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07.07.11 - REGION

Vorsicht vor Bussardattacken - NABU gibt Tipps für richtiges Verhalten beim Joggen

Beim Joggen im Wald ist derzeit Vorsicht angesagt. Gelegentlich sehen sich Mäusebussarde in der Pflicht, ihre Jungen vor potenziellen Gefahren zu verteidigen. „Dabei kann es passieren, dass sich die gestressten Bussardeltern auf den vermeintlichen Feind stürzen und ihn mit Schnäbeln und Krallen attackieren“, erläutert Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Wenn man ein paar Tipps zum Umgang mit dem Bussard beherzige, könne man aber gefahrlos seinen Waldlauf absolvieren.

Es passiert nur selten, kann aber vorkommen, dass gestresste Greifvogeleltern ihre Jungen vor Menschen schützen wollen. „So einvermeintlicher Feind kann dann durchaus ein harmloser Jogger sein, der nichtsahnend zu nahe am Bussardhorst vorbeiläuft", warnt Eppler. Um sich zu schützen, solle man Ruhe bewahren, den Kopf möglichst gut abschirmen und sich langsam vom Bussard und seinem Horst entfernen. Auf keinen Fall dürfe nach dem Vogel geschlagen werden. "Es ist die Geschwindigkeit, die den Bussard dazu veranlasst, in dem Jogger eine Bedrohung für seine Jungen zu sehen", erklärt der Biologe Eppler. Diese befänden sich jetzt in der Bettelflugphase. Die jungen Vögel seien dann zwar schon flügge, aber noch

nicht selbständig.

Die Eltern fühlten sich in dieser Zeit dazu berufen, ihre Jungen zu verteidigen. Dabei attackierten sie stets die höchste Stelle am Körper. „Man kann versuchen, den Bussard vom Kopf abzulenken, indem man einen Stock oder zumindest die Arme hochhält", rät der NABU- Vogelexperte. Gegen Ende des Monats sei das angriffslustige Verhalten der Greifvögel wieder vorbei. "Die Gefahr eines Angriffs besteht nur während der Aufzucht und ist zudem von Paar zu Paar unterschiedlich. Sobald die Jungen selbständig sind, kehrt bei den Eltern wieder Ruhe ein", so Eppler weiter.

Normalerweise sind Bussarde friedliche Tiere. Der imposante Luftakrobat ist der häufigste Greifvogel in Deutschland. Er schwebt oft in großen Kreisen am Himmel und hält von Sitzwarten aus Ausschau nach Beute, die hauptsächlich aus kleinen Säugetieren wie Mäusen oder Maulwürfen besteht. Vor allem im Winter ist der Bussard häufig auch an Autobahnen zu beobachten, wo er oft auf Schildern sitzt und darauf wartet, dass Aas anfällt. Seinen Horst legt der tagaktive Vogel gern in Waldrandnähe oder an Lichtungen in etwa 10 bis 20 Meter Höhe an. Anfang April legt das Weibchen zwei bis sechs Eier. Die Jungen schlüpfen nach etwa fünf Wochen und sitzen noch einige Wochen im Nest. Selbst nach dem Ausfliegen werden die Jungbussarde noch etwa fünfzig age von den Altvögeln versorgt, bevor sie selbständig sind.

In dieser Zeit verhält sich der Bussard territorial und verteidigt seinen Nachwuchs nicht nur gegenüber anderen Tieren. Deshalb gilt es, aufzupassen und die Joggingstrecke ein wenig abzuändern, sollte man Jungvögel oder Elterntiere in der Nähe bemerken. Spaziergänger und Biker bleiben in der Regel unbehelligt.+++

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