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02.09.11 - Bad Neustadt-Wollbach

Wie ein Vogel in der Luft: Paragliding-Schnupperkurs der BSJ

Anna Hemmert aus Wollbach ist bei der Bayerischen Sportjugend Rhön-Grabfeld aktiv und ist noch immer begeistert, wenn sie an die vergangenen Tage in Vöhl-Marienhagen am Edersee zurückdenkt. Elf Jugendliche aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld, sieben Mädels und vier Jungs, hatten das Angebot der Bayerischen Sportjugend (BSJ) angenommen und an einem Paragliding-Schnupperkurs teilgenommen. Sie alle wollten einmal vom Erdboden abheben und wie ein Vogel in der Luft schweben. "Es war etwas abenteuerlich und total genial." sagt Anna Hemmert, die das Angebot nicht nur mitorganisiert hatte sondern auch selbst "in die Luft ging." "Extrem unterwegs" nennt sich eine Initiative der BSJ Rhön-Grabfeld, sagt sie und meint, dass man damit jungen Menschen die Möglichkeit geben will, besondere Sportarten im Team zu erleben. Die Bayerische Sportjugend ist die Jugendorganisation des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV). Sie vertritt alle Kinder und Jugendlichen, sowie junge Erwachsene bis zum vollendeten 26. Lebensjahr. Sie müssen allerdings in einem Sportverein in Bayern Mitglied sein, oder als Jugendleiterinnen und Jugendleiter des BLSV, der Sportfachverbände und der Vereine tätig sein. Hintergrund ist es mit den junge Menschen gemeinsam Spaß am Sport zu erleben und etwas für den eigenen Körper und Geist, den Mitmenschen und der Umwelt zu tun.

Dazu gehörten in den vergangenen Jahren schon einige Angebote. So zum Beispiel das Rafting und Canyoning. Das war im Ötztal in Österreich. Diesmal stand ein Gleitschirm-Schnupperkurs an, bei dem es erste Informationen über diesen Sport gab. Eigentlich ist für die Übungen eine Seilwinde am Sportgelände am Edersee vorhanden, doch an den beiden Tagen war der Wind so stark, dass man damit nicht starten konnte. Die Ausbilder der Flugschule, hatten aber natürlich eine "Notfallkonzept": Statt der Winde wurden sie selbst aktiv und zogen die Gleitschirmflieger aus Rhön-Grabfeld in die Höhe. Bei entsprechenden Windverhältnissen schwebte man dann rund fünf bis acht Meter über dem Erdboden. Natürlich stand zunächst die Theorie in der Flugschule am Edersee an. Dabei erfuhren die Jugendlichen aus Rhön-Grabfeld, dass beim Gleitschirmfliegen der Pilot in einem Gurtzeug unter dem Gleitschirm sitzt und mit diesem durch Leinen verbunden ist. Zur Ausrüstung gehört der Gleitschirm. Dieser besteht aus einer Kappe, die durch Leinen mit dem Gurtzeug verbunden ist. Die Kappe besteht aus einer zweilagigen Tragfläche, dem Ober- und Untersegel aus Nylon-Stoff . Dies verleiht den Gleitschirmen zusammen mit der von vorne einströmenden Luft das notwendige Flügelprofil. Ein weiterer Teil der Sicherheitsausrüstung ist der Rettungsfallschirm. Dann ging es in der Theorie natürlich um die sorgfältige Startvorbereitung. Aufzieh- und Laufübungen und die ersten Startversuche kamen dazu. Die Rhön-Grabfelder wissen nun mehr über die Grundlagen des Gleitschirmfliegens, über Vorflugcheck, Starten, Steuern und Landen.

Ja und dann konnte es am Fluggelände losgehen und die sieben Mädels und die vier Jungs hatten ihren Spaß, während sie in luftiger Höhe nach unten schauten. Dabei wurde aber schnell klar, dass man nicht nur die Aussicht genießen durfte, sondern auch auf das Fliegen achten sollte. Über Funk gab es immer wieder entsprechende Tipps vom Fluglehrer. "Wir haben sogar gelernt, dass wir nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft weiterlaufen müssen," lacht die Wollbacherin. Etwas, das sehr wichtig ist, weil man sich ja in geringer Höhe befindet und sehr schnell wieder am Boden landen kann. Die Rhön-Grabfelder lernten deshalb auch die Abkürzung FKF recht schnell kennen, die beim zu schnellen Runterkommen gilt, nämlich "Fuß, Knie, Fresse" und so mancher legte dann auch schon mal solch eine Bauchlandung hin.

Trotzdem waren alle elf Jugendlichen restlos begeistert und ein Teil plant schon den Flugschein im kommenden Jahr. Mittlerweile kennt man den Flugschein A, der ein Starten und Landen nur auf dem gleichen Landeplatz möglich macht. Bei einem Flugschein B, darf man landen, wo immer man möchte. Letztendlich war es ein "Extrem-Sport-Wochenende", das sicher einige der Teilnehmer zum Paragleiten bringen wird. Was bleibt in Erinnerung? Anna Hemmert lacht: "Natürlich die wunderschönen Augenblicke in der Luft, aber auch die Fluglehrer des Gleitschirm- und Motorflugcenters, die gerannt sind, um uns und den Schirm nach oben zu bringen."(hf)+++


Sieben Mädels und vier Jungs aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld waren beim Extrem-Sport-Wochenende in Vöhl-Marienhagen am Edersee dabei...

...und schnupperten in das Gleitschirmfliegen.

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