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21.10.11 - Flieden

Paradiesische Zustände für Mountainbiker auf selbst gebauten Strecken

Jetzt, wenn der Herbst kommt mit Regen, Laub und Matsch, blühen die jugendlichen Downhiller und Dirtbiker in Flieden erst richtig auf. Denn seit kurzem finden die Zweirad-Sportler, die nicht nur gemütlich von A nach B radeln wollen, im Königreich paradiesische Zustände vor. Drei eigene Strecken auf einem speziell errichteten Terrain in der Nähe des Weinbergs stehen seit August rund 50 Jugendlichen im Alter von 13 bis Mitte 20 zur Verfügung. Der Hintergrund zur Realisierung der Anlage ist dabei beachtenswert. Sie entstand nämlich durch das Engagement der jungen Sportler, die ihren Wunsch nach eigenen Strecken durch eine professionelle Präsentation vor den politischen Amtsträgern der Gemeinde Flieden zum Ausdruck gebracht hatten. In den Sommerferien verliehen die Biker dem Sportparcours schließlich den letzten Schliff und brachten ihr Projekt damit zu einem erfolgreichen Ende. In der Vergangenheit hatten die Akrobaten auf zwei Rädern an verschiedenen Orten im Wald wilde Downhill-Strecken betrieben. Um das Ganze in geordnete Bahnen zu lenken, mussten zunächst die entsprechenden Strukturen geschaffen werden. Der Skiclub Flieden sprang in die Bresche und nahm die Biker auf. Als Unterabteilung wurde die neue Abteilung Bikesport/Dirtbike und Downhill am 4. Februar 2011 gegründet. Damit fand die mehr als einjährige Suche der Jugendlichen ein erfolgreiches Ende.

Thorsten Schöppner, Guido Herrmann und Alexander Junk fungieren als Leitungsteam für die Abteilung Bikesport. Als eine „Bereicherung und gleichzeitige Ergänzung des Vereins“ sieht der Erste Vorsitzende des Skiclubs, Dr. Andreas Betz, die neue Abteilung an. Durch den Königreichtriathlon hatte der Verein schließlich schon immer eine ganz besondere Beziehung zum Radsport. Außerdem gibt es durchaus Überschneidungen bei den Interessen: So sitzen einige Jugendliche im Sommer im Sattel und sausen im Winter auf zwei Brettern oder dem Snowboard die Pisten hinunter. Vor der Realisierung des eigenen Vorhabens in Flieden schaute sich eine kleine Delegation ein vergleichbares Projekt bei Kassel an, das der hiesigen Gemeinde als Vorbild diente. Mit Rat und Tat zur Seite stand Sabine Haid, Jugendbildungsreferentin des Landkreises Fulda. Auch der zuständige Revierförster begleitete das Projekt intensiv. Seit April haben die Mountainbiker ein Waldstück der Gemeinde Flieden zum symbolischen Preis von einem Euro pro Jahr gepachtet. Die Gemeinde hat unter anderem bei der Beschilderung geholfen. Alles andere, etwa was die anfallenden Materialkosten betrifft, haben die Radler selbst finanziert, die sich neben der sportlichen Herausforderung auch handwerklich betätigen konnten. Um andere für ihre Sportart zu begeistern, haben die Jugendlichen mehrere eigene Videos mit großem Zeitaufwand erstellt, die im Internet unter www.gravitysports-flieden.de.tl/Videos.htm angeschaut werden können.

Alexander Junk bringt die Faszination seiner Sportart auf den Punkt: „Es ist der Adrenalinstoß beim Bergabfahren über die Hindernisse. Zudem macht es riesigen Spaß, gemeinsam mit Freunden etwas zu erleben und in der Natur zu sein.“ Letztendlich profitieren nicht nur die jungen Radler von der neuen Anlage. Auch deren Eltern dürften sich darüber freuen, dass die rasanten Abfahrten und waghalsigen Sprünge nun auf einem extra dafür ausgewiesenen Areal mit optimalen Strukturen möglich sind. Wer weiß, ob Flieden neben dem Königreichtriathlon demnächst nicht noch einen weiteren attraktiven sportlichen Wettkampf für die Öffentlichkeit anzubieten hat. +++

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