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19.02.12 - BAD KISSINGEN

Ammoniak-Unfall in Eissporthalle – Zehn Verletzte, drei in Krankenhaus

An der Eissporthalle in Bad Kissingen ist am späten Samstagnachmittag Ammoniak ausgetreten. Bislang gibt es zehn zumeist Leichtverletzte. Drei Personen wurden vorsorglich in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Eishalle wurde geräumt, der Bereich um den Einsatzort sowie der Kurpark abgesperrt. Dort hängt eine Ammoniakwolke, die sich aufgrund der Witterung nicht bewegt. Die ständigen Messungen der Feuerwehr haben ergeben, dass für die Bad Kissinger Bevölkerung keine akute Gefährdung besteht. Das Eishockey-Spiel der Kissinger Wölfe gegen Mitterteich, das am Abend stattfinden sollte, wurde abgesagt.

Gegen 21:45 Uhr wurde festgestellt, dass in der Eishalle kein Ammoniak mehr austritt. Darauf wurden die Absperrmaßnahmen aufgehoben. Die Ammoniakwolke, die über dem Bad Kissinger Kurpark stand, hat sich inzwischen bis auf einen zu vernachlässigenden Wert aufgelöst. Bei den weiteren Ermittlungen der Polizeiinspektion Bad Kissingen, die mit Unterstützung einer inzwischen an der Eishalle eingetroffenen Fachkraft geführt werden, geht es jetzt darum herauszufinden, was der Auslöser für den Ammoniakaustritt war.

Der Ammoniakaustritt war gegen 17.20 Uhr festgestellt worden. Zu diesem Zeitpunkt herrschte nur mäßiger Betrieb in der Halle. In der Folge rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot von nahezu 100 Mann und auch die Bad Kissinger Polizei an, die von zwei Streifenbesatzungen des Einsatzzuges Schweinfurt unterstützt werden. Auch auf Seiten des Rettungsdienstes sind etwa 60 Mann mit von der Partie.

Die Eissporthalle und die nähere Umgebung wurden sofort geräumt. Eine Ammoniakwolke war in der Folge zum Kurpark gezogen, von wo sie sich seitdem aufgrund des fehlenden Windes nicht mehr fortbewegt. Auch dieser Bereich wurde geräumt und abgesperrt.

Um herauszufinden, wo das Ammoniak ausgetreten ist, hatten Feuerwehrleute die Eishalle betreten und an der Kühlanlage sämtliche Schieber geschlossen. Das eigentliche Leck wurde bislang aber noch nicht lokalisiert. In Kürze (Stand 20.15 Uhr) werden Feuerwehrleute zusammen mit dem Betriebsleiter erneut einen Vorstoß zur Kühlanlage unternehmen, um herauszufinden, ob weiteres Ammoniak austritt. Auch ein Vertreter einer Fachfirma wird in Kürze vor Ort erwartet.

Ammoniak ist eine chemische Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff. Es ist ein stark stechend riechendes, farbloses, wasserlösliches und giftiges Gas, das zu Tränen reizt und erstickend wirkt. Auf feuchte Körperoberflächen wirkt es ätzend. Insbesondere feuchte Haut, Schleimhäute, Lungen und Augen werden daher verätzt. Ammoniak wird zur Herstellung von Düngemittel, Farbstoffen und Sprengstoff bgenutzt, oder - wie im Kissinger Fall - auch als Kühlmittel. Es ist gut wasserlöslich und bildet dann Salmiakgeist.

Bei den Verletzten handelt es sich nach den vorliegenden Erkenntnissen um acht Mann des Bedienpersonals und zwei Feuerwehrleute. Wie lange sich der Einsatz noch hinzieht, kann momentan nicht gesagt werden. Der Absperrmaßnahmen werden bis auf Weiteres aufrecht erhalten. +++

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