Erfolgreich war der Auftakt der Deutschen Meisterschaften im Sportschießen für die Hessen. Sie errangen am ersten Tag der bundesdeutschen Titelkämpfe auf der Olympiasportstätte Hochbrück am Nordrand von München eine Gold-, vier Silber- und vier Bronzemedaillen. Für den größten hessischen Triumph sorgte die Juniorenmannschaft des SV Kriftel im Main-Taunus-Kreis. Das neu formierte Team gewann die Mannschaftsmeisterschaft Olympische Schnellfeuerpistole der Junioren (U 21) mit einem neuen deutschen Rekord: 1703 Ringe. Mit dieser neuen Höchstmarke verbesserten die Hessen die Bestmarke um sieben Zähler. Die Zugabe für das erfolgreiche Trio waren Silbermedaillen im Einzel durch Aaron Sauter (Junioren A – U 21) und Victor Weck (Junioren B – U 19) sowie Bronze für den EM-Dritten Oliver Geis (Junioren A – U 21).
Silber für Thomas Hucke
Er war die Überraschung im Luftpistolenwettbewerb der Männer: Thomas Hucke vom SV Leimsfeld im Schwalm-Eder-Kreis. Der 39-jährige Industriemechaniker überbot seine eigene Bestleistung schon der Qualifikation. Mit 575 Ringen erreichte der Leimsfelder erstmals ein Finale bei einer Deutschen Meisterschaft. Bei fünf DM-Starts zuvor hatte er das nicht geschafft. „Auf jeden Fall bin ich schon einmal Achter. Das ist für mich ein Riesenerfolg“, hatte Thomas Hucke bei der Vorstellung vor dem Finale noch ein wenig tief gestapelt. Auf jeden Fall gab ihn diese Einstellung die Sicherheit, das Abschlussmatch der besten Acht von der fünften Position aus gelassen anzugehen. Die Taktik bewährte sich. Der vorjährige hessische Meister überrundete die Konkurrenz mit Treffern von 10,7 bis 10,2 in den ersten sechs Runden. Die Folge: Thomas Hucke übernahm ab der dritten Runde die Spitze, an der er bis zum siebten Durchgang hielt. „Dann kam das große Zittern“, sagte der Leimsfelder nach dem Finale. Er hätte auch nicht auf den Monitor schauen sollen, auf dem sein Name ganz oben stand. Erst eine 9,5 und dann eine 8,8 brachten ihm vom Goldkurs ab. Der Altinternationale Hans-Jürgen Bauer-Neumaier aus Freilassing/Bayern zog an ihm vorbei und holte sich den deutschen Meistertitel. Doch Thomas Hucke verteidigte im Endspurt mit einer 9,8 und 9,5 den Vizerang, der ihm mit Silber seine erste Medaille bei einer Deutschen Meisterschaft einbrachte. Der Leimsfelder hatte mit 99,8 Ringen das beste Finalergebnis erzielt.
Christian Reitz fällt zurück
Glücklos war der zweite hessische Starter im Luftpistolenfinale der Männer: Christian Reitz vom SV Kriftel. Der Olympiadritte von Peking 2008 hatte die Qualifikation mit 578 Ringen gewonnen, rutschte im Endkampf aber mit 95,8 Ringen auf den sechsten Rang ab. Markus Stark (Hegelsberg Vellmar) verfehlte nur knapp das Finale der besten Acht. Von den sechs ringgleichen Schützen (alle 573) auf den Qualifikationsrängen sieben bis zehn hatte der langjährige Nationalkaderangehörige die schwächste letzte Zehnerserie.
Carina Windhorst auf Anhieb im Finale
Bei den Frauen gelang der hessischen Meisterin Carina Windhorst (Kriftel) mit 377 Ringen der Einzug ins Luftpistolenfinale der besten Acht. In diesem Abschlussmatch verbesserte sich die Aufsteigerin aus der Juniorenklasse vom siebten auf den fünften Rang.
Vizemeister Lars Walker
Der große Wurf sollte ihm nicht gelingen: eine Goldmedaille bei der Deutschen Meisterschaft. Lars Walker sicherte sich die Silbermedaille im Juniorenwettbewerb Freigewehr mit einem zweiten Rang in der Qualifikation, den er auch im Finale sicher verteidigte. „Der Vorsprung von acht Ringen zum ersten Platz war einfach zu groß, um im Finale noch ganz nach vorne zu kommen“, stellte der 18-jährige Student nach dem Endkampf fest. Lars Walker hat noch drei Starts bei der Deutschen Meisterschaft.
Bronze für Julian Justus
Auf jeden Fall im Finale - dieses Ziel erreichte auch Julian Justus von der Homberger SG. Der Vorjahres-Fünfte zog an dritter Position mit 1165 Ringen ins Finale der besten Acht ein, in dem er diese Position mit der besten Endkampfleistung von genau 100 Ringen auch behauptete.
Mengerskirchen auf Bronzerang
Gleich zwei Bronzemedaillen errang der SV Hub Mengerskirchen durch sein Juniorinnenteam in der Zehn-Meter-Hallendisziplin Luftpistole. Die Mannschaft mit Isabella Oberheim, die auch Bronze bei den Juniorinnen B (U 19) errang, Kim Richter und Magdalena Wolf kam auf den dritten Rang mit nur zwei und fünf Zählern Rückstand auf die beiden Spitzenplätze. Die hessische Medaillengewinner und Platzierten unter den besten Zehn am ersten DM-Tag in München: Freigewehr, Männer: 3. Julian Justus (Homberg/Ohm) 1265,0.
Mannschaften: 6. SG Homberg/Ohm 3453.
Junioren: 1. Lars Walker1247,6, 10. Tobias Göbel (beide Eschbach) 1133.
Mannschaften: 4. SV Eschbach 3397.
Luftpistole, Männer: 2. Thomas Hucke (Leimsfeld) 674,8, 6. Christian Reitz (Krifftel) 673,8. 10. Markus Stark (Hegelsberg Vellmar) 573.
Frauen: 5. Carina Windhorst (Kriftel) 475,0.
Juniorinnen A: 10. Kim Richter (Mengerskirchen) 366.
Junirinnen B: 3. Isabelle Oberheim (Mengerskirchen) 374.
Mannschaften: 3. SV Hub Mengerskirchen 1104.
Olympische Schnellfeuerpistole, Junioren A: 2. Aaron Sauter 767,6, 3. Oliver Geis (beide Kriftel) 766,9, 10. Moritz Pfeiderer (Nieder-Ramstadt) 532.
Junioren B: 2. Victor Weck 448, 7. Carl Gero Weiland (beide Kriftel) 529, 10. Maximilian Schneider (Nieder-Ramstadt) 503.
Mannschaften: 1. SV Kriftel 1703 – neuer deutscher Rekord.
Die Ergebnislisten der Hessenmeisterschaftenim Internet auf den Seiten des Deutschen Schützenbundes unter http://www.dsb.de +++