BOLOGNA. Die Titelverteidigung ist ihr nicht gelungen: Jaqueline Orth vom SV Niederaula wurde Neunte bei der Europameisterschaft in Bologna (Italien). Der Trost: Mit dem deutschen Nationalteam der Sportgewehr-Juniorinnen errang die Niederaulaerin die Silbermedaille. Zur Wiederholung ihres Vorjahreserfolgs fehlte der 19-jährigen Schülerin das Quentchen Glück. Es waren zwei erste Zehnersätze in der Qualifikation, die nicht so recht ins Bild der erfolgsverwöhnten Titelverteidigerin passen wollten. Die 96 beim Liegendauftakt, die mit 99 im zweiten Anlauf aber noch abgemildert wurden. Sehr gut hielt Jaqueline Orth im Stehendabschnitt mit 96 und 97 Ringe. Das war klarer Finalkurs, ein Platz unter den besten Acht.
Doch im ersten Stehendsatz geriet die fest angepeilte Endkampfteilnahme ins Wanken. Nur 92 Ringe, damit war klar, es wird eng fürs Finale. Sogar ihre Teamkameradin Jolyn Beer hatte sie mit 97 Ringen in der vorletzten Passe überholt. Aber Jaqueline Orth kann es besser. Volle Konzentration im letzten Anlauf des Knienddrittels: 97 Ringe. Damit hielt sich die Titelverteidigerin die Chance der Finalteilnahme offen. Ebenso wie die dreifache hessische Juniorenmeisterin hatte in der Endabrechnung aber auch Lisa Ungerank aus Österreich 577 Ringe erzielt. Beide rangierten mit diesem Resultat auf den letzten Finalplatz, Rang acht, den aber nur eine einnehmen konnte. Die Lösung: Im Stechen wurde die Finalistin ermittelt. In dieser Fünf-Schuss-Verlängerung hatte Jaqueline nicht das Glück auf ihrer Seite. Sie verlor die Entscheidung mit 48,8 zu 50,5 und wurde Neunte.
Silber hinter Norwegen
Auch das deutsche Sportgewehr-Juniorinnenteam war Titelverteidiger. Doch auch in dieser Mannschaftskonkurrenz gab es keine Wiederholung des Vorjahreserfolgs. Deutschland wurde Zweiter mit 1727 Ringen (Jolyn Beer 578, Jaqueline Orth 577 und Nina-Laura Kreutzer 572) und sieben Zähler Rückstand auf den neuen Europameister Norwegen, der in der Siegerin der Qualifikation, Siw Anita Dramstad, mit 585 Ringen seine beste Sportlerin hatte. Was für ein Erfolg: Doreen Vennekamp hat bei ihrem ersten internationalen Einsatz eine Bronzemedaille gewonnen. Zwei Plätze machte die hessische Juniorin im Finale der Kombination Sportpistole für diesen Triumph gut. Ihr Weg zum Edelmetall: Vierte im ersten Teil der Qualifikation mit 286 Ringe und drei Zähler Rückstand zur Spitzenposition, Fünfte nach dem zweiten Teil der Qualifikation mit 282 Ringen und einem Gesamtergebnis von 568 Ringen und Dritte nach dem Finale mit 201,0 in den vier Endkampfserien. Das ergab das Endergebnis von 769,0.
Kim Richter fällt zurück
Die deutsche Vizemeisterin aus Kassel hatte am ersten Tag in Präzisionsteil den 14. Rang mit 282 Ringen und am zweiten den 18. nach 280 im Schnellschussabschnitt mit insgesamt 562Ringen. Das Finale verpasste Kim Richter um fünf Zähler.
Vierte im Finale
Mit einer tollen Aufholjagd sicherte sich Josefin Eder (Lebus) am zweiten Tag noch die Teilnahme am Finale. Danach sah es am ersten Tag nicht aus. Mit 280 Ringen hatte sie nach der Präzision nur den 22. Rang belegt. Für sie lief es im zweiten Teil, dem dynamischen Schnellschussteil, deutlich besser: 287 Ringe. Das ergab ein Gesamtergebnis von 567 Ringen, der achte Rang in der Qualifikation und der Finaleinzug. Doch die Brandenburgerin wollte mehr. Im Endkampf trumpfte sie noch einmal auf. Mit 201,4 Ringen erreichte sie in den vier Serien das zweitbeste Finalergebnis, das sie bis auf den vierten Platz nach vorne brachte. Mit dem Endresultat von 768,4 verfehlte sie nur um 0,6 Zähler eine Medaille.
Silber mit der Mannschaft
Nun ist es sicher: Alle drei hessischen Juniorinnen bringen eine Medaille von der Junioren-Europameisterschaft im italienischen Bologna mit nach Hause. Nach der silbernen Plakette für Jaqueline Orth im Sportgewehr-Mannschaftswettbewerb versilberten auch die Sportpistolen-Juniorinnen in der Teamkonkurrenz ihren EM-Start. Mit 1697 Ringen musste sich das deutsche Trio (Doreen Vennekamp 568, Josefin Eder 567 und Kim Richter 562) nur der russischen Mannschaft beugen, die mit 1713 Ringen den Sieg und EM-Titel holte. Den Bronzerang belegte das tschechische Team mit 1693 Ringen.+++