Die geplante Revanche ist fehlgeschlagen. Der Gegner aus Laatzen gewinnt einmal mehr gegen die Wasserfreunde Fulda, auch wenn es über weite Strecken des Spiels nicht schlecht ausgesehen hat, fehlte Fulda die Konstanz im Spiel. Nach 32 Minuten gewinnt Laatzen mit 8:13 (4:3, 0:5, 4:1, 0:4), doch so deutlich wie das Endergebnis, war das Spiel nicht.
Mit einer ordentlichen Portion Wut im Magen stiegen die Osthessen zum ersten Spielviertel ins Wasser. Die Mannschaft, die sich da gegenüber zum Anschwimmen bereit machte, war keine andere, als die, die maßgeblich für den Nichtaufstieg der Wasserfreunde im Sommer verantwortlich war. Es ist auch die Mannschaft, gegen die es im Pokal noch nie so richtig klappen wollte. Immer standen am Ende ein oder zwei Tore mehr auf der Laatzener Uhr und Fulda hatte das Nachsehen.
Doch am Samstagabend sollte der Spieß gedreht werden. "Das sind unsere Fans, das ist unser Wasser!", motivierte Kapitän Tarek Bary vor Spielbeginn seine Mannschaft. Und die Motivation war nötig. Vergangene Woche hat der ungarische Centerspieler und Leistungsträger David Horvath das Team bis auf weiteres verlassen. Um die Lücke zu schließen verlangten die Trainer Volker Schunke und Prof. Dr. Andreas Hohmann von jedem Spieler "10 Prozent mehr".
Anpfiff. Marvin Hohmann gewinnt den Ball beim Anschwimmen und Fulda stellt sich auf. Es sieht gut aus. Schnelle Aktionen, Fernschüsse von Balazs Borbely. Einmal Ecke, zweimal vorbei und einmal im Netz. Laatzen ist gewarnt, kommt aber mit Joszef Katona als Ersatzcenter nicht klar und spielt mehrfach in Unterzahl. Fulda findet sich ins Spiel, lässt aber auch die Laatzener zum Abschluss kommen, liegt aber nach den ersten acht Minuten mit 4:3 in Führung.
Das was am Anfang so gut funktionierte scheint jetzt nicht mehr möglich zu sein. Laatzen stellte sich auf Fulda ein und erstickte die Angriffe. Fulda kam kaum noch zum Abschluss und musste mehr oder weniger zusehen wie die Bälle im eigenen Tor einschlugen. Das zweite Viertel ging mit 0:5 an Laatzen, ein denkbar schlechter Halbzeitstand.
Dennoch sind vier Tore Rückstand nicht unmöglich aufzuholen. Gerade im Wasserball und vor allem vor rund 150 Zuschauern im eigenen Becken. Und tatsächlich. Balazs Borbely, Alexander Hörl und zweimal Tarek Bary bringen die Wasserfreunde auf 8:9 ran. Zudem muss der Laatzener Jens Möller nach dem dritten persönlichen Foul das Wasser verlassen und zelebriert einen fünfminütigen Abgang. Die Stimmung ist geladen im Sportbad und zu Beginn des letzten Viertels scheint wieder alles möglich.
Doch wie im zweiten Viertel brechen die Wasserfreunde wieder ein. Am Abschluss hakt es, die vielen Chancen landen einfach nicht im Netz. Zwei totsichere Chancen landen am Torwart und Pfosten. Laatzen geht mit der Situation besser um und trifft. Insgesamt vier mal bis auf den Endstand 8:13.
Fulda war auf keinen Fall schlechter als Laatzen. Spielerisch und schwimmerisch waren die Teams auf etwa dem gleichen Niveau. Lediglich bei der Konzentration lag Fulda zurück. Die gute Leistung vom ersten und dritten viertel konnte das Team offenbar nur 16 Minuten halten und einmal mehr gewinnt Laatzen gegen Fulda, auch wenn das relativ hohe Endergebnis nicht das Spiel widerspiegelt.
Fulda spielte mit: Nikolas Hohmann (TOR), Balazs Borbely (2 Tore), Philipp von Keitz, Johannes Gebhardt, Dominik de Beisac, Tarek Bary (2 Tore, Kapitän), Alexander Hörl (1 Tor), Darius Kutscha (TOR), Marc Ritzel, Marvin Hohmann (3 Tore), Steffen Hoffmann, Jozsef Katona und Philip Müller. (Johannes Gebhardt) +++