Angetan vom Naturheilwassersee an der Frankentherme war eine Delegation aus Schweden, die in der Nähe von Stockholm an dort vorhandenen zwei kleinen Naturseen oder in Schwimmbädern als Bademeisterin oder Bademeister arbeiten. Über den Architekten des 1. Naturheilwassersee Deutschlands an der FrankenTherme in Bad Königshofen kamen sie ins Grabfeld und ließen sich von Bademeister Thomas Henning mehr über die Wasseraufbereitung, die Wasserqualität und die vollbiologische Reinigung berichten. Mit dabei Jessica Gensler von der Kurverwaltung, die ebenfalls viele Fragen zur Kur und den verschiedenen Angeboten beantwortete.Am Naturheilwassersee ging es natürlich um den See, der mit dem Heilwasser der Regius Quelle gefüllt ist und vollbiologisch, ohne Chlor und ander Desinfektionsmittel betrieben wird. 1,3 Millionen hat der See mit einer Wasserfläche von 750 Quadratmetern gekostet und ist seit 2005 in Betrieb. Henning berichtete vom Bayerischen Innovationspreis, mit dem die Frankentherme durch die Idee des Heilwassersee ausgezeichnet wurde.
Der See selbst hat einen Beckeninhalt von 1500 000 Liter Mineralwasser mit Aufbereitung. Die gemauerte Beckenschale ist mit Folie überzogen, was die Reinigung der Wände und Boden erleichtert. Die Wassertiefe fängt bei einem halben Meter an und an der tiefsten Stelle ist der kleine See 1,35 Meter tief. Als Wasserattraktion sind eine Sprudelliege, sowie Sprudelbank, Massagedüsen und Nackenduschen vorhanden. Luftbodensprudler befinden sich zwei im Becken.Die schwedischen Gäste wollten natürlich mehr wissen, wie denn das Wasser in den See kommt und wie letztendlich diese vollbiologische Reinigung aussieht. Staunende Gesichter, als sie erfuhren, daß der See über eine Biogasanlage, die außerhalb der Stadt steht, beheizt wird. "Es ist also wirklich eine vollbiologisch betriebene Anlage." Zur Regiusquelle sagte der Bademeister, daß es sich hier um eine Natrium-Chlorid- Sulfatquelle handelt, die einen hohen Anteil an Eisen, Mangan und Salzmineralien hat. Vor allem für Krankheiten wie Rheuma aber auch Neurothermitis ist das Wasser deshalb von Vorteil. Das bestätigten spontan auch Gäste, die vor allem von einer "weichen Haut" nach dem Baden im Heilwassersee berichteten. Nicht schlecht staunten die Gästen aus Schweden, Thomas Henningen ihnen die Abdeckung zeigte, die am Abend über das Wasser gezogen wird. "Das hat den Vorteil, das die Wassertemperatur nur ganz gering abfällt."Dann gings es zur Aufbereitung und hier sagte der Bademeister, daß das Schilf, das für die Reinigung notwendig wird zum Teil aus Frankreich, teils aber auch von der Nordsee kommt. Es sei vor allem für das hiesige Wetter und die Temperaturen ideal und sei sehr gut angewachsen. Ob es denn auch gemäht wird? "Natürlich und zwar immer nach Saisonende." Für eine ausgezeichnete Reinigung sorgt die biologische Aufbereitung. Das Wasser wird über die Überlaufrinne am See nach unten zum geschlossenen Regenerationsteich geleitet. Dort durchströmt es zwei Grobfilter die Gras und Verunreinigung zurück halten. Dann wird das Rohwasser in die Pflanzenwurzeln geleitet, steigt nach oben, wird dort in Drainagenrohre gefasst und fließ in den offenen Regenerationsteich.
Dies geschieht über Kupferrinnen, was den Vorteil hat, daß sich im Teich selbst keine Algen mehr bilden. Dann durchströmt das Filtrat den Sand und wird in Drainagenrohre über eine Umwälzpumpe an den Wärmetauscher im Kurhaus transportiert. Die Wassertemperatur beträgt zwischen 28 und 30° Celsius von April bis November. "Das ist natürlich viel wärmer, als unsere Seen, die haben gerade mal 22 Grad und da friert man ganz schön, vor allem wenn noch der Wind weht," berichteten die schwedischen Gäste. Nicht ohne Stolz berichtete Bademeister Henning von 11.500 Besuchern, die den See im letzten Jahr nutzten. Wie die Reinigung funktioniert? Auch das erklärte Thomas Henning: Das Becken wird täglich von morgens fünf Uhr bis zur Öffnung um 10 Uhr mit einen Hochdruckreiniger und 200 bar Wasserstrahl durchgeführt, die Ablagerungen werden dann über einen Teichsauger entfernt. Interessant: Nach DIN wird die Verschmutzung von Keimen in Badeseen mit Escheria Coli bestimmt, ein Wert mit einer Keimzahl von 500 wird als Ausgezeichnet bewertet. "Wir schaffen es auf eine Keimzahl von 15 zu kommen was den Anforderungen mehr als genügt."Die Gestaltung der gesamten Anlage beeindruckte die schwedischen Bademeisterinnen und Bademeister ebenso wie die großzügige Anlage. Sie warfen auch einen Blick in die Schwimmhalle mit dem Kinderbereich, Whirlpool und sonstigen Angeboten. Dann hatten alle noch Zeit sich von der Wasserqualität, aber auch von den Wellmessangeboten selbst zu überzeugen, bevor es wieder Richtung Flughafen Frankfurt und Stockholm ging. "Wir sind begeistert, haben viel erfahren und werden unsere beiden Seen jetzt nicht mehr "Pool", sondern auch Seen nennen. Das klingt doch viel schöner!"Auf dem Foto: Vor allem die vollbiologische Reinigung interessierte die Gäste aus Schweden. Dazu erfuhren sie mehr von Bademeister Thomas Henning. So sehen die großen Filteranlagen aus, in die das Wasser des Heilwassersees zunächst fließt, bevor es in die Wurzelkläranlagen geleitet wird. Andrea Friedrich-Rückert fungierte als Dolmetscher, wenn Bademeister Thomas Henning (rechts) die Funktionen erläuterte. Die Abdeckung, die abends über den See gelegt wird oder den Winter über dort liegt, beeindruckte vor allem. "Das ist eine Idee, die müssen wir uns merken," waren sich die schwedischen Bademeister einig und ließen sich kleine die entsprechenden Daten geben. Foto: Friedrich +++