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16.08.12 - Bad Hersfeld

Pflege der Zukunft braucht mehr Unterstützung: Älter werdende Gesellschaft

Das Thema „Pflege“ geht alle an, gleich ob alt oder jung. Darin waren sich alle Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Altern in Würde. Wie wollen wir in Zukunft pflegen?“ von Beginn an einig. Denn auch jüngere Menschen müssen sich häufig der Herausforderung stellen, sich um pflegebedürftige Familienangehörige zu kümmern, die nicht mehr allein zurecht kommen. Der SPD Ortsverein Hersfeld-West hatte in den Wigbertsaal des Altenzentrums Hospital geladen und zahlreiche Gäste diskutierten mit der Ersten Kreisbeigeordneten Elke Künholz, dem Leiter des Altenzentrums Ronald Loot, dem Rentenexperten Rainer Koch, der ehemaligen Pflegedienstleiterin Brigitte Deiß und dem Pflegedirektor Helmut Heiderich. Dass in einer älter werdenden Gesellschaft die Sorge vor Krankheit, Einsamkeit und mangelnder Zuwendung wächst, machte Elke Künholz deutlich. „Und wir werden auch immer älter. Allein die Altersgruppe der 65- bis 75-jährigen wird in Bad Hersfeld bis 2030 um etwa 20 Prozent ansteigen“, so Künholz, die darauf hinwies, dass dieser Wert in den umliegenden Gemeinden noch weitaus höher läge.

Im Bild von links: Pflegedirektor Helmut Heiderich, Leiter des Altenzentrums Hospital Ronald Loot, Stadtverordneter Markus Teglas, Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, die ehemalige Pflegedienstleiterin Brigitte Deiß und der Rentenexperte Rainer Koch.

Loot und Heiderich hoben die wachsende Bedeutung guter Pflege hervor: „Nur, wenn das Pflegepersonal unter guten Rahmenbedingungen seiner wichtigen Aufgabe nachgehen kann, fühlen sich die Bewohner in den Pflegeheimen wohl“, sagte Heimleiter Loot. Dies gelte gleichermaßen auch für die häusliche Pflege, wusste Brigitte Deiß aus jahrelanger Erfahrung: „Angehörige oder Heimbewohner zu pflegen, erfordert viel Kraft und Hingabe, aber man bekommt auch viel Zuwendung wieder zurück.“ Gemeinsam mit Künholz machte Deiß darauf aufmerksam, dass Pflege ein weibliches Gesicht habe. „Sowohl das Personal als auch die Mehrzahl der pflegenden Angehörigen sind Frauen. Und gerade die haben häufig auch noch die Kinder groß gezogen und beziehen im Alter eine sehr geringe Rente“, sagte Künholz. Rainer Koch lenkte den Blick auf die wachsende Bedeutung der Pflege Demenzkranker.

Gerade in diesem Bereich müsse sich trotz guter Ansätze noch mehr bewegen, forderte Koch. Zum Abschluss der angeregten Diskussion wurden die Teilnehmer vom Moderator, dem Stadtverordneten Markus Teglas, gefragt, was denn ihrer größter Wunsch wäre, wenn sie im Pflege- und Sozialsystem grundsätzlich etwas ändern könnten: Die Antworten reichten von der Forderung nach mehr Zuwendung und gesellschaftlichem Einsatz über die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Ansehens von Pflegepersonal bis hin zu grundsätzlichen sozialpolitischen Erwägungen. So wiesen sowohl Koch als auch Künholz darauf hin, dass nur ein guter Lohn und eine gerechte Besteuerung dafür sorge, dass die Sozialversicherungssysteme handlungsfähig blieben. +++

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