Im Anschluss an die Jubiläumswoche auf der Wasserkuppe, in welcher 100 Jahre Segelflug an dessen Geburtsort gefeiert wurde, trafen sich auf Einladung des Rhönflug Fulda e.V. vom 01. bis 05. August 2011 die Piloten der „Youngtimer“ unter den Segelflugzeugen, welche die Geschichte dieses Sportes doch entscheidend geprägt haben. So handelt es sich hierbei um Flugzeuge aus den 50ern, 60ern und 70er Jahren, die noch immer im Einsatz sind – teils bei Liebhabern, teils aber auch noch im täglichen Schulbetrieb. Somit haben einige Flugzeuge, die beim 5. Youngtimertreffen für K6, 7 und 8 auf der Wasserkuppe dabei waren, die Hälfte der bisherigen Segelflug-Epoche miterlebt.
Unterschiedlicher können die Flugzeuge, welche in der Woche des Segelflug-Grandprix und in der „Youngtimer-Woche“ auf der Wasserkuppe zu bewundern waren, jedoch kaum sein. Stellen die aerodynamisch ausgefeilten Maschinen der Wettbewerbspiloten die momentane Spitze in der technischen Entwicklung des Segelfluges dar, erlauben die Flugzeuge der Holz- und Gemischtbauweise einen Blick in die Vergangenheit, in der sie die Krönung der Technik waren. Insbesondere ist hier beachtlich, welcher Aufwand beim Bau der Segelflugzeuge getrieben wurde und welche auch im Vergleich zu heute respektablen Flugleistungen erreicht werden können.
Dieses zeigte sich auch in den Wettbewerben, die die Piloten austrugen. So gelang es Daniel Schoeneck, der mit seiner K6 aus der Schweiz nun schon zum vierten Mal angereist ist, ein knapp 200km langer Flug. Ebenfalls sehr erfolgreich war Florian Ruckert mit seinem zeitlich längsten Flug mit Start an der Winde. Er schaffte es 1,5 Stunden in der Luft zu bleiben.
Bei den Flugzeugen handelt es sich um Maschinen, welche bei der Firma Schleicher in Poppenhausen gebaut und von Rudolf Kaiser, einem (wenn nicht sogar dem) der bedeutendsten Konstrukteure der Segelfluggeschichte, entworfen wurden. Die K6 stellte damals die Weltspitze der Hochleistungsflugzeuge, die K7 als Doppelsitzer und die K8 als Ihr einsitziges Pendant den soliden Grundstock der Segelflugausbildung dar. Wettermäßig zeigte sich die Wasserkuppe wie man sie so oft kennt – wechselhaft. Dennoch machte man das Beste daraus. An drei Tagen wurde geflogen und man konnte etwa 150 Starts machen, davon 75 an einem Tag an der Winde. Das ureigene Rückholsystem, welches auf der Wasserkuppe entstand und vom Rhönflug Fulda e.V. gepflegt wird, versetzt jeden, der es noch nicht kennt, in Staunen. Es ist zu bedenken, dass aufgrund des Wetters der erste Start erst um 13 Uhr herausging und prinzipbedingt nur ein Seil zur Verfügung steht. Jedoch ist die Startfrequenz mit einem Abstand von 4 Minuten zwischen den Starts erheblich höher als bei konventionellen Doppeltrommelwinden. Wurde nicht geflogen, bot die Wasserkuppe mit den historischen Gebäuden und dem Segelflugmuseum ein ansprechendes Rahmenprogramm. Das Flair der Wasserkuppe macht das Treffen so einmalig, dass es mit Worten kaum zu beschreiben ist.
Somit kamen die Teilnehmer voll auf Ihre Kosten. Neben etlichen „Wiederholungstätern“ waren auch viele neue Gesichter zu dem Treffen gekommen – diesmal erstmalig auch aus den Niederlanden. Insgesamt nahmen am Treffen 20 Flugzeuge mit 50 Piloten teil. Eine Wiederholung ist für den Sommer des nächsten Jahres geplant und man freut sich schon auf ein Wiedersehen in 2012!
Last but not least gilt es, den Unterstützern des Treffens zu danken. Dank geht an Leo Echtermeyer und seine Uhrenmanufaktur „Zeitflügel“, welche als Preise für die Wettbewerbe des Treffens hochwertige Fliegeruhren zur Verfügung stellte. Ebenso dankt man dem OSC Wasserkuppe, welcher bei kleineren Weh-Wehchen an den Flugzeugen mit Rat und Tat zur Seite stand. Die perfekte Logistik der Fliegerschule Wasserkuppe und die Flugplatzeinführung von Harald Jörges rundete die Unterstützung des Treffens ab.+++