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18.06.12 - FULDA

"Sorge KLOTZSCHES um ÜWAG-Zukunft unbegründet - entbehrt jeder Grundlage"

„Zahlreiche der vom Abgeordneten der Verbandsversammlung des Zweckverbands Überlandwerk Fulda-Hünfeld-Schlüchtern aufgestellten Behauptungen und geäußerten Befürchtungen entbehren jeder Grundlage“, erklärte ÜWAG-Vorstand Dipl.-Ing. Günter Bury heute Nachmittag in einer Pressemitteilung unter Hinweis auf eine entsprechende Pressemeldung des osthessischen FDP-Politikers (siehe ON am heutigen Tage). Herr Klotzsches Forderung nach mehreren Vorständen mit Verweis auf das deutsche Aktienrecht sei auch nicht zutreffend. Gemäß der Satzung der ÜWAG könne der Vorstand aus einer oder mehreren Personen bestehen. Die Satzung der ÜWAG stimme mit dem Aktienrecht überein. Dies sei vom Amtsgericht Fulda und dem Regierungspräsidium Kassel geprüft und bestätigt worden – letztmalig bei der jüngsten Satzungsänderung im Jahr 2010.

Auch Klotzsches Forderung nach mehr Kontrolle gehe ins Leere, denn hierfür gebe es in der Aktiengesellschaft ausdrücklich ein eigenes Gremium – den Aufsichtsrat. Und den gebe es auch bei der ÜWAG.  

„Die wirtschaftliche Situation der ÜWAG ist ausgezeichnet und gibt keinerlei Anlass zur Besorgnis“, so Günter Bury. Im Jahr 2011 wurden umfangreiche Investitionen getätigt, die beispielsweise neue Busse für den Linienverkehr im Landkreis Fulda für 15 Mio. Euro sowie Contracting- und Fotovoltaikprojekte für rund 4 Mio. Euro beinhalten. Solche großen und langfristig angelegten Investitionen würden üblicherweise fremdfinanziert. "Es ist daher ein sichtbares Zeichen des Wachstums, dass die Verbindlichkeiten des Gesamtkonzerns um 24 Mio. Euro auf jetzt 86 Mio. Euro gestiegen sind. Angesichts einer Konzernbilanzsumme von 314 Mio. Euro sind diese Verbindlichkeiten jedoch eher geringfügig (27,3 %). Auch die angesprochene Reduzierung der Rückstellungen ist eindeutig positiv zu sehen. Sie konnten verringert werden, weil die ihnen zugrunde liegenden Zahlungsverpflichtungen und Risikopositionen inzwischen erledigt wurden oder weggefallen sind" heißt es in der ÜWAG-Erklärung wörtlich.  

Auch die Äußerungen von Herrn Klotzsche zu den Aktivitäten der TERRA THERM Erdwärme GmbH seien falsch. Es wäre zwar unbestritten, dass sich das Unternehmen in einem noch jungen und schwierigen Markt bewegt und in den letzten Jahren Verluste erwirtschaftet habe. Im Eigenkapital, das im Geschäftsbericht veröffentlicht wurde, seien diese Verluste jedoch bereits berücksichtigt und das Eigenkapital der TERRA THERM "weiterhin positiv".

"Auch die Verbindung des ÜWAG-Tochterunternehmens mit einem Erdbeben in Basel entbehrt jeder Grundlage. Durch oberflächennahe Geothermie, wie sie von der TERRA THERM betrieben wird, können keine Erdbeben ausgelöst werden. Mit seinen Äußerungen trägt Herr Klotzsche nicht zur Aufklärung und sachlichen Diskussion bei. Es drängt sich vielmehr der Eindruck auf, er wolle ein noch junges und noch dazu besonders umweltfreundliches Geschäftsfeld kaputtreden" schrieb Vorstand Bury.  

Die Kritik an der ÜWAG-Beteiligung am Windpark Borkum-West II sei ebenfalls deutlich überzogen. Die um zwei Jahre verschobene Inbetriebnahme wäre insbesondere darauf zurückzuführen, dass wertvolle Erfahrungen des benachbarten Windparks Alpha Ventus mit in die Planungen und den Bau einbezogen wurden. Außerdem schreite die technische Entwicklung rasant fort, so dass heute ausgereiftere Komponenten eingesetzt würden könnten als noch vor einigen Jahren. Dies führe zu einer verbesserten Ausgangssituation und langfristig zu einer erhöhten Wirtschaftlichkeit des Projekts.

"Die ÜWAG wird zur Realisierung des Projekts kein weiteres Geld zuschießen müssen. Sie hat 22 Mio. Euro in den Offshore-Windpark investiert. Diese Summe ist jedoch ein Anteil am Eigenkapital der Betreibergesellschaft. Es müsste auch Herrn Klotzsche so wie jedem Bauherren klar sein, dass große Vorhaben sowohl durch Eigenkapital als auch Fremdkapital finanziert werden. Eine Quote von 1/3 Eigenkapital und 2/3 Fremdkapital ist durchaus üblich. Dies hat Herr Klotzsche in seinen Überlegungen nicht berücksichtigt".  

Der Boom der Windenergie im Zuge der Energiewende hat laut ÜWAG auch zu Kapazitätsengpässen in der Industrie, insbesondere bei den Herstellern von Stromnetzen, an die Windparks angeschlossen werden, geführt. Vor diesem Hintergrund seien gegenwärtige Pressemeldungen zu sehen. Dennoch bedeuteten Offshore-Windparks ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Gleichwohl werde die ÜWAG auch die Windkraft an Land und in der Region ausbauen. Dies sei allerdings erst dann möglich, wenn die Regionalplanung die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen biete.  

Abschließend ging Bury noch auf die Ausschüttung in Höhe von 15,48 Mio. Euro an die Anteilseigner der ÜWAG ein, die auf einen gemeinsamen Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zurückgehe. Beide seien nach Beratungen zu dem Ergebnis gekommen, dass der angedachte Betrag eine angemessene Ausschüttung darstelle. Sie lasse der ÜWAG die notwendigen finanziellen Spielräume, um auch künftige Herausforderungen erfolgreich zu bestehen. "Eine Eigenkapitalquote von 59,5% und Rücklagen von 115,7 Mio. Euro belegen dies eindrucksvoll. Die endgültige Entscheidung über die Ausschüttung wird von der Hauptversammlung getroffen" schloss Bury seine Erklärung.  +++

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