Wer in diesen herrlichen Sommertagen das "Aushängeschild" der osthessischen Freibäder, das "Rosenbad" in Fulda, besucht, erlebt Seltsames: da verkauft der Chef das Eis in kleinen Portionen, den Kaffee gibts nur in Bechern statt in Tassen und kassiert wird inklusive heiße Würstchen mit Brötchen alles "per Handkasse". Viele Badegäste "maulen" ob dieser Zustände, für die die GWV-Tochter "Bäder-Betriebs-Gmbh" (BBG) überhaupt nichts kann. Der Grund: vier Tage vor Saisonbeginn hat der vermeintlich neue Pächter der BBG einen "Korb" gegeben und auch die Schlüssel zurückgebracht. "Ich finde kein Personal für die Hochsaison" sagte der Fast-Pächter der entsetzten BBG-Leitung, die dadurch vor einem "Riesenproblem" stand, nämlich: es gab keinen Pächter für die Cafeteria mit immerhin 130 Sitzplätzen im Innen-und Außenbereich. Für ein florierendes Freibad ist so etwas "eine Katatrophe" meinte Chef-Bademeister Peter Bolz gestern Abend im Gespräch mit "osthessen-news".
Seit fast zehn Tagen versuchen nun Mitarbeiter den Wünschen der Badegäste etwas gerecht zu werden. Das Problem: es wurde natürlich von dem fehlenden Pächter keine Ware mittelfristig geordert. Deshalb versucht die BBG-Leitung mit regionalen Lieferanten wie GROMA oder der Hochstift-Brauerei die notwendigen Lebensmittel und Getränke zu beschaffen. Es gibt "provisorische Lieferungen" und paralell dazu werden krampfhaft Mitarbeiter für den Service gesucht.
Ein schwieriges Unterfangen nicht zuletzt wegen der witterungsabhängigen Kundschaft und Geschäfte. Doch Peter Bolz sagt: "Es gibt nur eines: entweder volle Pulle oder nix". Aber an "nix" will die BBG gar nicht denken und sucht ganz intensiv nach einer Lösung. Schließlich kann dieser Zustand während der Saison nicht bestehen. Etwa 140.000 Gäste zählt das Rosenbad pro Saison - und diese Zahl könnte ohne Cafeteria "massiv rückläufig" sein.
Nach Angaben der BBG-Geschäftsführers Albert Juling war im Oktober 2010 abzusehen, dass die Zusammenarbeit zwischen dem letzten Pächter und der Gas- und Wasserversorgung Fulda GmbH nicht mehr fortgeführt werden konnte. Deshalb habe die GWV im November in einer Anzeige einen Pächter für beide Objekte (Freibad Rosenau und Sportbad Ziehers) gesucht. "Wir haben inzwischen mit 5 Bewerbern Konzepte besprochen, Ortsbesichtigungen durchgeführt und Vertragsmodalitäten erörtert. Zu einer Vereinbarung konnte sich kein Bewerber entscheiden. Die Höhe des Pachtzinses war nie das ausschlaggebende Kriterium" erklärte Juling gegenüber "osthessen-news.de.
So gab es für die BBG zum Saisonbeginn 1. Mai nur zwei Möglichkeiten, erklärte Juling. Die Cafeteria bleibt vorerst ganz geschlossen oder provisorischer Betrieb mit reduziertem Angebot durch die BÄDER BETRIEBS GMBH Mitarbeiter. Man habe sich im Interesse der Badegäste für die 2. Möglichkeit entschieden und bitte um Verständnis, wenn nicht alles wie gewohnt angeboten wird, "Wir sind personell für den Betrieb einer Cafeteria nicht ausgestattet, freuen uns aber, dass das Personal eine erhöhte Leistungsbereitschaft zeigt und Mehrarbeit für die Cafeteria leistet". in der Cafeteria arbeiteten nur Mitarbeiter, die sonst an der Kasse oder im Service tätig seien, es würden keine Aufsichtskräfte abgezogen und in der Cafeteria beschäftigt.
Zur "aktuellen Lage" sagte Juling, dass man jetzt in Verhandlung mit drei Bewerbern stehe und zuversichtlich sei, innerhalb der nächsten 2 Wochen einen Vertragspartner zu finden. Bis zu dieser Entscheidung wolle man den "provisorischen Betrieb" aufrechterhalten. Angeboten würden kalte Getränke, Kaffee, Kuchen, heiße Würstchen und Eis, aber wegen Hygienefragen "keine Pommes frites, Bratwürstchen und Salate" (ma). +++
