„Die erste Halbzeit heute, war wohl eine der besten Halbzeiten der gesamten Saison“, so Headcoach Hans Beth. Nach 20 Minuten war die Hanauer Welt auch noch in Ordnung. Mit 56:44 lagen die White Wings überraschend in Front, glänzten dabei mit tollen Spielzügen und überragenden Schussquoten, über 71 Prozent aus dem Feld und 86 Prozent von der Freiwurflinie. Insbesondere im zweiten Viertel, welches die Brüder-Grimm-Städter mit 29:17 für sich entschieden, trumpfte die Beth-Truppe auf.
„Wir hatten eine gute Ballbewegung, haben als Team agiert und vieles umgesetzt, was wir uns an taktischen Varianten vorgenommen haben“, resümierte Beth Halbzeit eins. Dass die Führung nicht noch höher ausfiel, verdanken die Gäste aus Vechta ihrer Reboundarbeit. Am Ende lagen Vechta in der Statistik mit 34:22 vorne. „Vor allem die Offensivrebounds taten weh“, so Beth. Trotzdem kontrollierten die White Wings Ball und Gegner. Die Hoffnung auf Spiel drei wuchs auf den vollbesetzten Rängen.
Doch der berühmt berüchtigte Pausentee lag den White Wings offensichtlich im Magen. So gut Halbzeit eins war, im dritten Viertel gaben die Hanauer die 12-Punkte-Pausenführung ab. Auch wenn die Hanauer in der Verteidigung nicht wie gewohnt Druck aufbauen konnte, der Unterschied lag in dieser Phase in der Offensive. Während Vechta konstant punktete und auf 28 Punkte im dritten Spielabschnitt kam, hatten die White Wings nur zehn Zähler entgegenzusetzen. Vor dem Schlussviertel stand eine 72:66-Gästeführung auf der Anzeigetafel.
Ein Rückstand von dem sich die Hanauer nicht mehr erholen sollten. „Vechta hat ein gutes Spiel gezeigt und unsere Schwächen in der Defensive erkannt und konsequent ausgenutzt. Sie haben immer den freien Mann gefunden und vor allem die Bretter dominiert“, sagte Mate Condic vom Management, dem – verständlicherweise – das Lächeln abhanden gekommen war.
Mit der 88:97-Niederlage im zweiten Play-off-Spiel der Best-of-three-Serie ist für die Hanauer die Saison vorzeitig beendet. „Wir können dennoch stolz sein auf das Erreichte. Wir hatten das Ziel Klassenerhalt, das haben wir eindrucksvoll erreicht. Mit Platz sechs in der 2. Bundesliga Pro B Süd hatten wir vor Saisonbeginn nicht gerechnet. Unser Dank gilt dem Team, allen Sponsoren und Förderern sowie den über 10.000 Saisonzuschauern, die den Weg in die Main-Kinzig-Halle gefunden haben“, zog Jens Gottwald eine kurze Bilanz.
Für das erste Play-off-Spiel in heimischer Halle haben sich die White Wings auch ein buntes Rahmenprogramm einfallen lassen. Partner Evonik verloste ein Trikot des deutschen Fußballmeisters Borussia Dortmund und Saturn spendierte Gutscheine.
Für ein Highlight des Abends sorgte aber zweifelsohne Hanaus Biber WhiWi. Die von Center Marian Schick und Dreierschütze Sebastian Köhnert genähte Fahne des Fanclubs DunkingSwans wurde vom Biber präsentiert. Aber nicht irgendwie – der Biber lief auf Inline-Skate ein und drehte souverän seine Runden. „Wir hatten eine Wette abgeschlossen. Bekommt der Fanclub eine Fahne bis zu den Play-offs, dann laufe ich auf Skates durch die Halle. Gesagt, getan. Ein Sieg wäre mir aber lieber gewesen. Ich hätte die Fahne gerne noch häufiger in dieser Saison präsentiert“, so Hanaus Biber WhiWi.
Das kann er dann ganz sicher in der kommenden Saison, wenn die Hanauer erneut in der 2. Bundesliga Division ProB auflaufen. „Ich verspreche, wir werden auch in der nächsten Saison wieder Play-offs in der Main-Kinzig-Halle erleben“, ruft Jens Gottwald schon die Zielsetzung für die nächste Spielzeit aus.
Es spielten:
Chris Miles (9 Punkte/7 Rebounds)
Ilja Ickert (2/3)
Norman Lang (12)
David Michalczyk (5/1)
Sebastian Köhnert (16/1)
Christian Schäfer
Marian Schick (5/3)
Cedric Quarshie (0/1)
Fabian Bahlke
Jared Cunningham (17/4)
Jens Hirschberg
Anish Sharda (22/2) +++