FourS“ wendet sich an die Altersgruppe der 8- bis 12Jährigen Mädchen und Jungen sowie deren Eltern, Trainer und Betreuer. In diesem Alter beginnen die Kinder in der Regel mit dem Fußballsport und bringen ihre Stärken aber auch Schwächen in die Vereine ein. Neben den Verhaltensauffälligkeiten bei den Kindern sind es nicht selten die Eltern, die den Vereinen ob ihres Verhaltens auf dem Sportplatz Sorgen bereiten. Genau hier setzt das Konzept an. Sein Name ist „FourS“. Der englische Ausdruck steht für „Vier S“. Gemeint sind damit die Attribute „sportlich, stark, schlau und sozial“.
Durch diese Attribute werden die Zielgruppen der Kinder und deren Eltern positiv angesprochen, so dass sie sich mit dem Namen des Konzepts solidarisieren können. Die Kinder werden parallel mit den Eltern in voneinander getrennten Gruppen geschult. Das Training der Kinder erfolgt spielerisch mit zwei Trainern: Matthias Wilde, DFB-Stützpunkttrainer, und Herbert Bensing von SMOG. Es umfasst neben sportlichen Teilen auch Denksportaufgaben und stellt soziales Lernen in den Vordergrund.
Die Eltern werden von der Dipl.-Pädagogin Andrea Stephan trainiert. Ziel der Ausbildung ist es zum einen, den Eltern weiteres Erziehungswissen zu vermitteln und mit entsprechenden Übungen praxisgerecht zu trainieren, zum anderen die Kinder insbesondere zu einem pro sozialen Verhalten anzuleiten und deren Konzentrations- und Denkfähigkeit zu fördern.
Das Training der Kinder umfasst Inhalte wie Friedensprinzipien, Kommunikationsregeln, Verbesserung des Selbstbildes, Erhöhung des Selbstwertgefühls, konstruktives Verhalten, Einfühlungsvermögen, Achtung vor anderen, Selbstbeherrschung /Impulskontrolle und Konsequenzen. Im Training der Eltern werden Themen vermittelt wie Einfühlungsvermögen, Selbstbeherrschung, Wege zu mehr Gelassenheit, Entwicklungsbedürfnisse des Kindes, gewaltfreie Kommunikation, Anleitung des Kindes.
„Es war einfach super. Ich habe für mich und für meine Arbeit mit den Kindern im Verein, aber auch für unsere Familie gemeinsam mit meiner Frau eine Reihe von Erkenntnissen aufnehmen können. Ich denke, dass uns das künftig hilft, besser miteinander umzugehen.“, bilanziert SGB-Jugendleiter Bernd Scholtes nach der Ausbildung. Dass die Kinder begeistert waren, erfreute darüber hinaus die Eltern und Vereinsverantwortlichen.
Dass das FourS-Konzept auch „Stepi“ überzeugt hat, zeigt seine aktive Mitarbeit beim Elterntraining: „Ich denke, das FourS-Training sollten alle Eltern, vor allem aber die Trainer und Betreuer im Fußballsport mitmachen. Hier werden soziale Kompetenzen bei den Kindern und Erziehungswissen bei den Erwachsenen gefördert. Ich bin begeistert.“
Das nächste FourS-Training wird am 29./30.4. in Bebra bei der dortigen JSG und am 27./28. Mai 2011 bei der SG Johannesberg stattfinden. Weitere Termine sind in Fulda-Horas und bei den Offenbacher Kickers geplant.
Beim gemeinsamen Abschuss mit Kindern und Erwachsenen stand „Stepi“ dann noch geduldig für Fragen und Autogrammwünsche zur Verfügung. Mit einem Augenzwinkern gab er dabei zu verstehen, dass er sich bei so viel Begeisterung in Bronnzell durchaus ein Engagement seinerseits bei der SG vorstellen könne. „Wenn nicht die Eintracht vorher anruft“, kam dann ein Zwischenruf aus dem Publikum. +++