„Kinder haben keine Lobby, hört man oft und nicht ganz zu Unrecht“, meinte Bürgermeister Edwin Schneider am heutigen Freitagmorgen bei der Einweihung eines Spielturms auf dem neuen Kinderspielplatzes an der „Schlossbergschule“. Dies treffe jedoch nicht für Hessens Bergstädtchen zu, denn hier sei es gelungen gemeinsam mit Förderverein, Elternbeirat, Schulleitung, Stadt Ulrichstein und dem Schulträger, dem Vogelsbergkreis, ein Projekt für die Kinder zu schaffen.
Sowohl die Erwachsenengeneration insgesamt wie auch die Politik im Besonderen stünden in der Verantwortung, den Kindern eine behütete Kindheit zu geben. „Wir sind aufgerufen, ihre Entwicklung zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu verschaffen, ihre Fähigkeiten und Anlagen zu entfalten. Für die Entwicklung der Kinder ist vieles nötig und zu einem nicht unbeträchtlichen Teil vollzieht sie sich beim kindlichen Spiel“, so Schneider. Es habe zwar lange gedauert bis dieses Projekt abgeschlossen werden konnte, denn die Standortfrage für einen neuen Spielplatz beschäftigte die Ulrichsteiner Gremien schon lange Zeit. Angepeilt wurden zunächst Standorte oberhalb der Sparkasse und hinter dem Reifenservice Hageman. Konkrete Schritte wurden dann im Jahre 2008 mit dem Erwerb des Grundstückes durch die Stadt Ulrichstein unternommen.
Kaufabsicht: Die Erweiterung des Schulhofes. Ende 2009 erfolgte der Abriss des darauf stehenden Gebäudes, ein ehemaliges Schlachthaus, durch die Stadt und die Entsorgung des Holzdachstuhls und der Bretter durch Mitglieder des Fördervereins „Schlossbergschule“. Im Frühjahr 2010 begann die Planung des Geländes in Absprache mit dem Amt für Gebäudemanagement und den Schulgremien sowie die Vorstellung eines Modells „Schulgeländeerweiterung“ durch den Förderverein. Die Instandsetzung des Geländes mit Plasterarbeiten und Zaun geschah im April 2011. Probleme gab es dann mit der erforderlichen Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Vogelsbergkreis und der Stadt Ulrichstein bezüglich Nutzung und Haftung. Diese wurden erst im Januar dieses Jahres endgültig gelöst. Im März erfolgte dann der Aufbau des Spieleturms durch eine Firma aus Mücke/Groß-Eichen. Zur Finanzierung des Kombispielgerätes in Höhe von über 13.000 Euro war von der Schulleiterin Bärbel Träger zu hören, dass 6.500 Euro vom Förderverein gespendet wurden. Der Restbetrag setze sich aus dem Erlös vom Schulfest 2011 und Schulbetriebskosten zusammen. Die Leistungen des städtischen Bauhofes am Spielplatz insgesamt, bezifferte Bürgermeister Schneider mit rund 5.000 Euro.
Bereits fertig ist auch eine Treppenanlage, die für die Benutzung zum „Unterricht im Freien“ geschaffen wurde. Weitere Kleinspielgeräte und Sandkasten sollen im Laufe des Jahres noch folgen. „Es ist uns gelungen, das gemeinsame Projekt „Spielplatz Ulrichstein“ zu realisieren. Alle Stadtteile verfügen damit über einen Spielplatz, was eine Investition für unsere Kinder und für unsere Zukunft ist“ so Schneider. Schulleiterin Träger und Bürgermeister Schneider dankten allen Beteiligten für das Gelingen des Projektes und unter dem Jubel der Kinder gaben sie den Spieleturm zur Benutzung frei. Dies wurde dann ausgiebig genutzt, wie auch ein kleines Frühstück zum Abschluss.
Neben den Kindern und der Lehrerschaft der Schlossbergschule unter Leitung von Bärbel Träger, nahmen Bürgermeister Edwin Schneider, Erster Stadtrat Werner Funk, Stadtrat Manfred Feineis und Bauhofleiter Lutz Hammerstädt von der Stadt Ulrichstein, Elternbeiratsvorsitzende Simona Repp und deren Stellvertreterin, Nicole Schwandner-Rausch sowie vom Förderverein Susanne Forgel und Heather Bubel teil. (gr) +++