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13.07.12 - FULDA

GALERIE-SKANDAL(2): "FZ-Wiesn" bis 24 Uhr, aber keine 2 Tage MSC-Slalom

Das Thema "Nutzung Messe-Gelände" kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nachdem "osthessen-news" die "Unklarheiten" bezüglich vertraglicher Einheiten zwischen GME-Event für ein "O´zapft is"-Fest und der Genehmigung der "FZ-Wiesn" aufgedeckt hat (siehe EXTRA-Bericht am heutigen Tag) geht es weiter: Aufregung und Unverständnis geht nämlich durch die Mitglieder-Reihen des Motor-Sport-Clubs (MSC) Fulda. Der Grund: das traditionelle Slalom-Wochenende auf dem Messegelände Fulda-Galerie steht plötzlich auf der Kippe. Wobei es nicht nur um eine motorsportliche Veranstaltung geht, sondern diese ist auch ein Stück Basis-Arbeit mit Jugendlichen. Statt zwei Tagen heißt es jetzt nur noch einen Tag, so die Entscheidung der Stadt Fulda. Die Begründung: die Lautstärke sei den Anwohnern nicht zuzumuten. Im letzten Jahr müssen wohl rund 25 Beschwerden wegen Ruhestörung - sogar eine Unterschriftensammlung von Anwohnern aus einer Straße soll es geben - eingegangen sein.

Daraufhin hat MSC-Vereins-Chef Haiko Nix im Februar dieses Jahres ein Gespräch mit der Stadt Fulda geführt. Man habe ihm erklärt, dass es schwierig sei diese Veranstaltung am letzten August-Wochenende (2012) zu genehmigen und versichert, dass auch andere Events - aus Rücksicht auf die „Messe-Nachbarn“ - nicht stattfinden würden. Dann einigte Nix mit dem zuständigen Fachdienst in der Stadtverwaltung auf einem Kompromiss: den Samstag. „Das haben wir zunächst einmal so akzeptiert“, sagte der Vorsitzende gegenüber „osthessen-news“.

Jetzt: die Kehrtwende der Stadt Fulda. Der regionale Verlag Parzeller veranstaltet mit der Kulmbacher Brauerei vier Tage lang - einmal sogar bis Mitternacht - ein Oktoberfest in einem 40 mal 42 Meter großen Festzelt auf dem Messegelände. „Fuldaer Wiesn“ heißt das Mega-Event – es soll Mitte September ausgerichtet werden. Der Fuldaer Oberbürgermeister Gerhard Möller und Landrat Bernd Woide (beide CDU) haben die Schirmherrschaft übernommen. Ist der Druck des Verlagshauses etwa so groß, dass die Lärm-Argumenation bei den "38-Stunden-Wiesn" nicht zählt?

„Das ist eine Sauerei“, ärgern sich die Mitglieder des MSC Fulda und können die „Genehmigungsstrategie“ der Stadt nicht nachvollziehen. Sie fordern „Gleichbehandlung“. Es entstehe der Anschein, dass „hier an zweierlei Maß gemessen wird“, hieß es. „Wir haben eine sehr erfolgreiche Jugendgruppe und können die Entscheidung unter diesen Bedingungen nicht akzeptieren“, sagte Heiko Nix im „osthessen-news“-Interview. „Die Existenz unseres Vereins ist durch den Wegfall des Samstags gefährdet.“ Denn die Einnahmen des Slalom-Wochenendes sind zu 100 Prozent in die Jugendarbeit geflossen - „ein schwerer Einschnitt“, meinte Vereinsmitglied Alfred Hartung. Er sagte: „Wer uns so einen Knüppel zwischen die Beine wirft, schwächt das Engagement massiv und macht das Ehrenamt kaputt.“

Statt über 200 Teilnehmer (2011) rechnen die Organisatoren in diesem Jahr nur noch mit etwa 40 Motorsportlern. Bei dem Fuldaer Slalom-Wochenende handelt es sich um eines der größten Events in der Bundesrepublik, bei dem in jedem Jahr sehr erfolgreiche Fahrer und Funktionäre der Szene in die Barockstadt kommen. Der MSC Fulda zählt derzeit etwa 130 Mitglieder – davon 30 Jugendliche. Ob der Slalom-Event in Fulda eine Zukunft hat oder bald Geschichte ist, liegt jetzt in den Hädnen der politischen Entscheidungsträger. (Christian P. Stadtfeld). +++



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