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04.06.11 - Großbardorf

Voltigieren: Tage voller Akrobatik und sportlicher Eleganz auf und mit Pferden

Das hat man im ganzen Landkreis Rhön-Grabfeld und weit darüber hinaus noch nicht erlebt: Zwei Tage voller Akrobatik und sportlicher Eleganz auf und mit Pferden. Ausrichter von Voltigierturnier und Voltigiertag und damit einmal mehr allen Reitvereinen der Region weit voraus war der Reit- und Fahrverein Großbardorf. War der erste Tag dem sportlichen Ehrgeiz im Voltigieren auf allerhöchstem Niveau gewidmet, stand der Sonntag verschiedenen Wettbewerben für Jugendliche und Nachwuchsvoltigierer mit breitensportlichen Spielen zur Verfügung. Kenner der Szene sprechen von „unglaublich Zauberhaftem“, von „Mitreißendem“ und von „Faszination“. Davon konnten sich zahlreiche Besucher persönlich ein Bild machen.

In Kooperation mit dem renommierten Voltigierverein Rhön/Palmsberg aus Unterebersbach, dem einzigen im Landkreis Rhön-Grabfeld übrigens, wurde in Großbardorf die ganze Bandbreite dieser Sportart gezeigt. Voltigieren ist eine Mischung aus Akrobatik, aus tänzerischer Leichtigkeit, aus Vorführungen, die aus Pflicht und Kür bestehen, einzeln oder im Team gezeigt werden, unterlegt mit Musik und immer hoch zu Ross, immer in Gemeinschaft mit Kumpel Pferd. Das schweißt zusammen und verlangt eine hohe Bindung zwischen Mensch und Tier.

Damit das jeweilige Pferd nicht über Gebühr strapaziert wird, trainieren Voltigierer ihre Übungen auf einer Tonne, die einem Pferd weitgehend nachgebildet ist, unendlich strapaziert werden kann und nichts übel nimmt. Die Reithalle war geteilt: auf der einen Hälfte bereitete sich eine Gruppe für die Prüfung vor, auf der anderen Hälfte lief die Prüfung vor gestrengen Richteraugen ab.

Gleich an mehreren pferdigen Tonnen wurde geübt und ausprobiert, so dass die Zuschauer wirklich alle Facetten des Voltigierens erleben konnten. Stetig wechselten sich Akrobatik, Gruppenvorführen, Tänze, Doppel- und Einzelvorführungen ab. Dazu braucht es einen erfahrenen Longenführer und ein Pferd, das willig und ausdauernd Runde für Runde je nach Verlangen in Schritt oder Galopp geht und dabei absolut zuverlässig ist. Für das Pferd eine sehr hohe Anforderung, denn bis zu drei Voltigierer sitzen, knien, stehen auf ihm und zeigen dabei noch verschiedene hochakrobatische Figuren. Die Ursprünge des Voltigierens liegen in der Kavallerie. Ziel der Übungen war es, dabei Gleichgewicht, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer der Soldaten zu schulen. Felszeichnungen nordgermanischer Stämme in Südskandinavien, die einen stehenden Menschen auf einem „pferdeähnlichen Tier“ zeigen, datieren sogar noch vor Christi Geburt.

Es entwickelte sich, wie auch aus Grabgemälden interpretiert, das „desultores“, das so genannte Wechselreiten. In dieser beliebten Disziplin führte ein Reiter außer seinem Reitpferd noch ein Handpferd mit, auf welches er nach Belieben und Bedarf wechseln konnte. Aus diesen Quellen geht hervor, dass das Voltigieren eine der ältesten Sportarten überhaupt ist. Auf den Fotos: Im Doppel unterwegs: Pia Marie Bookmann und Nicolai Magsaysay vom Voltigierverein Rhön/Palmsberg auf Diogenes 26 aus Unterebersbach. Was so leicht ausschaut, erfordert viel Mut, Können und Vertrauen. Im Hintergrund üben Mädchen an der Tonne. Fotos Partl +++

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