Festtagstimmung in Hanau. Über 1000 Zuschauer erlebten ein spannendes hochdramatisches Match mit Play-off-Charakter. Ein Spiel mit zwei Hälften, die kaum unterschiedlicher sein konnten. Die Hanauer legten furios los, setzten sich schnell auf sieben Punkte ab. Doch dem ersten Hoch, folgte schnell ein erstes Tief. Im Nachhinein wohl ein schlechtes Omen. Denn bis zum Viertelende lagen die Drachen aus Rhöndorf in Front. Doch es gibt ja noch Hanaus Spieler des Monats Januar, Kapitän Anish Sharda. Frank Buschmann würde sagen „der trifft vom Parkplatz“. Und da kam er auch her, der Dreier des Kapitäns. Er sollte eine Initialzündung für die Hanauer sein. Was die White Wings dann gerade in der Defensive leisteten, war beeindruckend. Hanaus Zone raubte den Gästen in dieser Phase den letzten Nerv. Und vorne trafen die Brüder-Grimm-Städter ihre Würfe fast nach Belieben. 46:35 hieß es zur Halbzeit.
„Das war bis dahin eine wirklich gute Leistung von uns, wir hatten das Spiel fest im Griff“, resümierte Headcoach Hans Beth. Und auch nach dem Pausentee sah es nach einem souveränen Erfolg der Hanauer aus. Bis auf 17 Punkte setzten sich die White Wings ab. Doch was danach passierte, ist schwer in Worte zu fassen. Die Konsequenz der ersten Hälfte war verloren, die Treffsicherheit ebenso. Das lag aber auch an stärker werdenden Gästen, die sich zunehmend gegen die Zonenverteidigung durchsetzen konnten. „Zu dieser Phase hatten wir keinen Zugriff auf die Gegenspieler. Rhöndorf ist gut zum Korb gezogen und hat auch von außen enorm gut getroffen“, zollt Beth den Dragons Respekt. Bitter auch die Foulverteilung: 28 Hanauer Fouls standen nur 15 Rhöndorfer gegenüber. Dennoch darf man einen 17-Punkte-Vorsprung nicht aus der Hand geben.
Dabei führte die Beth-Truppe drei Minuten vor Schluss noch 79:71. Dann war der Korb aber wie vernagelt, Rhöndorf glich zum 79:79 aus und rettete sich in die Verlängerung. Hier war das Momentum auf der Seite der Gäste. Für Hoffnung sorgte dann Scharfschütze Sebastian Köhnert. Erst ein Dreier, dann zwei Freiwürfe brachten die White Wings wieder in Front. Doch das Ende der Overtime war ein Ebenbild der regulären Spielzeit. Rhöndorf zeigt sich von der Freiwurflinie treffsicher und Hanau bringt keinen Ball mehr im Korb unter. Am Ende hieß es 91:87 für die Drachen, die damit auch das Rückspiel wie schon das Hinspiel erst in den Schlussminuten für sich entschieden.
In der Tabelle belegen die Hanauer in der Endabrechung nun den vor Platz sechs. Damit wurde das Saisonziel Klassenerhalt mehr als erreicht und nun geht es in den Play-offs nach Vechta, dem dritten der 2. Bundesliga ProB Nord-Staffel. Zunächst treten die White Wings am 3. März auswärts an, ehe dann am 10. März das Heimspiel in der Main-Kinzig-Halle folgt. Mit dabei werden auch wieder die „Hardcore Fans“ der Dunking Swans sein, die sich mit den sympathischen Fans der Dragons auch ein tolles Duell lieferten.
Aber neben der ersten Halbzeit gab es auch weitere positive Aspekte am Rande des Spieltages. Vom Stammverein der Basketballer Hanau White Wings, der TG Hanau, wurden Boxerin Sara Bormann, ihr Trainer Benjamin Romero sowie Ju-Jutsuka Simon Roiger und die White Wings als Sportlerin, Trainer, Sportler und Mannschaft des Jahres ausgezeichnet. Die Ehrungen übernahm TGH-Präsident Robert Oestreich im Anschluss an die Basketball-Partie.
Es spielten:
Chris Miles (10 Punkte / 6 Rebounds)
Ilja Ickert (7/6)
Norman Lang (5/1)
David Michalczyk (9/4)
Sebastian Köhnert (13/1)
Christian Schäfer
Marian Schick (6/8)
Cedric Quarshie
Fabian Bahlke
Jared Cunningham (21/6)
Jens Hirschberg
Anish Sharda (16/2)
Nächstes Spiel:
SC Rasta Vechta – Hanau White Wings
Samstag, 3. März 2012, Spielzeit noch offen
Sporthalle Vechta West (Christophorusschule)
Vechtaer Marsch / Ecke Brüsseler Str. 37
49377 Vechta
Nächstes Heimspiel:
Hanau White Wings – SC Rasta Vechta
Samstag, 10. März 2012, 19 Uhr
Main-Kinzig-Halle, Eberhardstraße
63450 Hanau +++