„Der Weltrekord ist wieder da, wo er hingehört!“ So lautete das Fazit von Challenge-Chef Felix Walchshöfer. Andreas Raelert holte den Rekord mit unglaublichen 7:41:33 zurück nach Roth - nur eine Woche zuvor war die 14 Jahre alte Rother Weltbestzeit beim Ironman in Klagenfurt unterboten worden. Bei den Frauen machte Chrissie Wellington ihren Hattrick perfekt und siegte ebenfalls in neuer Weltbestzeit. Dabei waren nur vier Männer vor ihr. „Dann bin ich halt die zweite Frau,“ scherzte der nach ihr einlaufende mehrfache Rothsieger Lothar Leder.
Bildunterschrift: Martin Göb jagt seinen Rekord.
An der Jubiläumsveranstaltung in Roth nahmen auch sechs Sportler von Tri-Force Fulda teil. Bereits morgens um 06.45 Uhr starteten die mehrfache Ironman-Teilnehmerin Linda Krebel (45) aus Poppenhausen mit dem „Rookie“ (Neuling beim Triathlon) Heike Nagel (53) aus Kohlhaus. Im 21 Grad warmen Wasser mussten 3,8 Kilometer schwimmend bewältigt werden. Rolf Mayrhörmann, ebenfall Debütant über die Langdistanz, benötigte dafür schnelle 1:04 Stunde. Er startete um 07:20 Uhr in der achten von 14 Startgruppen und war damit „Verfolger“ der beiden „Mädels“, die 1:22 Stunde bzw. 1:25 Stunde schwammen. Bei warmer Witterung wurde dann auf die 181 Kilometer lange Radstrecke gewechselt. Zwei Runden galt es hier zu bewältigen.
Während sich Linda an die Zeitvorgaben ihres Betreuers hielt, lag Heike bereits nach der ersten Runde fast 30 Minuten vor der Rad-Zielzeit. „Die wird spätestens beim Laufen dafür die Quittung bekommen,“ prophezeite ihr Ehemann, der selbst bereits vier mal in Roth durchs Ziel gelaufen war und erfolglos versuchte, seine Frau auf dem Rad zu bremsen. Rolf Mayrhörmann fuhr pulskontrolliert innerhalb seiner Möglichkeiten und stieg nach 5:42 Stunden vom Rad. Nur vier Minuten länger brauchte Linda Krebel, die sich ganzjährig als Trainerin in einem Sportstudio ihre Radqualitäten auf dem Spinningrad sichert. Mit einer nicht erwarteten Radzeit von 6:34 Stunden, 40 Minuten vor dem Plan, wechselte Heike Nagel auf die Laufstrecke.
Mittlerweile war es zunehmend schwüler geworden. Das bekam vor allem der zu schnelle „Rookie“ zu spüren. Sie hatte mit Schwüle und Wechsel am meisten zu kämpfen und musste von den vielen angereisten Vereinskameraden bereits während der ersten 5 Laufkilometer mehrmals zum Weiterlaufen überredet werden. „Langsam weiter laufen, essen und trinken – du erholst dich wieder,“ das war der Tipp des zwölfmaligen Ironmanfinishers Jürgen Brähler aus Welkers. Und er sollte Recht behalten. Rolf Mayrhörmann finishte sichtlich konzentriert in hervorragenden 11:23 Stunden. In persönlicher Bestzeit von 11:39 Stunden lief Linda Krebel bei noch guter Witterung in ein überfülltes Zielstadion und genoss den Beifall der Zuschauer. Zu dieser Zeit war Heike noch auf der Strecke. Hier warnten Lautsprecherdurchsagen der Polizei vor einem schweren Unwetter. Den Läufern wurde empfohlen, sich in Sicherheit zu bringen, der Veranstalter lehnte jegliche Haftung beim Weiterlaufen ab.
Ab Kilometer 34 kam es dann zu Schlagregen, Blitz und Donner mit heftigsten Sturmböen. Die meisten Sportler, und auch die Streckenposten, gingen das Risiko ein und machten weiter. Mit einer „unterirdischen“ Laufzeit von 5:07 aber einer guten Gesamtzeit von 13:16 Stunden beendete Heike Nagel ihre erste Langdistanz. Der Schwimm- und Radvorsprung war zwar deutlich geschmolzen, aber immerhin erreichte sie das Ziel noch 14 Minuten schneller als errechnet. Bei strömendem Regen lief sie unterkühlt in das witterungsbedingt fast leere Triathlonstadion in Roth ein und genoss mit ihrer Familie weinend den glücklichsten Moment ihrer sportlichen Laufbahn. „Heute habe ich mir meinen größten Traum erfüllt,“ sagte sie im Ziel, wo sie von der Weltrekordlerin Chrissie Wellington zu ihrem Finish beglückwünscht (Foto) wurde. Motiviert stand sie bereits einen Tag nach dem Wettkampf in der Warteschlange zur Anmeldung für die 11. Challenge Roth im Jahr 2012.
Dann wollten auch die Staffelteilnehmer von Tri-Force Fulda wieder starten. Drei Sportler teilten sich bei diesem Wettbewerb die Langdistanz. Annett Näser legte beim Schwimmen den Grundstein für einen 31. Platz. Martin Göb unterbot seinen eigenen Rekord und legte die Radstrecke in 4:57 Stunden mit einem fast 37er Durchschnittstempo zurück. Gefolgt von Alex Thul, der den abschließenden Marathon in 3:28 Stunden bewältigte. Hand in Hand und überglücklich liefen die drei gemeinsam nach 9:54 Stunden ins Ziel.+++

Staffel - Alex, Annett, Martin.

Annett mit Weltrekordler und Challenge-Sieger Andreas Raelert.

Heike mit Weltrekordlerin und dreifacher Challenge-Siegerin Chrissie Wellington.

Rolf Mayrhörmann bei KM 150.

Linda Krebel am Berg.

Annett Näser vor dem Schwimmstart.

Heike - hier lief es noch optimal.

Heike bei km 4 - Aufgeben?

Schwimmziel erreicht.