Orgelmatinee "Wachet auf, ruft uns die Stimme"
FULDA. Am Samstag, 1. Dezember 2012 von 12.05 - 12.35 Uhr. Programm: Marcel Dupré Le Monde dans l’attente du Sauveur (1886 - 1971) (Die Welt in Erwartung des Heilands)
1. Satz aus der Symphonie Passion (op. 23) Johann Sebastian Bach "Wachet auf, ruft uns die Stimme" (1685 - 1750) (BWV 645). Max Reger Fantasie über den Choral (1873 – 1916) "Wachet auf, ruft uns die Stimme" (op. 52/2). An der Domorgel: Balthasar Baumgartner, MeppenBalthasar Baumgartner wurde 2010 beim Internationalen Mainzer Orgelwettbewerb mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Er wird am 1. Dezember, 12.05 Uhr, im Fuldaer Dom die Eröffnungsmatinee zum Advent spielen. Er bringt ein adventliches Programm aus Osnabrück mit nach Fulda: Zur Eröffnung Marcel Duprés Einleitungssatz zur berühmten Symphonie Passion, Bachs immer wieder gehörtes "Wachet auf, ruft uns die Stimme" und zum Schluss die große Choralfantasie von Max Reger zum gleichen Lied.
Wohl kein anderes Kirchenlied trifft die Aussage des Evangeliums zum 1. Adventssonntag besser, als der von Philipp Nicolai stammende Choral "Wachet auf, ruft uns die Stimme" aus
dem Jahre 1599. Er bezieht sich auf das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen (Math. 25, 1-13) und ruft auf zum Wachsambleiben, ganz im Sinne von Mark. 13, 33: "Seht euch also vor und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist." So bilden auch zwei Bearbeitungen dieses Chorals den Hauptteil des heutigen Programms. Zuvor erklingt der 1. Satz aus der Symphonie Passion von Marcel Dupré: Die Welt in Erwartung des Heilands. Dupré hat diese Symphonie aufgrund der fulminanten Wirkung einer Konzertimprovisation in den Vereinigten Staaten im Anschluss daran notiert. In den 4 Sätzen wird das Leben Jesu von der Zeit der Erwartung (I), über die Geburt (II) und die Kreuzigung (III) bis zur Auferstehung (IV) beschrieben. Im 1. Satz sorgt eine stetige Achtelbewegung im Staccato für eine stimmungsgeladene Unruhe. Unterbrochen wird diese nur im kurzen Mittelteil, in dem Dupré den Choral Jesu redemtor omnium einführt.
Bachs Bearbeitung des Chorals Wachet auf, ruft uns die Stimme (BWV 645) stammt aus der Sammlung der SchüblerChoräle und zählt zu den bekanntesten und populärsten Orgelwerken. Ursprünglich war es ein Satz aus der gleichnamigen Kantate. Bach hat ihn später für Orgel solo bearbeitet. Max Reger „bearbeitet" in seiner Fantasie - und der zugehörigen Fuge – den Choral im wahrsten Sinne des Wortes. Er reizt alle dynamischen Möglichkeiten der Orgel aus, um seiner Deutung des Textes eine größtmögliche Dramatik zu verleihen. Das Werk beginnt in einem ruhigen, mystischen pppp, das zweimal vom hereinbrechenden vollen Werk der Orgel unterbrochen wird. Erst dann tritt zum ersten Mal der Choral in einer „lichten" Registrierung auf. Immer wieder wechselt diese „lichte"
Klangwelt der Zuversicht mit der bedrohlichen, „dunklen" Registrierung des Anfangs. Ein groß angelegtes Crescendo führt die Fantasie zu ihrem Höhepunkt bei den Worten Ihr Freund
kommt vom Himmel prächtig, bevor eine innige, verzierte Durchführung, beginnend bei Nun komm, du werte Kron die Fantasie beschließt. In der Fuge spart Reger den Choral lange
Zeit aus, um ihn dann aber in fabelhafter Weise mit dem zuvor beherrschenden, lebendigen Fugenthema zu verknüpfen. Mit immer größerer Vehemenz drängt der Choral nun in den Vordergrund und beschließt das Werk nach einer stetigen Steigerung im beeindruckenden Tutti der Orgel.
Lichterkonzert
Samstag, 29. Dezember 2012, 20.00 Uhr, Jugendkathedralchor, Leitung: Franz-Peter Huber
Orgel: Hans-Jürgen Kaiser, Eintritt frei. Weitere Informationen zu den Orgelkonzerten im Fuldaer Dom unter www.orgelmusik.bistum-fulda.de .+++