Ein Dutzend Dreier, sechs spektakuläre Blocks, über 92 Prozent Trefferquote von der Freiwurflinie – die Statistiken lassen ein gutes Spiel der Hanau White Wings erahnen. Und doch stehen die Hanauer am Ende mit leeren Händen da. Die Gäste aus Leitershofen / Stadtbergen entführen mit 71:74 die Punkte aus der Main-Kinzig-Halle.
Ein Blick in die Gesichter der White Wings zeigt die pure Enttäuschung und Frust. „Wir hatten es selbst in der Hand, die Niederlage müssen wir uns auf die eigene Fahne schreiben", findet Headcoach Hans Beth deutliche Worte. Dabei sahen die über 800 Zuschauer ein packendes Spiel. Die erste Halbzeit konnte kaum ausgeglichener sein. Kein Team konnte sich auf mehr als vier Punkte absetzen. Zumeist waren es die Gastgeber, die vorlegten, während die BG kontern musste und dies auch tat. Zwei Minuten vor der Halbzeitpause erzielte Marco Völler die vorerst letzten Punkte für die Hanauer.
Bis zum Seitenwechsel verkürzten die Gäste auf 41:42. Die Hanauer Welt war noch in Ordnung, doch die zwei Spielminuten vor der Pause waren rückblickend eine Vorankündigung für das, was sich im dritten und vierten Viertel abspielen sollte. Zwei Viertel, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Im dritten Viertel agierten die Hanauer im Team, erspielten sich freie Würfe und räumten in der Defensive den Gegner ein ums andere Mal ab. Im wahrsten Sinne des Wortes. Allen voran Laron Griffin zeigte gleich vier spektakuläre Blocks. Offensiv war es immer wieder Filmore Beck, der von der Dreierlinie traf – insgesamt sechs Mal! „Zu dieser Zeit haben wir eine gute Verteidigung gezeigt, so wie wir uns das über 40 Minuten vorstellen", war Beth mit dem Spielabschnitt zufrieden. Vor dem Schlussviertel lagen die Hanauer folgerichtig 60:50 in Führung.
Ein anderes Bild zeigten die Brüder-Grimm-Städter im Schlussviertel. 6:30 Minuten blieben die Gastgeber ohne eigenen Korberfolg, mussten gleichzeitig 17 Punkte der BG hinnehmen. Trotzdem war der Sieg noch möglich. Zwei Dreier von Filmore Beck und Robert Huelsewede brachte die Flügelträger auf 68:69 heran. In der Schlussphase konnten die Hanauer jedoch die vergebenen Freiwürfe der BG nicht zum eigenen Vorteil nutzen. Für den letzten Angriff verblieben den Hanauern nur noch fünf Sekunden, der Versuch per Dreier sich in die Verlängerung zu retten misslang. „Wir haben aufgehört zu spielen und Leitershofen so wieder stark gemacht. Ich muss aber auch der BG Leitershofen / Stadtbergen zu einer guten Leistung gratulieren, sie haben verdient gewonnen", analysierte ein sichtlich angefressener Hans Beth das Schlussviertel.
„Die Niederlage war schmerzhaft, weil unnötig. Es war klar, dass unsere Serie früher oder später reißen würde. Heute haben wir die Begegnung jedoch selbst aus der Hand gegeben. Auch wenn wir ein junges Team zusammen haben, verfügt es über ausreichend Erfahrung, um ein solches Spiel für sich zu entscheiden", zog Mate Condic vom Management Bilanz. „Aber hätte, wäre, wenn zählt nicht. Leitershofen hat seine Chance genutzt und die Punkte glücklich, aber verdient mitgenommen. Das wird uns aber nicht aus der Bahn werfen. Ich rechne schon in Breitengüßbach mit einer entsprechenden Reaktion", ergänzte er. „Wir werden die Partie aufarbeiten und unsere Lehren daraus ziehen. Wir werden wiederkommen!", versprach Hanaus Trainer Beth dem erneut lautstarken Anhang. +++