Zum ersten Play-off-Spiel ließen sich die Hanauer für die Fans etwas Besonderes einfallen. Da viele Fans die Reise nach Vechta nicht mit antreten konnten, organisierten die White Wings gemeinsam mit dem Partner Sportsbar STARS in Hanau ein Public Reading. Der Live-Ticker war auf den Bildschirmen in der Sportsbar zu lesen. Das Angebot nahmen die Hanauer Anhänger dankend an und fieberten gemeinsam mit. Aber auch die rund 15 mitgereisten Fans in der Halle erlebten einen Abend voller Spannung mit Höhen und Tiefen im „RASTA-Dome“.
Der Auftakt war jedoch wenig verheißungsvoll. 5:0 und 7:2 lagen die Hanauer zurück, ehe Anish Sharda und Sebastian Köhnert mit zwei Dreiern für die 8:7-Gästeführung sorgten. Leider ein zunächst kurzes Strohfeuer, denn Favorit und Gastgeber Vechta setzte sich noch im ersten Viertel auf 29:14 ab. „Wir haben in dieser Phase kein Mittel gegen eine defensiv stark auftretenden Mannschaft aus Vechta gefunden“, resümierte Headcoach Hans Beth. Das sollte sich im zweiten Viertel grundlegend ändern. Vor knapp 800 Zuschauern zeigten die Hanauer vor allem zu Beginn und gegen Ende des Viertels, warum sie die beste Mannschaft der Süd-Staffel der zweiten Bundesliga ProB im Jahr 2012 sind. Bis auf sieben Punkte verkürzte die Beth-Truppe den Rückstand zur Halbzeitpause. „Da haben wir wieder das aufs Feld gebracht, was uns ausmacht – taktische Disziplin und ein gutes Teamplay“, war Hanaus Trainer mit dem zweiten Spielabschnitt sichtlich zufrieden.
Zwar kam Vechta stärker aus den Kabinen, das Hanauer Spiel erlitt jedoch keinen großen Knick. Mitte des Viertels lagen die White Wings mit 18 Zählern zurück, was dann folgte beeindruckte wohl auch die Gäste. Angeführt von Ilja Ickert, der mit 15 Zählern bester Hanauer Werfer war und allein acht Punkte in den Schlussminuten des dritten Viertels erzielte, schlossen die Hanauer zum Favoriten auf. Nach Treffern aus der Distanz von Anish Sharda und David Michalczyk war es dann Ickert von der Dreierlinie, der die White Wings mit 58:61 in Schlagdistanz brachte.
Das Schlussviertel war dann eine Zusammenfassung des gesamten Spiels. Höhen und Tiefen wechselten sich ab. Erst baute Vechta den Vorsprung aus, dann verkürzten die White Wings wieder. 75:72 lagen die Brüder-Grimm-Städter zwei Minuten vor Spielende zurück. Die Gastgeber ließen sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und siegten am Ende glücklich aber nicht unverdient, wie Hans Beth befand: „Vechta hat insbesondere unter den Körben ein gutes Spiel gezeigt. Wir haben nicht konstant genug gespielt, hatten zu viele Höhen und Tiefen. Aber das Spiel hat auch gezeigt, dass wir nicht chancenlos sind und gerade daheim mit unseren Fans im Rücken durchaus auf Augenhöhe agieren können.“ Thorsten Wünschmann vom Management zeigte sich nach dem Spiel trotz der knappen Niederlage zuversichtlich: „Mit dem - auch im Sport - notwendigen Quäntchen Glück geht auch noch mehr! Mit dem Einsatz, den das Team heute gezeigt hat, ist zuhause alles möglich.“
Das zweite Play-off-Spiel der Best-of-three-Serie steigt dann am 10. März 2012, 19 Uhr, in der Hanauer Main-Kinzig-Halle. Es spielten: Chris Miles (8 Punkte / 8 Rebounds), Ilja Ickert (15/5), Norman Lang (3), David Michalczyk (7), Sebastian Köhnert (6/2), Marian Schick (10/4), Jared Cunningham (9/1), Jens Hirschberg (4/4), Ansih Sharda (10/4)+++