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Wieder in Sicherheit: das Charolais-Kalb am Eingang des Rettungstunnels... - Fotos: Hendrik Urbin / Christian P. Stadtfeld

Der Rettungszug fuhr den ICE-Tunnel ab und entdeckte das Tier etwa zwei Kilometer vor dem Südportal...

15.04.12 - MOTTGERS

Ein erst wenige Wochen altes Charolais-Kalb hat am gestrigen Samstagnachmittag für mehrere Stunden die Feuerwehr, die Bundespolizei sowie das DB-Notfallmanagement und die Bauernfamilie in Atem gehalten. Der Grund: das Jungtier war von der Weide nahe der ICE-Schnellbahnstrecke Würzburg - Fulda in Höhe von Sinntal-Weichersbach (Main-Kinzig-Kreis) ausgebüchst und offenbar gemächlich immer auf der ICE-Strecke entlang gelaufen. Nach Auskunft der Bundespolizei legte das Kalb eine Strecke von rund drei Kilometern zurück.

Nachdem der Bauer aus Weichrsbach die Bahn informiert hatte, dass vermutlich ein Vieh in den Tunnel gelaufen sei, wurde die Strecke gegen 15:00 Uhr sofort vollgesperrt. Aus Fulda rückte der Bahn-Rettungszug mit über 30 Feuerwehrleuten (ohne Rettungsdienst) an, die dann gegen 15.30 Uhr in den Landrückentunnel - mit knapp elf Kilometern der längste Eisenbahntunnel Deutschlands - einfuhren. Langsam durchfuhr der Zug den Tunnel - begleitet von mehreren Trupps der Feuerwehrleute. Auch die Freiwillige Feuerwehr Kalbach war mit einer ELW-Besatzung und Gemeindebrandinspektor Gerhard Kraft am Nordportal des Tunnels und sicherte die Funkverbindung zwischen Rettungszug und Leitstelle Fulda.

Etwa gegen 17:00 Uhr wurde das Kalb im Tunnel rund zwei Kilometer vor dem Südportal gesichtet. Den Feuerwehrleuten gelang es, das Tier durch einen nahen Rettungstunnel in der Nähe des Sportplatzes von Weichersbach ins Freie zu bringen, wo es dann zur Freude des zuständigen Landwirtes verladen und in den heimischen Stall gebracht wurde.

Nachdem gegen 17:45 Uhr der Rettungszug den Landrückentunnel verließ, konnte die Strecke wieder freigegeben werden. Aufatmen war jedenfalls bei Polizei und Feuerwehr angesagt, denn der Zusammenprall zwischen einem ICE mit Tempo 200 und dem etwa 100 Kilogramm schweren Kalb hätte ein "schweres Unglück" ausgelöst.

Vielen Helfern der heutigen Aktion ist noch der "Horror-Crash" vom April 2008 in Erinnerung, als ein ICE in eine Schafherde am Tunneleingang raste und dabei mehr als 20 Menschen verletzt wurden. Seither ist heftig über mehr Sicherheit von Bahntunnel vor frei laufenden oder verirten Tieren diskutiert worden. Auf jeden Fall sind in jüngster Zeit die Sicherheitsvorkehrungen durch den Bahn erheblich verstärkt worden, denn: die Eingänge zu den Tunnel sind jetzt durch fast zwei Meter hohe Drahtzäune gesichert. Der heutige Vorfall konnte aber offenbar nur deshalb passieren, weil das Kalb etwa 700 Meter vor dem Tunnel von der Weide auf das Gleis gelangte. Welche juristischen oder andere Konsequenzen der gestrige "Kalb-Ausflug" haben wird, konnte von der Bahnpolizei noch niemand sagen. (ma).

Sobald mehr Informationen vorliegen, wird die Redaktion diese Meldung aktualisieren. +++




Sicher angebunden am Tunnelausgang...



...und dann ging es mit Schwung in den Viehanhänger....





Einfahrt des Rettungszuges in den Landrückentunnel...


Ausfahrt des Rettungszuges aus dem Tunnel...

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