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05.08.11 - Bad Neustadt

Segelflug-Erlebnisse beim Aero-Club - Gäste aus Münster und Telgte da

Über 200 Gäste erwartet heuer der Aero-Club auf dem Flugplatz hoch droben über Mühlbach. Das ist eine sehr beachtliche Anzahl, bedenkt man, dass die Gäste mit ihren Angehörigen gleichzeitig als Touristen Bad Neustadt und Umgebung ausgiebig erkunden, so der stellvertretende Vorsitzende des Aero-Clubs, Bernhard Hofmann. Jüngst begrüßte er rund 50 Flugsportfreunde der eng befreundeten Segelgruppen aus Münster und Telgte.

Bildunterschrift: Freuen sich über die guten Bedingungen des Aero-Clubs am Grasberg in Bad Neustadt: Die Gäste der Segelfluggruppen aus Münster und Telgte mit Bernhard Hofmann (2. Vorstand Bad Neustadt, rechts) und Kurdirektorin Angelika Despang (vierte von rechts): Foto Partl

Wer in diesem Sommer auf sonnige Tage wartet, und Sonne braucht man bekanntlich zum Segelfliegen, der braucht heuer eine ganze Menge Geduld. „Aber Geduld brauchen Segelflieger ohnehin, das ist ja nichts Neues“, erklärte Edgar Ueköffer, Fluglehrer der Gruppe lachend, die jüngst Quartier nahm auf dem Grasberg, nicht zum ersten Mal übrigens. Ueköffer brachte das herrliche Ambiente auf dem Flugplatz in Bad Neustadt ins Spiel. Solche prima Bedingungen findet man nicht so oft, noch dazu die herrliche Aussicht weit in die Rhöner Landschaft hinein. „Dass wir schon zum dritten Mal hierhergekommen sind, sagt doch eigentlich schon alles“, so der Fluglehrer.

Als Organisatoren fungiert mit ihm noch sein Fluglehrer-Kollege Gregor Arnsberg, die Namensgleichheit mit einem Rhöner Berg ist schlicht Zufall, sowie Rolf Bieckmann. Zusammen zählt die muntere Gruppe rund 50 Segelflieger, darunter eine starke Jugendgruppe mit 15 Schülern zwischen 14 und 18 Jahren. Der älteste Kamerad zählt schon weit über 80 Jahre, ein quicklebendiger Beweis dafür, dass man diesen Sport bis ins hohe Alter hinaus ausüben kann.

Tochter Gesa Ueköffer zählt ebenfalls, aber nur „erfahrungshalber“ zu den alten Hasen. Erst vor wenigen Tagen konnte sie sich mit ihrem Fluggerät dank günstiger Thermik über acht Stunden am Stück in der Luft halten, was schon sehr selten ist und einiges abverlangt vom Piloten. Die herrliche Landschaft rund um Nürnberg und in die weitere Umgebung entschädigten sie nachhaltig.

Noch lange nicht so weit sind die Jugendlichen, die beim vierzehntägigen Aufenthalt in Bad Neustadt möglichst ihren Flugschein erwerben wollen. Die Gruppe reiste mit 18 Segelfliegern an, darunter ein Doppelsitzer für den Neuling und seinen hinter ihm sitzenden Fluglehrer. Abhängig davon sind natürlich auch die Wetterbedingungen. Scheint morgens die Sonne, ist mit guter Thermik zu rechnen.

Segelflieger untersuchen die weiteren Wetterbedingungen sehr genau, schließlich kann unter anderem sogar ihr Leben davon abhängig. Schäfchenwolken, ein blumenkohlartiger Himmel – da lacht das Herz des Segelfliegers, war so und ähnlich aus der Gruppe beim morgendlichen „briefing“, zu hören. Das ist eine Art Lagebesprechung, denn ohne Gemeinschaft und gemeinschaftliche Erkenntnisse geht nichts beim Segelsport. Einzelkämpfer wären hier total fehl am Platz.

Die mitgebrachte motorisierte Seilwinde zeigte sich nicht nur als Hingucker schlechthin – es soll auch die kostengünstigste Möglichkeit zum Starten eines Seglers sein. Das knallrote Teil konnte und wollte auch gar nicht seine Feuerwehrvergangenheit von sich weisen. Baujahr 1952 wurde es mit 280 PS aufgerüstet und umgebaut. Mittlerweile habe es rund 20.000 Starts hinter sich gebracht. Den Umgang damit müssen die Flugschüler nun aber auch erst lernen.

Obgleich die Fliegerei auch bei dieser Gruppe natürlich oberste Priorität hat während ihres Aufenthalts am Grasberg, zeigten sich die Gäste für das von Kurdirektorin Angelika Despang vorgestellte Kulturprogramm in und um Bad Neustadt sehr aufgeschlossen. Um Land und Leute näher kennenlernen zu können, hatte sie neben reichlichem Informationsmaterial auch ein Heft mit Geschenkgutscheinen mitgebracht.

Bernhard Hofmann freute sich bei der Begrüßung über die starke und engagierte Gruppe. Seit Anfang Juli waren schon drei Gastfluggruppen aus ganz Deutschland zu Besuch in Bad Neustadt, darunter aus Aschaffenburg und Hamburg. Einige Holländer aus Deelen reisten in den Pfingstferien an, 18 Flieger kamen aus Kerken bei Moers mit Ultraleichtflugzeugen, jetzt also die stärkste Gruppe aus Münster und Telgte. Weitere Gäste werden noch erwartet.

Viele von ihnen waren schon mehrfach zu Gast in Bad Neustadt, was deutlich für die Qualität in Sachen Segelfliegerei hier spreche, freute sich der stellvertretende Vorsitzende des Aero-Clubs. (ger) +++

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