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Die Porsche-Arena in Stuttgart bleibt Schauplatz der Endrunde um den Deutschen Tischtennis-Pokal. Unser Bild zeigt das Duell zwischen Patrick Baum (Düsseldorf) gegen den Fulda-Maberzeller Wang Xi vom Januar 2011. - Archivfoto: Hendrik Urbin

17.08.11 - FULDA

"Tischtennis mächtig pushen" - TTBL-Chef SCHAD: "Viel mehr Emotionen"

"Das ist mein Ding. Ich komme aus dem Tischtennissport und bin froh, dass ich hier bin", freut sich Nico Stehle über sein Engagement in der neu gegründeten TTBL. Der 30-jährige ehemalige Bundesligaspieler und BWL- sowie Sportstudent leistet als erster Geschäftsstellen-Leiter der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) Aufbauarbeit. Seit sechs Monaten lenkt er gemeinsam mit dem Fuldaer Claus-Dieter Schad (Foto links) die organisatorischen Geschicke der Profisportler im Oberhaus des deutschen Tischtennissports. Die zehn Bundesligisten hatten sich wie mehrfach berichtet vom Deutschen Tischtennis Bund gelöst und einen eigenständigen Spielbetrieb gegründet. Ganz nach den Vorbildern etwa im Fußball, Handball und Basketball. DFL, HBL, BBL sind die Vorbilder, welche nach Angaben von Stehle "uns noch viele Schritte voraus sind". Während Düsseldorf die sportliche Hauptstadt im Tischtennissport ist, laufen in Fulda nun die organisatorischen Fäden zusammen.In der Marktstraße hat die TTBL Sport GmbH ihr Büro bezogen.

"Wir sind sehr gut aus den Startlöchern gekommen. Der Spielbetrieb für unsere erste Saison steht", sagte Geschäftsführer Schad gegenüber osthessen-news. Am 3. September geht es mit dem Hessenderby zwischen dem TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell und dem TTC Hanau los. Zur neuen Serie gibt es einige Änderungen. So wird es kein Schlussdoppel mehr geben. Steht es nach den vier Einzeln 2:2-Unentschieden entscheidet das Duell der jeweils an Nummer zwei gesetzten Spieler um Sieg oder Niederlage. Zudem dürfen die Trainer zwischen den Ballwechseln ihren Spieler im Court "coachen" - etwa durch Zeichen oder Zurufe. "Wir wollen mehr Emotionen und die Mannschaften aufwerten", begründet Schad die gemeinsam beschlossenen Umstellungen. Im internationalen Tischtennis - zum Beispiel in der Champions League - werden ebenfalls keine Doppel mehr gespielt.

Die Tischtennis-Fans dürfen sich auf eine weitere Neuerung freuen: Die Endrunde um die Deutsche Pokalmeisterschaft wird künftig in einem Zwei-Tages-Turnier mit acht Mannschaften gespielt. "Wir haben uns für die kommenden drei Jahre mit der Porsche Arena in Stuttgart vertraglich gebunden", sagte Schad und freut sich, dass die Schwaben dem Pokalevent ein tolles Ambiente bieten. Der Termin für die Endrunde der Saison 2011/2012 steht bereits fest: Am 6. und 7. Januar 2012 treffen sich die Tischtennis-Stars und ihre Fans in Stuttgart.

Nachdem der Spielbetrieb auf die Beine gestellt ist, wollen die Macher der TTBL nun die nächste Phase in Angriff nehmen. "Wir versuchen, die Liga direkter zu vermarkten. Ziel ist, die TTBL ins Bild zu setzen", erklärte Schad. Vor allem der Kampf um Sendeminuten im Fernsehen ist ob der gewaltigen Vorherrschaft von "König Fußball" immens schwierig. Eine gute Alternative bietet das Internet. Ab der kommenden Saison wird jeweils das Topspiel der Woche live im Internet im sogenannten Livestream gezeigt. Doch neben dem Onlineangebot soll Tischtennis zumindest mittelfristig wieder im TV gesendet werden.

Nico Stehle und auch die 23-jährige Studentin Sonja Scholte sehen riesige Entwicklungsmöglichkeiten für den Tischtennissport in Deutschland. Rund 600.000 aktive Spieler gibt es in über 10.000 Vereinen. Scholte studiert Journalismus und PR in Gelsenkirchen und nach einem Praktikum bei Borussia Düsseldorf arbeitet sie nun gemeinsam mit dem Chef Claus-Dieter Schad und Nico Stehle (spielt übrigens weiterhin Tischtennis beim Regionalligisten Herborn-Seelbach) in der TTBL-Zentrale in Fulda mit. Die drei Macher haben Tischtennis förmlich im Blut. Es ist ihr Ding. Weitere Informationen im Internet unter der Adresse http://www.ttbl.de (Hans-Hubertus Braune) +++



Claus-Dieter Schad, Geschäftsführer der TTBL Sport GmbH, Journalismus-Studentin Sonja Scholte und Geschäftsstellen-Leiter Nico Stehle (von links). - Foto: Bene Reinisch


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