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Heißer Kampf um die Spitze. Das „Lingmann-Baby“ vorne.

Fahrerwechsel. Christian Leutheuser übernimmt - Fotos: Höhn

17.05.11 - MOTORSPORT

Erfolg für Lingmann-Team bei 42. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy

Die Überraschungssieger der 42. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy heißen Marco Seefried (Wemding) und Jamie Melo jr. (Brasilien), auf einem Ferrari F 458, vom Hankook-Team Farnbacher. Sie verhalfen dabei Ferrari zum ersten Gesamtsieg in einem VLN-Lauf in der 35 jährigen Geschichte der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring.

In einem Wimpernschlag-Finale überquerten sie nach 6 Stunden und 974,5 Kilometern Renndistanz, die Ziellinie mit einem Vorsprung von 0,814 Sekunden, vor Marc Lieb, Timo Bernhard und Arno Klasen, auf einem Porsche 911 GT3 RSR, von Manthey-Racing. Nach Platz 1 im Auftaktrennen und Platz 3 im zweiten lauf, fuhr die BMW-Werksmannschaft mit Jörg Müller, Augusto Farfus und Pedro Lamy mit ihrem BMW M3 GT3, erneut auf das Podium. Da sie die VLN-Läufe als Vorbereitung auf das ADAC Zurich 24h-Rennen nutzen, waren sie mit den bisherigen Ergebnissen hoch zufrieden.

Ebenfalls hoch zufrieden war wieder einmal das Team von Lingmann-Motorsport. Das unter der Bewerbung des MSC Rhön startende Team brachte vier Autos an den Start. Den BMW M3 der Klasse SP6 pilotierten wieder die Franzosen Pierre de Thoisy, Thierry Depoix und Philippe Haezebrouck, die das Rennen ebenfalls als Probe für das 24h-Rennen bestritten.

Die Dreieicher Norbert Schneider, Stephan Köhler und der Königsteiner Axel Hörger fuhren wieder den M3 der Klasse SP5. Ulli Packeisen und Hubert Nacken waren wie gewohnt auf dem M3 der Klasse H3 gesetzt. Der Focus lag bei diesem Rennen allerdings auf dem „Baby“ der Lingmänner, dem 1er-BMW, der von Herbert Lingmann und Christian Leutheuser gemeinsam entwickelt wurde. Es war die Jungfernfahrt des High-Tech-Gerätes aus Bad Königshofen. Die Stammfahrer Wolfgang Kudrass und Christian Leutheuser hatten sich mit Alex Schula verstärkt, der in diesem Jahr aus beruflichen Gründen leider kürzer treten muss. Im Qualifying wurde das Gefährt behutsam auf Renntrimm gebracht. Mit guten 09:04,304 Minuten, war das Position 3 und damit eine gute Ausgangsposition.

Im Rennen übernahm Alex Schula den Startturn. Sofort griff er die Spitzengruppe an. Ein heißer Dreikampf entbrannte an der Spitze, mit ständigen Führungswechseln. In Runde 2 brannte Schula die absolut schnellste Rennrunde seiner Klasse, mit 09:00,149 Minuten (162,415 km/h) in den Asphalt. Dann setzte gegen 12.50 Uhr leichter Regen auf der Döttinger Höhe ein. Da die anderen Streckenabschnitte noch trocken waren, entschied Herbert Lingmann, mit Slicks weiterzufahren. Als allerdings um 13.15 Uhr im Bereich Wehrseifen starken Regen zu vermelden war, begann für alle Teilnehmer das Reifenwechseln. Christian Leutheuser, der das Auto zwischenzeitlich fuhr, rutschte voll in das Sauwetter hinein. Der Regenschauer war zwar heftig aber nur von kurzer Dauer, sodass er um 13.45 Uhr wieder auf Slicks umrüsten musste. Das Wechselspiel an der Spitze ging munter weiter. Das auch optisch Aufsehen erregende knallgelbe Lingmann-Auto zeigte eine tolle Vorstellung, ganz nach dem Geschmack der zahlreichen Zuschauer. Wolfgang Kudrass übernahm von Christian Leutheuser. Auch er zeigte sofort, dass ihm das Auto lag. Wie seine Vorgänger fightete er um die Übernahme der Spitze. Als er in Runde 23 auf der Zielgeraden vorbei jagte, sah man zum Entsetzen der Teammitglieder, starke Rauchentwicklung im Heck des Fahrzeuges.

Sofort wurde er an die Box beordert. Die Diagnose war niederschmetternd. Die Ölpumpe für den Differenzialkühler war wegen einer durchgebrannten Sicherung ausgefallen. So kam es zur Überhitzung des Differenzials, wobei der Dichtring zur Kardanwelle durchbrannte und das austretende Öl auf dem heißen Auspuff verbrannte. Das war das Aus. Trotz der Enttäuschung war auch Zufriedenheit zu spüren, denn das Auto hatte durch eine unglaubliche Performance überzeugt. Nun bleiben noch zwei Rennen, um es für das 24h-Rennen standfest zu machen.

Ulli Packeisen und Hubert Nacken gingen von Position zwei in das Rennen. Da der ehemalige DTM-Mercedes Evo II von Vater und Sohn Schall von der Leistung her unerreichbar für sie war, ging es um das Absetzen von den Verfolgern. Packeisen ging das Risiko im Regen ein, nicht auf Regenreifen zu wechseln. Das brachte ihm in einer tollen Leistung Distanz zu den Verfolgern und der Abstand zu den Schalls wurde kleiner. Da deren Auto wie ein Uhrwerk lief, musste man ihnen den Sieg überlassen. Belohnt wurden sie trotzdem. Rang 24 im Gesamtklassement mit dem schon recht betagten M3 zeigt, dass die Lingmann Autos sehr zuverlässig sind.

Die drei schnellen Hessenjungs Schneider/Köhler/Hörger, fuhren in der gleichen Klasse wie Christian Leutheuser, wiederum ein taktisch kluges Rennen. Sie hielten sich aus dem Dreikampf an der Spitze heraus, schnappten sich den Live Strip BMW und belegten einen tollen dritten Platz. Ganz oben auf dem Treppchen landete das französische Trio de Thoisy/Depoix/Haezebrouck. Mit einer perfekten Konstanz blieben sie dem führenden BMW Z4 von Dörr-Motorsport auf den Fersen. Als dieser in der Mercedes-Arena auf einer Ölspur ausrutschte und von der Strecke flog, war der Weg für einen tollen Sieg frei. Da Bergung und Reparatur des Dörr-Autos vier Runden in Anspruch nahm, konnte man diesen in aller Ruhe nach Hause fahren. Das nächste Rennen findet am 28. Mai mit dem 53. ADAC ACAS H&R-Cup statt. +++


Die Siegesträume lösen sich in Rauch auf. Noch im Auto, Wolfgang Kudrass.

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