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24.06.11 - MILTENBERG

Nach tödlichem Absturz von Fallschirmspringer – "Menschliches Versagen"

Der tödliche Absturz eines Fallschirmspringers am Donnerstagmittag bei Miltenberg-Mainbullau (wir berichteten gestern) ist wohl auf einen Fehler des Sprunglehrers bei der Landung zurückzuführen. Das ist das vorläufige Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen. Demnach dürfte der Springer seine Landung gegen den Wind in zu geringer Höhe eingeleitet haben.

Wie bereits berichtet, waren der 44-Jährige zusammen mit einem weiteren Ausbilder und einem Sprungschüler um 12.15 Uhr gestartet. In gut 3.000 Meter erfolgte der Absprung der drei Männer. Bis kurz vor der Landung verlief der Fallschirmsprung völlig normal. Bei der Landung stürzte der Sprunglehrer, der mit über 10.000 Absprüngen als äußerst erfahren gilt, auf dem Gelände des Flugplatzes Mainbullau ab. Er erlitt dabei u.a. schwerste Kopfverletzungen, denen er trotz intensiver Reanimationsmaßnahmen an Ort und Stelle erlag. Die beiden anderen Springer hatten ihre Landung ohne Zwischenfall absolviert.

Noch am Nachmittag kamen Beamte der Kripo Aschaffenburg und ein luftfahrtkundiger Beamter der Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach an den Unglücksort. Bei den zahlreichen Vernehmungen, bei denen neben den beiden Springern, die mit dem 44-Jährigen aus dem Flugzeug gesprungen waren, noch weitere Augenzeugen gehört wurden, verdichteten sich nach und nach die Hinweise darauf, dass ein Fehler des Verunglückten zu dem tödlichem Absturz beim Landevorgang geführt hat.

Nach den jetzt vorliegenden Erkenntnissen wollte der aus dem Landkreis Miltenberg stammende Mann, der mit einem so genannten „Speedfallschirm“ abgesprungen war, der ihm eine seitliche Gleitgeschwindigkeit von etwa 80 km/h erlaubt, gegen den Wind landen. Als er das hierfür notwendige Flugmanöver mit einem dafür erforderlichen Kurvenflug einleiten wollte, dürfte der 44-Jährige schon zu tief gewesen sein. Er schlug deshalb mit immer noch hoher Geschwindigkeit hart auf dem Boden auf und zog sich dabei die tödlichen Verletzungen zu.

Hinweise darauf, dass möglicherweise fehlerhaftes Material zu dem Absturz geführt hat, gibt es zur Zeit nicht. Der Fallschirm wurde jedoch vorsorglich für mögliche Untersuchungen sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg wurde noch am selben Tag über den Vorfall informiert. +++

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