TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell
Die „Mission Maberzell“ beruht bekanntlich auf dem Prinzip personeller Kontinuität. Man präsentierte sich in der Saison 2010/11 – im Gegensatz zu sämtlichen Konkurrenten, die ihre Kader teils kräftig verändert hatten – ausschließlich mit dem bewährten Personal. Den Osthessen gelang es freilich nicht, Platz vier zu halten, den man nach der ersten Halbserie innegehabt hatte. Vier Siege und fünf Niederlagen reichten nicht angesichts des Laufs des Rivalen aus Grenzau. Zudem fehlte ein wenig das Glück in spielentscheidenden Situationen, so dass man eine Reihe sehr knapper Niederlagen quittieren musste, auch bei Spitzenklubs wie Düsseldorf und Saarbrücken.
Die 12:7-Bilanz des Schweden Robert Svensson war nicht unbedingt einzuplanen und darf als erfreulich bezeichnet werden. Auch Spitzenspieler Wang Xi enttäuschte nicht, hatte jedoch in der wichtigsten Saisonphase, als nur noch Siege zählten, vielleicht etwas zu viel Druck auf seinen schmalen Schultern zu tragen und verlor einige Spiele mehr als gewohnt – Rückrundenbilanz 8:8 bei insgesamt 20 Siegen und zehn Niederlagen des drahtigen Chinesen.
Mancher Konkurrent würde nun zwei Drittel der Mannschaft auswechseln, um mit neuem Personal einen neuen Anlauf auf die Spitzenplätze zu starten – in der Rhön bleibt man hingegen bodenständig und „konservativ“ und wird auch in der Saison 2011/12 in unveränderter Besetzung aufspielen. TTC-Präsident Stefan Frauenholz zeigte sich hocherfreut über die Vertragsverlängerungen, auch über die mit dem „alten Schweden“ Jan-Ove Waldner. Der Tischtennis-Mozart wird also auch im stolzen Tischtennisalter von 46 Jahren noch Maberzeller sein und somit zur Freude seiner noch immer zahlreichen Fans – 631 Menschen wollten im Schnitt die Partien „Waldis“ und seines TTC sehen – dort aufschlagen, wo der Begriff Kontinuität noch ungemein viel bedeutet. (DTTL)
TG 1837 Hanau
Das zweite Jahr ist für einen Liganeuling oft sehr gefährlich, weil die eigenen Ansprüche gewachsen sind und man in der Spielklasse von niemandem mehr auf die leichte Schulter genommen wird. Eigentlich war man beim Seiteneinsteiger der Vorsaison und Gönnern-Erben davon ausgegangen, die Qualität des Kaders erhöht zu haben. Aus Jülich war Spitzenspieler Yang Zi an die Kinzig gekommen, aus dem französischen Angers der Champions-League-erprobte „Hanauer Bub“ Thomas Keinath. Der 2009/10 bärenstarke Steffen Mengel und Jugendeuropameister Patrick Franziska waren an Bord geblieben. Zudem hatten die Brüder-Grimm-Städter unmittelbar vor Saisonbeginn die Trainingsgruppe Helmut Hampls von Höchst im Odenwald nach Hanau verlegt. Man hatte in Steine und Beine investiert und hegt bekanntlich große Pläne, was die Zukunft des Tischtennis an der Kinzig betrifft. Für 2010/11 strebte die TGH einen Platz im gesicherten Mittelfeld an.
Doch es kam ganz anders, es wurde eine regelrechte Seuchen-Saison, in der eine Menge schief lief und einige der Spieler sich gegenseitig mit ihrer Nervosität ansteckten. Zudem fiel Hoffnungsträger Mengel verletzungsbedingt monatelang aus. Man war – nach einer schwarzen Serie von sieben drastischen Niederlagen – tief verunsichert und praktisch bis zum letzten Spieltag in den Kampf um den Klassenerhalt verstrickt. Immerhin ging zum Saisonende noch ein Ruck durch die Truppe, die die beiden entscheidenden Partien in Gräfelfing und gegen Herne gewann und somit den sportlichen Klassenerhalt auf Platz acht doch noch halbwegs komfortabel unter Dach und Fach bringen konnte.
Bezeichnend: Kein einziger TGH-Spieler konnte eine positive oder ausgeglichene Bilanz verbuchen. Mit 518 Besuchern pro Partie liegt Hanau wenigstens noch geringfügig über dem Liga-Schnitt und belegt in der Zuschauertabelle Rang vier.
Trainer Helmut Hampl sagte nach dem Saisonfinale gegen Herne: „Wir haben uns sehr intensiv auf die beiden letzten Spiele in Gräfelfing und gegen Herne vorbereitet und mit den in diesen beiden Partien gezeigten Leistungen bin ich voll und ganz zufrieden. Wenn wir immer so gespielt hätten, hätten wir nicht gegen den Abstieg spielen müssen. Für uns war es wichtig, den sportlichen Klassenerhalt zu schaffen. Nächste Saison werden wir eine stärkere Mannschaft am Start haben.“
Die personellen Konsequenzen sehen folgendermaßen aus: Yang Zi geht, Ruwen Filus kehrt zurück, zudem ist ein spielstarker Asiate als Spitzenspieler im Gespräch. Künftig werden die ambitionierten Hessen wieder über einen Fünfer-Kader verfügen. (DTTL) +++