Sonnige Witterungsverhältnisse kamen dem ausgezeichnet besetzten Starterfeld entgegen. Rund 1000 Zuschauer hatten den Weg nach Hohenzell zum legendären Ewald-Pauli-Ring des Motorsportclubs (MSC) Schlüchtern gefunden und wurden mit spannenden, engen Rennen belohnt. Marko Paulowitsch war beim 54. ADAC Autocross Schlüchtern 2. Lauf zur Deutschen Meisterschaft auf seiner Heimstrecke nicht zu schlagen und gewann sowohl die Tageswertung als auch das Finale der Serientourenwagen. Bereits das Zeittraining beherrschte der Merneser Ford Fiesta Pilot am Samstag vor Tobias Esser ( Steinau) und sicherte sich am Sonntag mit 2. Vorlaufsiegen die Tageswertung vor Nikolas Albrecht und Dennis Vesper. Angefeuert von den Fans sah er auch im Finale als erster die schwarz-weiß-karrierte Zielflagge. „Ich wollte zwar unter die ersten drei Plätze vorfahren, habe aber mit diesem Erfolg nicht gerechnet“, so Paulowitsch, der den hervorragenden Zusammenhalt im Team als Grundstein für diesen Erfolg ansieht.
Gut aufgelegt und vielleicht etwas übermotiviert zeigten sich auch die hiesigen Asse in der Klasse der Spezialtourenwagen. So musste sich Sebastian Tauber nach Unfällen in den Vorläufen mit Platz 5 in der Tageswertung zufrieden geben und verpasste im Finale als Vierter nur knapp einen Podestplatz. In dieser Klasse lieferten sich der amtierende deutsche Autocross-Meister Fabian Hantke auf Audi A4 Quattro und der Rallycross Vizemeister Ignaz Schneider auf Lancia Delta Integrale mitreisende Duelle über alle Rennen am Wochenende. Während Ignaz Schneider das Zeittraining für sich entscheiden konnte, sicherte sich Fabian Hantke mit 2 Vorlaufsiegen die Tageswertung, für welchen sich Ignaz Schneider jedoch im Finale wieder revanchierte und das Finale für sich entscheiden konnte.
Mit Spannung erwarteten die Fans das Duell zwischen den beiden Brüdern aus Gründau, Steven und Niklas Laubach, die mit ihren Peters-Kawasaki-EB in der Klasse der Spezialcrossbuggys bis 650 ccm in der Favoritenrolle waren. Der Mittelhesse Willi Schulze (Kirchhain) sorgte jedoch für eine Überraschung. Schulze gewann die beiden ersten Qualifikationsläufe und verwies die Laubach-Brüder auf die Plätze. Im abschließenden Finallauf lies der ehemalige Deutsche Autocross-Meister Steven Laubach jedoch nichts anbrennen und sicherte sich mit einem Start-/ Zielsieg 20 Meisterschaftspunkte vor seinem Bruder Niklas.
Folker Lange (Löptin), der mit seinem Suzuki-EB als Tagesschnellster mächtig Gas gab und viel Staub aufwirbelte, schien der Untergrund des Ewald-Pauli-Rings ebenfalls gut zu liegen. Er baute, mit dem Gewinn der Tageswertung und dem Sieg im hart umkämpften Finale seine Führung in der Deutschen Meisterschaft aus. Kein Glück hatte der MSC-Nachwuchsfahrer Manuel Jäger (Wallroth), der mit einem Motorschaden früh ausschied.
Nachdem der Lokalmatador Patrick Siebert (Schlüchtern) bereits einen Tagessieg durch einen Startverzicht im 3. Vorlauf leichtfertig her schenkte, musste er sich im Finale ebenfalls Jan Hendriks geschlagen geben. So sicherte sich der Wächtersbacher auf seinem Toyota Celica sowohl Tageswertung als auch den Finalsieg und verwieß Torsten Döß auf Suzuki Swift und Lorenz Reichensberger auf Toyota MR2 auf die Plätze. Frank Kern vom MSC Schlüchtern belegte trotz unterlegenem Fahrzeug noch einen beachtlichen 8. Platz. Siebert hatte bereits mit seinem Seat Ibiza beide Vorläufe gewonnen und musste sich, nachdem er im Finallauf den zweiten Gang nicht einlegen konnte, mit Platz sechs begnügen. Die weiteren guten Platzierungen der hiesigen Autocrosser im Sonderlauf lassen auf eine spannende Saison im Bergwinkel-Autocross-Cup schließen, der am 28.Mai am Ewald Pauli Ring ausgetragen wird. Hier wird dann die Autocross-Szene von den Sprintrennen zu den Langstreckenrennen wechseln. Alle Ergebnisse des Autocross Wochenendes können auf www.msc-schluechtern.de eingesehen werden.
„Wir haben spannende und faire Rennen gesehen. Sowohl die Fahrer als auch der MSC Schlüchtern konnte den Zuschauern einen tollen Motorsporttag bieten und alle wurden sogar noch mit einem Heimsieg belohnt!“, so das zufriedene Resümee des MSC-Vorsitzenden Harald Köpf, der wie auch der routinierte und überzeugende Rennleiter Jürgen Schäfer bereits den weiteren Rennen in dieser Saison entgegenfiebert. Ausserdem bedankt sich der MSC Schlüchtern nochmals bei allen Helfern, Gönnern, Fahrer und Zuschauer und hofft alle bei den nächsten Veranstaltungen wieder herzlich willkommen zu heißen. So wird desweiteren am 9./10. Juli und 8./9. Oktober die Deutsche Rallycross Meisterschaft ausgetragen und bietet allen Motorsport Interessierten einen besonderen Leckerbissen. So soll es dann wieder heißen: „Auf zum MSC Schlüchtern!“ und natürlich wäre es super, wenn jeder bisherige Fan und Gönner sich einen Neuling sucht, um diesen vom Motorsportvirus beim MSC Schlüchtern überzeugen zu lassen. +++