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01.04.12 - Friedlos

Der "Hammer des Jahres": eine Mautgebühr für Brückenbenutzung zur Mülldeponie

Noch nicht ganz fertiggestellt und schon droht neues Ungemach wegen der Brücke des AZV auf der Zufahrt zur Mülldeponie über die Fulda. Jetzt haben die Verantwortlichen die Katze aus dem Sack gelassen, der AZV will für die Benutzung der Brücke über die Fulda bei Friedlos eine Mautgebühr für alle Brückenbenutzer erheben. „Wir stehen finanziell mit dem Rücken an der Wand, die Sanierung der Brücke wird beim AZV ein großes Finanzloch hinterlassen und deswegen muss zukünftig eine Brückenmaut erhoben werden“, so die Aussage der 1. Kreisbeigeordneten und Vorstandsvorsitzenden des AZV, Elke Künholz gegenüber der Presse. Nicht nur für die schweren Müllfahrzeuge oder die Langholz-LKW, nein auch PKW, Radfahrer und Fußgänger sollen zur Kasse gebeten werden.

Selbst vor den Landwirten macht man nicht halt, auch sie sollen bezahlen und das nicht zu wenig. Dem Vernehmen nach wird ein LKW für einmal hin und zurück 20,00 Euro berappen müssen, für PKW ohne Anhänger 10,00 Euro und mit Anhänger 15,00 Euro. Fußgänger und Radfahrer sind mit 5,00 Euro dabei und landwirtschaftliche Fahrzeuge sollen 25,00 Euro bezahlen. Und das nicht nur an Werktagen, nein auch an Sonn-und Feiertagen soll dort rund um die Uhr abgezockt werden. Für Dauernutzer wird eine Monats- oder Wochen-Vignette angeboten, ähnlich wie im öffentlichen Personennahverkehr die Wochen und Monatsfahrkarten. Diese werden dann gegenüber Einzelvignetten erheblich billiger sein.

Um rechtzeitig für die neue Regelung gerüstet zu sein, wurde in der letzten Woche schon ein provisorisches Kassenhäuschen aufgestellt, und wie man sieht, sind die Verantwortlichen mit dem Ergebnis zufrieden.

Damit dem AZV auch keiner durch die Lappen geht, wurde auch eine Schranke installiert. Ludwigsaus gerade wiedergewählter Bürgermeister Thomas Baumann ist über diese einsame Entscheidung des AZV stinksauer. Baumann wörtlich: „Ich bin in meiner Freizeit viel mit dem Fahrrad unterwegs und auch die Brücke nutze ich, um über den R 1 nach Bad Hersfeld oder ins Solztal zu radeln. Diese Brückenmaut ist eine Unverschämtheit“, so der vor Wut schäumende Baumann.

Sollte das trotz des Protestes so bleiben, werde die Gemeinde einen Steg über die Fulda bauen. „Freie Radfahrt für freie Bürger und gegen den Mautzwang“, so die Losung von Baumann: "Um diesem Protest Nachdruck zu verleihen, werden wir zu einer Demonstration aufrufen und die Brückenauffahrt blockieren." Auch an eine Mahnwache ist gedacht, wobei die neben der Brückenauffahrt stehende Scheune als Unterkunft für die Protestierer genutzt werden kann, so das Angebot des Besitzers. Wie auf Nachfrage im Bundesfinanzministerium zu erfahren war, kann man die Mautgebühr bei der jährlichen Steuererklärung geltend machen, ein schwacher Trost. Auf dem Foto macht sich die erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz schon mal mit dem Innenleben des Kassenhäuschens vertraut. AZV Geschäftsführer Georg Körner, rechts und sein Stellvertreter Gerd Keidel sind zufrieden. Auch die Schranke funktioniert wie geschmiert.

Foto: Gülzow/Manns+++

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