09.10.12 - REGION

Berufsanerkennungs-RL: MdEP Thomas MANN warnt vor Krankenpflege-Notstand

Der Vizepräsident des Ausschusses für Beschäftigung und Soziales, der hessische CDU-Europaabgeordnete Thomas Mann, warnt angesichts der Entscheidungen im Europäischen Parlament (EP) zur Revision der Berufsanerkennungsrichtlinie vor einem Krankenpflege-Notstand in Deutschland: "Heute hat der Beschäftigungsausschuss des EP grünes Licht für eine drastische Verschärfung der Zugangsvoraussetzungen für Krankenpflege-Berufe gegeben. Schulabsolventen mit 10 Jahren allgemeiner Schulbildung soll der Zugang zum Krankenpflegeberuf verweigert werden. Europaweit sollen künftig 12 Jahre Schulbildung die Voraussetzung sein, lediglich eine 6-jährige Übergangsfrist ist vorgesehen.""Ich habe gegen eine Anhebung der Zugangsvoraussetzungen im Bericht votiert und Änderungsanträge eingebracht, die vorsehen, dass in Deutschland weiterhin zehn Jahre allgemeine Schulbildung ausreichen.

Zumindest wurde ein Kompromiss verabschiedet, der vorsieht, dass die 12 Jahre durch eine ’erfolgreich bestandene Prüfung auf gleichwertigem Niveau’ ersetzt werden können. Diese Formulierung jedoch birgt eine hohe Rechtsunsicherheit.""Wir haben in Deutschland beste Erfahrungen mit Krankenschwestern gemacht, die 10 Jahre Schulbildung abgeschlossen haben. Es gibt keinerlei statistischen Beweis, dass sie die Patientensicherheit gefährden, wie von Verfechtern der Verschärfung behauptet. Außerdem können wir es uns aufgrund des demographischen Wandels überhaupt nicht leisten, auf Realschüler zu verzichten. In Deutschland besitzen aktuell rund 45 Prozent der Krankenschwestern und Krankenpfleger das Abitur. Eine Verschärfung der Zugangsvoraussetzung auf 12 Jahre schließt somit jeden zweiten Schulabgänger von Berufen in der Gesundheit- und Krankenpflege aus. Pro Ausbildungsjahrgang werden so etwa 10.000 Realschulabsolventen durch Brüssel verprellt", erläuterte Mann."Ich werde dafür kämpfen, dass diese Verschärfungen durch ein gegenteiliges Votum des Plenums in Straßburg wieder rückgängig gemacht werden - zum Wohle unserer Patienten!", sagte der sozialpolitische Sprecher der CDU/CSU-Abgeordneten im EP abschließend.+++

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