Der in Meerholz geborene und in Langenselbold und Zeitz lebende Mediziner Dr. Gustav Flörsheim während seiner Haft im Zuchthaus Berlin-Plötzensee (Foto: Haftakte).

22.09.11 - Termine MKK 1

LegalisierterRaub: „Dr. Gustav Flörsheim aus Meerholz" - Vortrag im Forum

Hans Kreutzer und Aaron Guttstein halten am Samstag, 24. September, ab 15 Uhr im Main-Kinzig-Forum einen Vortrag mit dem Titel „Dr. Gustav Flörsheim aus Meerholz – Jüdischer Arzt und Widerstandskämpfer". 1894 als Sohn eines jüdischen Bäckermeisters in Meerholz geboren, begann für Gustav Baruch Flörsheim zunächst ein ganz normales Leben. Nach dem Realschulabschluss und dem erfolgreich abgelegten Physikum in Heidelberg meldete er sich 1914, dem treudeutschen Zeitgeist folgend, als Kriegsfreiwilliger. Er war als Feldhilfsarzt im Offiziersrang tätig. Sein Studium setzte er nach dem Ende des 1. Weltkrieges fort und erhielt am 15. Juni 1920 die Approbation. 1921 eröffnete Dr. Flörsheim dann eine eigene Praxis in Langenselbold. Elf Jahre später verzog er mit seiner Frau Hilda (*1891) und Tochter Ingeborg (*1923) nach Zeitz (Sachsen-Anhalt).

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten änderte sich das Leben der jüdischen Familie Flörsheim schlagartig. Zunächst wurde Dr. Flörsheim wegen angeblicher „Rassenschande“ mit seiner Praxisgehilfin inhaftiert. Da sich dieser Haftgrund nicht aufrechterhalten ließ, blieb er wegen Steuerhinterziehung und Vorbereitung zum Hochverrat in Haft und wurde zu einer achtjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Eine Odyssee durch mehrere deutsche Zuchthäuser folgt. Sein Tagebucheintrag, geschrieben am 8. März 1943 im Zuchthaus Berlin-Plötzensee, „entlassen auf Transport ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau“ lässt vermuten, dass er am 21. April 1943 in Auschwitz ermordet wurde.

Hans Kreutzer, Kenner der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Meerholz und Aaron Guttstein, der sich die Erforschung der Zeitzer Juden zur Aufgabe gemacht hat, zeichnen das bewegte Leben des jüdischen Arztes gemeinsam nach. Verblüffend detailreich beschreiben sie dabei den Widerstand, den Gustav Flörsheim immer wieder leistete, sowie den Leidensweg seiner Familie. Der Eintritt ist frei. +++

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