Ludwig Holzheimer aus Kilianshof hat eine Leidenschaft für alles Alte, was früher so in Haus und Hof und im Stall verwendet wurde. Seiner Sammelleidenschaft hat er jetzt Rechnung getragen und im alten Kuhstall eine Art kleines Privatmuseum eingerichtet. Wahre Schätze finden sich hier, die liebevoll arrangiert wurden.
Was sogleich auffällt ist ein altes Bett mit einem bemalten Himmel. „Es ist aus dem Jahr 1821 und wurde zufällig in einer Scheune in Kilianshof entdeckt“, weiß Holzheimer zu berichten. Der Strohsack mit dem das Bett gefüllt ist, stammt zwar nicht aus 1821 aber die verzierte Bettwäsche aus 1898 hat ebenfalls schon einige Jährchen gesehen. Alte Radios, Kommoden, ein Harmonium, eine hölzerne Schulbank, alte Wasser- und Brunnenleitungen, Küchenutensilien aller Art und natürliche landwirtschaftliche Gerätschaften, Zentrifugen, die zur Butterbereitung verwendet wurden, mehrere Butterfässer, Rahmtöpfe in verschiedenen Ausführungen, und sogar ein elektrisches Butterfass sind zu sehen.
Alte Truhen, Nähmaschinen, Spinnräder, fußbetriebene Nähmaschinen, Geräte zur Flachbearbeitung und alle nur denkbaren Geräte die zum backen nötig waren, vom Backtrog über Bleche und Formen. Ein ganzer Bereich ist der Wäschepflege von damals gewidmet sogar mit altem Waschpulver. Waschbrett, uralte Waschmaschinen und eine alte Handtrommel lassen jede Hausfrau dankbar aufatmen, dass diese mühselige Arbeit ihnen heute erspart bleibt. Gemolken wurde über Jahrhunderte hinweg von Hand, so sind alte Melkeimer noch erhalten aber auch die erste Melkmaschine, die in Kilianshof Einzug hielt. Ein großer Bereich ist Kinderspielzeug vorbehalten, vor allem die Puppenwagen fallen ins Auge. Der Großvater von Ludwig Holzheimer war Schreiner, das alte Schreinerwerkzeug hat Holzheimer ebenfalls in seine Ausstellung aufgenommen. Was an Geräten und Utensilien im Stall alles benötigt wurde, vom Joch über Ketten bis hin zu Trögen, Sensen und Schleifsteinen kann bei Ludwig Holzheimer besichtigt werden.
Es kann gar nicht alles aufgezählt werden, was Ludwig Holzheimer in seinem altem Kuhstall so sammelt. Alleine das viele Geschirr, die alten Bügeleisen, Hufeisen, Waschschüsseln, das Imkerzubehör, die Tabakstation und die Zigarre vom Großvater aus den 50er Jahren sind sehenswert. Uniformen, einiges aus DDR-Beständen aber auch von der amerikanischen Armee, Auszeichnungen und Urkunden, alte Schreibmaschinen, ein Telefon aus einem Wachturm der ehemaligen DDR, Fotoapparate und erste Handfilmapparate sind zu sehen. „Vieles haben ich schon gehabt, wie die Dosenverschlussmaschine“, verweist Holzheimer auf echte Raritäten. Als er 1990 die Kuhhaltung aufgab und der Stall leerstand, stellte sich die Frage was mit dem großen Raum anzufangen sei. Die alten Gerätschaften und Utensilien, die teilweise über Generationen verwendet wurden, wollte er auch nicht einfach ausrangieren. Hinzu kam die Liebe zu diesen alten Dingen. Und so begann er zu sammeln, besuchte Flohmärkte und begab sich auf Raritätensuche.
Wer die viele Schätze von Ludwig Holzheimer ansehen möchte, kann ihn jederzeit anrufen und einen Termin vereinbaren. Zeit sollte man schon etwas mitbringen, denn zu fast jedem Gegenstand gibt es eine nette Geschichte, die erzählt werden sollte. Auch seine Krügesammlung im angrenzenden Raum ist sehenswert. Ganz merkwürdige Maßeinheiten sind darunter. Ein Krug mit 0,35 oder 0,8 Liter. Hier finden sich auch verschiedene Wanduhren und eine Sammlung von Heiligenbildern sowie eine Zinnecke. Ein Besuch bei Ludwig Holzheimer lohnt sich also auf jeden Fall. Telefon: 09701-231. (me) +++