Badegäste, die seit dem diesjährigen Saisonbeginn das Schottener Freibad besuchten, fragten sich mitunter, warum wohl die Sprunganlage mit dem Ein- und dem Drei-Meter-Brett gesperrt waren. Sicherheitsgründe war die Antwort. Der zuständige TÜV, der die Anlagen regelmäßig überprüft, hatte festgestellt, dass der Bereich unterhalb der Sprunganlage keinen Fallschutz aufweist. Weiterhin wurde bemängelt, dass die Querstreben am seitlichen Geländer des Drei-Meter-Brettes quer und nicht, wie es die neuesten Vorschriften fordern, senkrecht angeordnet sind. Was beim Bau des Bades noch Standard war, stellt mittlerweile einen Mangel dar. Kinder, so die Begründung des TÜV-Prüfers, könnten auf die Idee kommen, die Querstreben wie eine Leiter zu benutzen, um daran hochzusteigen und sich angesichts der Höhe der Anlage dabei in Gefahr bringen.
Die Freibadverwaltung handelte prompt, brachte die erforderlichen Mittel im aktuellen Haushalt ein und wollte gleich nach dessen Verabschiedung und Genehmigung loslegen. Doch das Wetter spielte nicht mit. Zwar konnte das Sprungturmgeländer klettersicher verkleidet werden, aber für die Verlegung des Fallschutzbodens war über mehrere Tage hinweg absolut trockenes Wetter die Voraussetzung. Die Vorarbeiten durch den Bauhof waren längst abgeschlossen, aber der Fallschutz, eine schaumartige, flüssig „einzugießende“ Masse, konnte nicht eingebracht werden. Erst beim zweiten Versuch gelang der Spezialfirma das Vorhaben, so dass das langwierige Sanierungsprojekt vor einigen Tagen abgeschlossen werden konnte. Die Sprunganlage, jetzt sicherer denn je, steht nun wieder zur Benutzung bereit.
Ein Opfer behördlicher Vorschriften wurde das ehemalige Kinderplanschbecken, welches seit der Modernisierung des Bades in den neunziger Jahren als Kneipp-Becken „umgenutzt“ worden war. Der Wasserzulauf hing allerdings nicht an der Umwälz- und Chloranlage, sondern wurde durch Frischwasser gespeist, was wegen der nicht ausreichenden Durchströmung seitens des Gesundheitsamtes moniert wurde. Der vorschriftskonforme Anschluss an die bestehende Aufbereitungsanlage für die beiden großen Becken und das derzeitige Planschbecken hätte einen unverhältnismäßig hohen baulichen und finanziellen Aufwand bedeutet. So blieb das Kneipp-Becken zunächst für zwei Jahre gesperrt und wurde jetzt durch eine erweiterte Sitz- und Liegefläche ersetzt.
Gesetzliche Vorgaben waren es auch, die angesichts der langen Freibadöffnungszeiten eine zahlenmäßige Erweiterung des Freibadpersonals erforderlich machten, um ein befürchtetes, so genanntes „Organisationsverschulden“ der Stadt als Badbetreiberin auszuschließen. Zuletzt bediente man sich noch hilfsweise einer Arbeitskraft der Bäderbetriebsgesellschaft Fulda, die aber dann eine anderweitige Anstellung fand. Und seit Beginn der laufenden Badesaison steht der Fachangestellte für Bäderbetriebe, Dino Agostini, neben Karl-Otto Weitz und Hans-Jürgen Becker als weiterer „Bademeister“ zur Verfügung. Alle drei Beschäftigten werden sowohl im Freibad als auch im städtischen Bauhof eingesetzt. Als zusätzlich zu den Fachkräften verfügbare Beckenaufsichten haben noch Sonja Hau und Michael Ulm die entsprechenden Prüfungen für Rettungsschwimmer abgelegt. Somit ist das Freibad Schotten auch für hochsommerliche Spitzenbesuchszeiten gut gerüstet. +++