Die Entscheidung der Hessischen Kultusministerin Dorothea Henzler, das Staatliche Schulamt in Hanau zu belassen, begrüßte der Vorstand des Sportkreises Hanau anlässlich seiner turnusmäßigen Vorstandssitzung. Somit bleibt die effektive Kooperation zwischen den Schulen und dem organisierten Sport gewährleistet, sagte Sportkreisvorsitzender Stefan Bahn.
Die Pläne der Kultusministerin Dorothea Henzler, Staatliche Schulämter zu schließen oder zusammenzulegen, gefährdeten auch die gemeinsame Zusammenarbeit zwischen den Sportkreisen und den Schulen im Main-Kinzig-Kreis. Stefan Bahn, Sportkreisvorsitzender des Sportkreises Hanau begrüßt, dass damit eine wichtige Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler für Sport und Bewegung zu begeistern und zu motivieren, erhalten bleibe.
Bewegung, Spiel und Sport spielen eine immer größere Rolle in Bildung und Erziehung, insbesondere in Zeiten, in welchen Computerspiele, Spielkonsolen und das Internet Kinder und Jugendliche zu Hause auf dem Sofa fesseln. Bundesweite Untersuchungen belegen, dass sich die Schülerinnen und Schüler immer weniger bewegen. Für eine gesunde geistige und körperliche Entwicklung ist der Sport jedoch unerlässlich. Schulen sind mehr denn je gefordert, der Entwicklung entgegenzuwirken und die Schülerinnen und Schüler dazu zu aktivieren, Sport zu treiben und sich zu bewegen. „Der Sportunterricht an Schulen reicht jedoch alleine nicht aus, um dem entgegenzuwirken und die mangelnde Bewegung zu kompensieren“, so der schulfachliche Dezernent Felix Weilbächer am Staatlichen Schulamt in Hanau.
Es muss ein Weg gefunden werden, unsere Schülerinnen und Schüler wieder in die ortsansässigen Sportvereine zu holen. Insbesondere in Zeiten des G8-Bildungsweges ist dies jedoch schwierig geworden, da die Schülerinnen und Schüler zum Teil täglich nachmittags Unterricht bis zur 10. oder 11. Stunde haben und nach der anschließenden Bus- oder Bahnfahrt oft erst abends wieder zu Hause ankommen und ihre Hausaufgaben für den nächsten Tag noch erledigen müssen. „Wo bleibt hier noch Zeit für den Sport in Vereinen?“, fragt sich der Sportkreisvorsitzende des Sportkreises Hanau, Stefan Bahn. Aus diesem Grund haben sich das Staatliche Schulamt in Hanau und die Vertreter des Sportkreises Hanau zum Ziel gesetzt, die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und den Vereinen besonders zu fördern und zu unterstützen. Dies erklärten beide Seiten anlässlich eines Gedankenaustausches zwischen dem Sportkreis Hanau und dem Staatlichen Schulamt, so der Referent für Schule und Verein des Sportkreises Hanau, Rainer Gimplinger.
Die Möglichkeiten sind mittlerweile sehr vielfältig geworden: Zum Beispiel unterstützen Vereine der Region die Schulen bei der Durchführung von Projekttagen mit thematischen Schwerpunkten, sie helfen bei der Durchführung von Bundesjugendspielen oder bei der Abnahme des Sportabzeichens. Aber auch die Bereitstellung von vereinseigenen Räumlichkeiten oder Sportgeräten trägt zu einer erheblichen Entlastung der Schulen bei. Darüber hinaus können Vereinstrainer Wahlpflichtunterricht oder Sportprojekte im Rahmen von Schulen mit Ganztagsprogrammen unterstützen. So können die Vereine einerseits einen quantitativen, aber auch einen qualitativen Beitrag zur Verbesserung des Schulsports leisten und auf der anderen Seite Schülerinnen und Schülern Wege in den Vereinssport eröffnen. Um diese Kooperation zwischen den Vereinen und den Schulen zu ermöglichen, arbeitet das Staatliche Schulamt in Hanau eng mit dem Sportkreis Hanau zusammen. Es finden beispielsweise regelmäßige Sitzungen für einen gemeinsamen Austausch statt, und auch die Schulsportkoordinatorinnen und -koordinatoren, die für die Organisation des Schulsports im gesamten Main-Kinzig-Kreis zuständig sind, stehen im engen Kontakt zu dem Sportkreis und den Vereinen in der Region.
Rainer Gimplinger und Stefan Bahn sahen diese gute und sehr wichtige Zusammenarbeit als stark gefährdet an, wären die Pläne der Hessischen Kultusministerin Dorothea Henzler, das Staatliche Schulamt in Hanau zu schließen, in die Tat umgesetzt worden. Ein wichtiges Bindeglied zwischen den Schulen und den ortsansässigen Vereinen wäre damit verloren gegangen und die bisherige Kooperation und Zusammenarbeit aufgrund der großen Entfernung zum nächsten Schulamt (Fulda) praktisch unmöglich gemacht worden.
Insbesondere in Zeiten knapper Kassen sollte man sich gut überlegen, ob man an den Schulen auf eine solche Art der Ressource, die die Vereine den Schulen kostenfrei zur Verfügung stellen, wirklich einfach so verzichten kann. Im Augenblick profitieren alle von der guten Zusammenarbeit – diese so einfach aufzugeben bezeichnet Stefan Bahn als grob fahrlässig im Hinblick einer gesunden und bewegungsfreudigen Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler im Main-Kinzig-Kreis. +++