Heiligabend: Caritas lädt ein
BAD NEUSTADT. Heiligabend allein? Das muss nicht sein. Nicht nur älteren Menschen geht es so: Aus den unterschiedlichsten Gründen verbringen viele den Abend allein und haben doch den Wunsch, diesen ganz besonderen im Jahresverlauf mit anderen Menschen gemeinsam zu verbringen. Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr lädt die Kreiscaritas in Bad Neustadt auch heuer wieder an Heilig-Abend ins Edith-Stein-Haus in der Kellereigasse ein. Für wohl alle Menschen ist Weihnachten ein Fest der Liebe: Familienmitglieder kehren in den Schoß der Familie zurück, glückliche Pärchen küssen sich unter Mistelzweigen und strahlende Kinder packen ihre Geschenke unterm glitzernden und prächtig geschmückten Weihnachtsbaum aus. Zumindest prasseln derlei Bilder wieder ständig aus Fernsehkanälen, Zeitschriften und aus der Werbung auf die Menschen ein.
Laden auch heuer wieder an Heiligabend ins Caritashaus in der Kellereigasse nach Bad Neustadt ein: Eva Bergmann und Dieter Schwenkert. Foto Partl
„Bei so viel öffentlich verordneter Vorfreude gerät leicht in Vergessenheit, dass für viele Menschen die ’stille Nacht’ vor allem eine einsame Nacht ist" sind sich Eva Bergmann und Dieter Schwenkert von der Caritas einig. Sie laden an Heilig-Abend von 16.30 Uhr bis etwa gegen 20 Uhr ins Edith-Stein-Haus ein: Kostenlos, ungezwungen und unverbindlich. Ausdrücklich jeder sei willkommen. Ein jeder könne kommen und gehen wie er mag. Bei kalten und warmen Getränken sowie Kuchen und Gebäck, gesponsert von der Konditorei Elbert, wollen wir umrahmt von Geschichten und Musik den Abend in unserem schnuckeligen Gewölbekeller gemeinsam verbringen", erklärt Dieter Schwenkert von der Caritas- Suchtberatungsstelle. Alkoholische Getränke sind dabei selbstverständlich tabu. Eigens für den Heiligen Abend bietet die Caritas auch einen Fahrdienst an für Leute, die selbst nicht mobil sind, und zwar im Umkreis bis zu 15 Kilometer. Um Anmeldung bis zum 20. Dezember unter der Telefonnummer 09771/6116-0 wird gebeten. „Caritas ist eine Lebeneinstellung", so die Kreisgeschäftsführerin Angelika Ochs. Die Caritas sei da, wenn Menschen sie brauchen und sie mache vor Feiertagen mit Sicherheit nicht Halt, beteuert sie.
Laut Statistik gebe es in der Bundesrepublik zunehmend immer mehr Single-Haushalte. Insbesondere Senioren, die ihre Lebenspartner bereits verloren haben oder deren Angehörige weit weg leben, fürchteten sich vor dem 24. Dezember. Auch viele sonst durchaus resolute und eigenständige Singles hätten Angst, an Heiligabend zu den Alleingelassenen zu gehören, so ihre Erfahrung. Leider bestehe gerade hierzulande eine fast kollektive Vorstellung, wie Heiligabend idealerweise zuzubringen ist - nämlich gemeinschaftlich in seliger Harmonie. Diese Erwartungshaltung setzt aber vor allem jene unter Druck, die dieser Norm nicht entsprechen können, weiß man bei der Caritas. Viele Menschen, die am 24. Dezember allein zu Hause sind, greifen daher zum Telefonhörer und wählen die Rufnummer einer Beratungsstelle oder Seelsorgeeinrichtung. „Es ist unendlich traurig, niemanden zu haben, der einem nahesteht", weiß Bergmann aus ihrem Alltag bei der Caritas zu beobachten.
Insbesondere in Großstädten wie beispielsweise im nahen Würzburg werde dem bereits Rechnung getragen, erzählt Schwenkert. Dort sei die angebotene Lokalität schon seit vielen Jahren immer proppenvoll, auch lasse sich stets der Bischof dort sehen. Wer und wie viele Menschen ins Caritashaus nach Bad Neustadt kommen sei völlig egal. „Wir haben auf alle Fälle bis 20 Uhr geöffnet." Sicher sei Heilig-Abend ein ganz besonderer Tag im Jahresverlauf. Dennoch sollte man sich davor schützen, emotional zu sehr unter Druck zu geraten. Der ganze Weihnachtsstress, die allgemeine Hektik in den Tagen zuvor, der Stress, den sich viele selbst auferlegen – das alles müsse gar nicht sein. Die Advents- und Weihnachtszeit stuft Schwenkert jedenfalls als ziemlich gefährliche Zeit ein. Also: „Heiligabend allein – das muss nicht sein."(ger)
DJK Waldberg Bockspringen
SANDBERG-WALDBERG. Man muss schon ein bisschen verrückt sein, wenn man die acht Kilometer von Waldberg bis zum Kreuzberg per Bockspringen zurück legen möchte. Die DJK Waldberg lädt am kommenden Samstag, 15. Dezember zu dieser besonderen Aktion ein. „Und wenn wir Glück haben, dann gewinnen wir 10.000 Euro für die Vereinskasse", freuen sich der Vorsitzende Mario Ziegler, sein Stellvertreter Philipp Hildmann und der Eventmanager der DJK Waldberg Nico Klamann auf die Veranstaltung. Aber wie kommt ein Verein auf die Idee, so eine Aktion durchzuführen? Alles begann ganz gemütlich: Mario Ziegler saß an einem Abend in der vorigen Woche geruhsam in seinem Sessel und schmökerte in der Zeitung. Da stieß er zufällig auf eine Annonce von Radio Primaton in der verkündet wird, dass Vereine die Möglichkeit haben 10.000 Euro zu gewinnen.
„Ein Vereinsgewinnspiel! Da muss die DJK Waldberg mit dabei sein, dachte ich sofort. Wir können das Geld für die weitere Renovierung des Sportheims gut gebrauchen. Mir war sofort klar, da sind wir dabei da machen wir mit", erinnert sich Ziegler. In der Annonce heißt es: Was würde Ihr Verein für 10.000 Euro tun? Gefragt sind ausgefallene Aktionen, die per Voting von den Zuhörern letztlich bewertet werden. Als Beispiel nennt Radio Primaton: „Auf einem Bein von Bad Neustadt nach Niederlauer hüpfen." Als Mario Ziegler das las, war die Idee mit dem Bockspringen auch schon geboren. „Innerhalb einer Sekunde war die Idee da. Ich habe sofort den PC angeworfen und eine Mail an Radio Primaton geschrieben. Aber wir springen nicht auf einem Bein irgendwo in Neustadt rum, sondern wir machen Bockspringen hinauf zum Kreuzberg. Überlegt ob wir das schaffen habe ich nicht.
Ich habs einfach angemeldet." Es folgte die Rücksprache mit Philipp Holzheimer und Nico Klamann und beide waren begeistert. „Und war sofort klar, dass wir das Ding gewinnen wollen und es auch entsprechend aufziehen." Also wird am kommenden Samstag am Ortsausgang von Waldberg, am Wanderweg in Richtung Kreuzberg zum Start um 13 Uhr eine große Party steigen. „Wir haben alles organisiert, es wird Glühwein und Musik geben, damit wir entsprechend starten können", so Ziegler. Es wurden Flyer gedruckt und verteilt, eine Fan-Seite auf Facebook eingerichtet, T-Shirts mit einem entsprechenden Aufdruck wurden in Auftrag geben und rote Zipfelmützen, damit die Aktion auch einen weihnachtlichen Touch bekommt. Sogar der Weihnachtsmann hat sich wohl schon angemeldet und wird am Bockspringen hinauf auf den Heiligen Berg der Franken teilnehmen. Die Starterliste, die Philipp Hildmann führt weißt schon eine stattliche Länge auf. Alle aktiven Sportler der DJK Waldberg werden mit dabei sein, von den Schülermannschaften über die Damen-, erste und zweite Mannschaft bis zu den Alten Herren. Mitmachen darf auch jeder Sympathisant und Fan der DJK Waldberg. „Wir freuen uns über jeden der uns unterstützt", betonten die drei Vereinsvertreter unisono.
Dass ein Bockspringen von Waldberg zum Kreuzberg nicht einfach wird, ist den drei Strategen schon klar. „Zudem haben wir auch noch Schnee." Aber sie schauen zuversichtlich auf die Aktion. „Wir werden das schaffen. Wenn wir 50 bis 60 Teilnehmer haben, dann kann sich die Kette Mann für Mann nach oben arbeiten." Allerdings haben Ziegler, Klamann und Hildmann keine Ahnung wie lange das ganze dauern wird. Eine Probespringen für die Presse gab keine erquickliche Zeitangabe für die geschätzten sechs bis acht Kilometer zum Kloster. „Egal, die Aktion wird durchgezogen. Den Spaß lassen wir uns nicht entgehen und die 10.000 Euro auch nicht." Über den Wallfahrtsweg geht es hinauf zum Kreuzberg. „Von Waldberg bis zum Waldanfang ist es noch einfach. Aber dann kommen knackige Steigungen", sagt Ziegler. „Auch das wird zu bewältigen sein."
Ziel ist der Platz vor der Kirche. „Wir haben mit Bruder Johannes-Matthias gesprochen und seine volle Unterstützung bekommen. Partystimmung wollen wir vor der Kirche und dem Freialtar keine machen, es wird die Waldberger Blaskapelle spielen und dann geht es ins Cafe Elisäus zum feiern. Das Kloster spendiert uns einen Rhöner Eintopf, natürlich mit Bockwürsten für die Bockspringer", freut sich Ziegler. Auch weitere örtliche Unternehmen haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Der Zielsprung ist für 15 Uhr vorgesehen, allerdings völlig ohne Gewähr, da nicht klar ist, wie lange die Bocksprungtour tatsächlich dauern wird. „Das wird eine knackige Aufgabe werden, allein die Höhenmeter und dazu der Schnee. Aber der Spaß steht im Vordergrund", betonte Ziegler mehrfach.
Um die 10.000 Euro dann auch wirklich zu gewinnen, braucht die DJK Waldberg in den folgenden zwei Wochen jede Menge Unterstützung, denn nur durch das Voting der Fans können sie siegen. In der ersten Woche findet das Voting auf der Facebook-Seite von Radio-Primaton, über die Anwendung "Voting-Vereinsgewinnspiel" statt. In der zweiten Woche kann auf der Homepage unter der Kategorie "Gewinnspiele/Aktionen" abgestimmt werden. „Es ist wichtig, dass jeden Tag gevotet wird", machen Ziegler, Hildmann und Klamann deutlich. Denn nach den zwei Wochen ist keine Stimmabgabe für die Aktion der DJK Waldberg mehr möglich. „Sollten wir die Sache gewinnen, dann gehen 500 Euro vom Gewinn an den Kindergarten Waldberg", darüber sind sich alle drei einig. „Es muss auch etwa in den Ort fließen."(me)+++