In ihrem zweiten Spiel in der Eishockey Hessenliga haben die Lauterbacher Luchse ihre erhoffte Beute gemacht und die ersten drei Punkte in dieser noch jungen Saison eingefahren. Viel vorgenommen hatte man sich im Lager der Lauterbacher, konnte das Team von Spielertrainer Marc Garthe unter der Woche drei Mal mit dem kompletten Kader trainieren. Doch die ca. 650 Zuschauer in der Lauterbacher Eis Arena sahen einen sehr nervösen und hektischen Beginn der Luchse. Wiesbaden nutze diese hektischen Phasen der Lauterbacher eiskalt aus und erzielte bereits in der 2. Spielminute das frühe 1:0 für die Gäste. Auch nach diesem frühen Gegentor fanden die Lauterbacher noch nicht zu ihrem Spiel. Im Gegenteil, mit einem Konter erhöhten die „Wiesbaden Icetigers" auf 2:0 aus Sicht der Gäste.
Daraufhin nahm Spielertrainer Garthe eine Auszeit um die Mannschaft neu einzustellen und die Nervosität und Hektik aus dem Spiel der Luchse zu nehmen. Diese Auszeit zeigte kurz darauf Wirkung. Nach einer schönen Kombination zwischen Sven Naumann und Paul Schmelzer, der Garthe mustergültig bediente, war es dem „neuen" Trainer vorbehalten, in seinem 1. Spiel für die Luchse den wichtigen Anschluss zum 1:2 zu erzielen. Dieses Tor brachte die Luchse zurück ins Spiel und das Team um Jens Grunewald nahm mehr und mehr das Zepter in die Hand, ohne jedoch ein weiteres Tor im 1. Drittel zu erzielen. Dass die Luchse dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten, sah man auch an der sehr körperbetonten Spielweise, die dem Gegner zu schaffen machte. Nach einem Check von Trabandt verletzte sich ein Wiesbadener Spieler schwer und musste zur Behandlung ins Krankenhaus. Trabandt erhielt für diesen Einsatz eine Spieldauerdisziplinarstrafe auf Grund einer Verletzung des Gegners und fehlt somit im nächsten Spiel genauso wie Holger Selenka, der 10+10 Minuten für Reklamieren erhielt.
So ging es wie in der Vorwoche gegen Frankfurt mit einem Rückstand für die Luchse in die Kabine. Leider hatten die Schiedsrichter das Spiel mit Beginn des 2. Drittels nicht mehr im Griff und auf der Strafbank beider Teams herrschte Hochbetrieb. Des Öfteren gab es minutenlange Pausen auf dem Eis, da sich die beiden Schiedsrichter über die Strafauslegung nicht immer einig und sicher waren. Als dann auch noch Marc Garthe mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe zum Duschen geschickt wurde, kochte das Lauterbacher Publikum vor Wut. Wiesbaden, nur mit 11 Spielern angereist, versuchte oftmals mit jeder Berührung durch einen Lauterbacher Spieler eine Strafzeit zu schinden, was nicht unbedingt zu einem attraktiven Eishockeyspiel führte. Die Luchse ließen sich jedoch von all diesen unschönen Szenen nicht von ihrem Weg abbringen und übernahmen komplett das Kommando auf dem Eis. Von Wiesbaden war in der Offensive nicht mehr viel zu sehen und wenn doch mal ein Schuss durchkam, war ein stark aufgelegter Oliver Ebenrett im Tor der Luchse hellwach.
Das längst überfällige Ausgleichstor für Lauterbach erzielte Daniel Hornivius in Überzahl. Als kurz darauf Sven Mecke nach einem Traumpass von Horst Feuerfeil die erstmalige Führung erzielte, kannte der Jubel in der Halle keine Grenzen mehr. So ging es nach einem turbulenten Drittel mit einer 3:2 Führung für die Luchse in die zweite Pause. Das letzte Drittel begann, wie das zweite aufhörte, Lauterbach machte das Spiel und Wiesbaden lauerte auf Konter, jedoch mit wenig Erfolg. Denn das Team von Trainer Garthe fand immer besser ins Spiel und ließ von nun an Puck und Gegner laufen. „Meine Jungs haben unser Spielsystem teilweise schon super umgesetzt", so Garthe nach dem Spiel. Die Luchse spielten mit der Führung im Rücken befreit auf und zeigten bereits sehr ansehnliche Spielzüge. Das vorentscheidende 4:2 für Lauterbach erzielte Lars Metzendorf auf Zuspiel von Kreuz und Naumann, mit einem platzierten Schuss in den rechten Winkel.
Das nächste Tor für Lauterbach ließ nicht lange auf sich warten. Verteidiger Jens Grunewald schnappte sich den Puck an der Mittellinie, umspielte drei Wiesbadener und legte auf Paul Schmelzer ab, der unhaltbar für den starken Wiesbadener Goalie einnetzte. Das letzte Tor des Abends war dem nie aufgebenden und immer kämpfenden Horst Feuerfeil vorbehalten, der es mit einem satten Schlagschuss krachen ließ. Somit war der erste Sieg des EC Lauterbach in der noch jungen Vereinsgeschichte perfekt und wurde von den Verantwortlichen, den Fans und den Spielern gemeinsam gefeiert. „Heute haben wir auch für unseren 1. Vorsitzenden gespielt, wir wollten ihm zu seinem Geburtstag unbedingt einen Sieg schenken. Wir wissen, was wir ihm zu verdanken haben", so Paul Schmelzer direkt nach dem Spiel. (sn)+++