Ein Sieg in eigener Halle und die Hanau White Wings müssen nicht auf Ergebnisse aus anderen Hallen schauen, um die Play-off-Teilnahme frühzeitig perfekt zu machen. So die Ausgangslage vor der Begegnung gegen die Frankfurt Skyliners Juniors. Dass dieser Blick in andere Halle nicht nötig war, dafür sorgten die Hanauer von Beginn an in beeindruckender Form. Ehe die Gäste auf dem Feld angekommen waren, klingelte es schon mehrfach. Drei Mal Ilja Ickert, dazu Punkte von Chris Miles sorgten für die 8:0-Führung. Die Brüder-Grimm-Städter ließen jedoch nicht locker, bauten die Führung auf 20:7 aus.
„Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet und wie so oft von unseren Zuschauern toll unterstützt worden“, so Headcoach Hans Beth. Zwar kamen die Frankfurter, die ohne Barthel und Franke antraten, im zweiten Viertel besser ins Spiel, an der 54:31 klaren Pausenführung änderte das jedoch nichts. Zu stark waren die Hanauer, die an diesem Spieltag den größeren Willen und die bessere Einstellung zum Spiel fanden. „Wenn du aus eigener Kraft die Play-offs erreichen kannst, ist das Motivation genug“, weiß Beth. Dennoch muss man die Leistung auch auf den Punkt genau abrufen können. Das ist den Brüder-Grimm-Städtern erneut eindrucksvoll gelungen. Eindrucksvoll – das sind auch die Statistiken. Mit Norman Lang, Jared Cunningham und Anish Sharda vergaben gleich drei Spieler keinen einzigen Freiwurf.
Chris Miles schrammte mit 14 Punkten und neun Rebounds an einem erneuten Double-Double nur knapp vorbei. Das holte sich Marian Schick mit 14 Rebounds und zehn Punkten. Beeindruckend sind auch die jeweils acht Assists von David Michalczyk und Anish Sharda. Und dann sind da noch imposante 26 Punkte von Jared Cunningham, der bei zwölf Versuchen auch zwölf Zweier versenkte. Sehenswert auch die mehrfach tollen Anspiele und anschließende krachenden Dunks. Mitentscheidend für den Vorsprung war aber die ausgezeichnete Dreierquote des gesamten Teams. Rund 66 Prozent der Distanzwürfe fanden den Weg in den Korb. Alle 11 Spieler wurden in dem Match eingesetzt und teilweise unterstützten alle Schlüsselspieler und phasenweise alle drei US-Amerikaner das Spielgeschehen von der Bank aus. Chapeau!
Der Rest war eine große Party der rund 800 begeisterten Zuschauern in schwarz und weiß. Einzige Frage: Drehen die Hanauer den Spieß um und gewinnen sogar noch den direkten Vergleich? Darauf wettete schon vor der Partie Hanaus Maskottchen Biber WhiWi. Er sollte Recht behalten. 98:64 hieß es am Ende. Das Hinspiel verloren die White Wings mit 31 Punkten. Damit haben die Hanauer sieben der acht Derbys gewonnen, stehen als bestes hessisches Team der Liga auf Platz sechs und können vorsichtig sogar nach oben schielen. „Wir haben eine tolle Saison gespielt und spielen sie auch noch. Wir sind noch nicht am Ende – ich denke in den Play-offs sind wir durchaus für eine Überraschung gut“, war Jens Gottwald vom Management zufrieden.
Für eine Überraschung gut ist auch immer wieder das Sponsorennetzwerk. Saturn verloste ein Dolby-Surround-System und eine Mikrowelle. Die perfekte Ausstattung also, um den einen oder anderen Sieg der White Wings dann noch daheim zu feiern.
Aber wie Jens Gottwald schon sagte, „wir sind noch nicht am Ende“. Kommenden Sonntag reisen die Dunking Swans im Bus mit der Mannschaft zum Spiel gegen die BG Illertal-Weißenhorn (Abfahrt 12 Uhr Main Kinzig Halle). Letzte Plätze können unter [email protected] reserviert werden. Und dann wartet in zwei Wochen noch das Heimspiel gegen Rhöndorf auf die White Wings, die auch hier noch den direkten Vergleich für sich entscheiden wollen. „Wir haben unser Ziel Klassenerhalt und sich in der Pro B zu etablieren“ erreicht. Jetzt gilt es, sich neue Ziele zu stecken“, blickt Hans Beth schon wieder voraus. +++