Bei den Olympischen Spielen mit dabei sein, Olympioniken treffen, bei Wettbewerben zuschauen, die ganze Atmosphäre und die Spannung um die Wettbewerbe hautnah mit erleben, das ist für den Unterelsbacher Dirk Schwager in den nächsten Wochen Arbeitsalltag. Der Orthopädietechnikermeister fliegt zu den Olympische Sommerspielen nach London, um Athleten mit Einlagen, Bandagen, Orthesen oder Kompressionsstrümpfen zu versorgen. Die Vorfreude auf die Olympischen Spiele ist schon groß. Für den 43jährigen Unterelsbach ist es die zweite Olympiade, die er beruflich begleitet. 2010 war er schon bei den Winterspielen in Vancouver (Kanada) mit dabei.
Seit 2001 ist die Bauerfeind AG (Zeulenroda), für die der dreifache Familienvater arbeitet, offizieller Ausstatter der Deutschen Olympiamannschaften. Bei Olympischen Spielen ist seitdem immer ein Bauerfeind-Team für die deutsche Mannschaft vor Ort. In diesem Jahr sind darüber hinaus Bauerfeind-Produkte für die Athleten aller teilnehmenden Nationen in den Polikliniken und an den Wettkampfstätten erhältlich. Das bedeutet, für rund 10.500 Athleten aus 205 Nationen im Verletzungsfall da zu sein. Bauerfeind wird in London mit einem internationalen Team vor Ort sein, zu dem auch Dirk Schwager gehört. Die Orthopädie-Techniker arbeiten im Zwei-Schicht-System in der Poliklinik des zentralen Olympiadorfes in Stratford. Hier werden im Verletzungsfall die Olympioniken mit Bauerfeind-Bandagen und -Orthesen versorgt. Das für den Sportler optimale Produkt wird in Abstimmung mit seinem Mannschaftsarzt bzw. Physiotherapeuten ausgewählt.
Zum Service von Bauerfeind gehört auch das maßgenaue Anpassen des Produkts. Die am häufigsten benötigten orthopädischen Hilfsmittel sind Bandagen für Knie, Handgelenk, Sprunggelenk, Ellenbogen und Rücken. Im Vorfeld der Spiele hatte Dirk Schwager unter anderem damit zu tun, die deutschen Olympioniken zu versorgen. Die Sportler nutzen die orthopädischen Hilfsmittel auch prophylaktisch: beim Training und zur Regeneration. Hier greifen Athleten zum Beispiel gern auf Kompressionsstrümpfe zurück.
Nun freut sich Dirk Schwager auf seinen Einsatz in London, auf die Begegnung mit Athleten aus aller Welt. „Man weiß nie mit welchen Fällen man konfrontiert wird. Es bleibt immer spannend.“ Zusammen mit einem niederländischen Kollegen teilt er sich in der ersten Olympia-Woche die Schichten, danach mit einem deutschen Kollegen. Das Team teilt sich die Arbeit, die 7 Uhr in der Früh beginnt und selten vor 23 Uhr zu Ende ist. „Wir müssen auf alle Anforderungen sofort reagieren können. Da ist Nachtschicht keine Ausnahme, damit die Athleten wieder starten können.“
Aber es wird nicht nur Arbeit auf dem Programm stehen „Es wird aber auch Zeit bleiben, um den einen oder anderen Wettbewerb zu verfolgen.“ Dirk Schwager stammt eigentlich aus Unsleben, er ist gelernter Orthopädietechnikermeister, kümmerte sich zunächst in Ulm um die Versorgung behinderter Kinder, anschließend arbeitete er als Werkstattleiter im Klinikum Bad Staffelstein, bis er schließlich zu „Bauerfeind“ wechselte. Er ist im Bereich Anwendungstechnik tätig und für technischen Kundensupport und Schulungen zuständig. Seit einigen Jahren hat er sich auf Sportler-Versorgung spezialisiert, zu seinem Kundenkreis gehören Spitzensportler weltweit, unter anderem versorgt er auch namhafte Bundesligamannschaften. Auch wenn Schwager regelmäßig in der Welt unterwegs ist, auf London und die Olympischen Sommerspiele freute er sich besonders. „Die Sportler sind im Olympischen Dorf ganz privat, da gibt es keine Presse, man kann ein freundschaftliches Verhältnis zu ihnen aufbauen.“ Für seine Arbeit ist ein gewisses Maß an Vertrauen auch notwendig. „Absolute Diskretion ist wichtig, das ist ein Muss in meinem Job.“ (me) +++