78:55 - die White Wings siegen deutlich gegen Illertal. Dabei war die Partie alles andere als leicht für die Hanauer. „Man hat gemerkt, dass die Spieler verunsichert waren, was nach vier Niederlagen vollkommen normal ist. Wir haben uns viele offene Würfe erarbeitet, die aber leider zu selten verwandelt“, sagte Headcoach Hans Beth.
Wie in den Spielen zuvor, war die richtige Einstellung der Brüder-Grimm-Städter zu sehen. Das Glück sollte erzwungen werden. Die Starting-Five um Anish Sharda, Sebastian Köhnert, Ilja Ickert, Marian Schick und Chris Miles fand dann auch gut ins Spiel. Die White Wings gingen selbst in Führung. Doch die Gäste hielten den Anschluss und gestalteten das erste Viertel ausgeglichen. Am Ende der ersten zehn Minuten hieß es 16:15 für die White Wings. Mit einem Zwischenspurt flogen die weißen Flügel von 28:28 auf 38:29 davon. „Dann haben wir nicht mehr genug Druck auf den Ballführenden ausgeübt und viele einfache Körbe zugelassen“, kommentierte Assistant Coach Hubert Gibson die fünf Minuten vor der Halbzeit. Gerade mal einen Punkt retten die Gastgeber in die Kabine.
Doch wer jetzt dachte, die White Wings brechen ein, der lag eindeutig falsch. „Obwohl das Spiel wieder eng wurde, sind wir ruhig geblieben und sind unserem Matchplan treu geblieben“, war Hans Beth sich der psychischen Stärke seiner Mannschaft bewusst. Euphorie kam in der Main-Kinzig-Halle auf, als die Beth-Truppe erneut einen Zwischenspurt einlegte und sich wiederum auf neun Punkte absetzten. „Mit unseren Fans im Rücken konnten wir nicht verlieren“, war Kapitän Anish Sharda stolz auf die Anhänger. „Egal ob wir gewinnen oder verlieren, auch wenn wir schlecht spielen wie in Frankfurt, die Fans feuern uns immer an, das ist phänomenal“, ergänzte der Point Guard. Angestimmt von den Dunking Swans, dem neuen Fanclub der White Wings, trieben die Ränge das Team nach vorne.
Beeindruckend die Statistik unter den Körben. Chris Miles, Ilja Ickert und Marian Schick sicherten jeder über zehn Rebounds, insgesamt eroberten die Hanauer 43 Rebounds, die Gäste derer nur 36. Miles und Ickert schafften mit 24 und 12 Punkten zudem ein Double-Double. Viel wichtiger war aber auch die relativ niedrigen Turnovers (9 Stück) und die wichtigen Steals (8) sowie insgesamt die gute Teamleistung in der Defense. BBL-Spieler Femi Olapido konnte keine besonderen Akzente setzen und auch der neue US-Boy Michael Mercer kam nicht zum Zuge. „Wir haben ihnen ihre Stärken genommen und am Ende den Ball schnell laufen lassen und dann auch einige spielerische Akzente setzen können“, war Beth insbesondere mit der zweiten Spielhälfte zufrieden. Am Ende des Spiels kamen zur Freude ihrer Mitspieler und Coaches auch die Nachwuchsspieler Fabian Bahlke und Christian Schäfer zum Einsatz. War beim letzten Heimspiel Prinz Ola aus Nigeria der Zuschauer mit dem weitesten Anreiseweg, so konnte dies diesmal Frau Magnusson (die Mutter von Spieler Logan MAgnusson) aus Utah für sich beanspruchen.
„Das war ein ganz wichtiger Sieg – sowohl für die Moral als auch für die Tabelle“, war auch das Hanauer Management in persona von Thorsten Wünschmann erleichtert. „Am Ende hat der größere Siegeswille entschieden“, ergänzte er.
Mit nun mehr fünf Siegen rangieren die White Wings auf dem siebten Platz und haben das Ziel Klassenerhalt weiter vor Augen.
Das nächste Spiel bestreiten die Hanauer bereits am Dienstag in Rhöndorf, was zugleich die letzte Begegnung der Vorrunde ist. Anschließend wartet die nächste Auswärtspartie in Breitengüssbach auf die Brüder-Grimm-Städter, ehe dann die Sixers zu Gast in der Main-Kinzig-Halle sind.
Es spielten:
Chris Miles (24 Punkte / 12 Rebounds)
Ilja Ickert (12 /10)
Norman Lang (2/1)
David Michalczyk (3)
Sebastian Köhnert (6/2)
Logan Magnusson (4)
Christian Schäfer
Marian Schick (3/10)
Cedric Quarshie (4/1)
Fabian Bahlke (0/1)
Jens Hirschberg (5/3)
Anish Sharda (15/3)
Nächstes Spiel:
Dragons Rhöndorf – Hanau White Wings
Dienstag, 22. November 2011, 20 Uhr
Sporthalle Menzenberg
Menzenberger Straße 72
53604 Bad Honnef. +++