Es war ein Anlass - nein, eigentlich vier Anlässe - die am Donnerstagabend im "Daunenreich" von Ex-Prinz Franz gefeiert wurden. Eine illustre Gästeschar bevölkerte von Nachmittags (Kaffee und Kuchen) bis zum späten Abend (es gab Löbersworscht) das traditionsreiche "Bettenhaus Köhler" in der Fuldaer Löherstraße. Und damit wären schon zwei Anlässe genannt, denn: das Bettenhaus feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen und der gegenwärtige Firmenchef Franz Köhler an diesem Tag seinen 65. Geburtstag. Und weil sie schon mal am Feiern waren, dann wurden auch zwei weitere "Jubiläen" mit begangen: vor 30 Jahren wurde Köhler Mitglied im Elferrat der Fuldaer Fastnachtsgesellschaft (FKG) und vor 25 Jahren sogar das närrische Oberhaupt: Prinz Franz der 47. vom Daunenreich. Vier Daten, vier Jahre, wobei so nebenbei auch eine andere (noch krumme) Zahl eine ganz wichtige Rolle spielt: seit 42 Jahren ist er glücklich mit seiner Irmgard ("Echt Kölle Mädche") verheiratet und auch stolz auf die beiden erwachsenen Söhne.
Und so war es immer eine urgemütliche Runde, die im Laufe des Tages entstand und durch Weggehen und Kommen immer wieder "aufgefrischt" wurde. Wer nicht zum Kaffee und Kuchen kam, der war ab 18 Uhr zum "Ebbes zu neiseln" da oder ganz später, wenn die ganz seltene "Löbersworscht" präsentiert wurde. Nein, eben keine "Bratwurst mit anderem Namen", sondern eine Spezial-(brat)wurst, die nur für die IG Löherstraße nach besonderem Rezept hergestellt wurde. Ihr Name erinnert an die Ursprünge der "Löherstraße", weil sie früher im Hinblick auf die vielen Gerber noch Löberstraße hieß.
Für Franz Köhler war dieser Tag durchaus auch Anlass, einmal auf die vergangenen Jahrzehnte zurückzublicken. Natürlich sind seine Erinnerungen an die Prinzenzeit noch wach. "Das war eine tolle Kampagne, aus der mit besonders die vielen Freundschaften mit Menschen in guter Erinnerung sind und mich heute noch beeindrucken" sagte er im Gespräch mit "osthessen-news.de". Ähnlich auch die Rückschau auf sein erstes Jahr als Mitglied im Elferrat beim Einmarsch in einer Seniorensitzung im Stadtsaal. "Auch wenn viele ältere Menschen gesundheitlich nicht fit waren, aber die Freude und das Leuchten in ihren Augen ist mir unvergessen".
Mit 65 wäre es ja jetzt eigentlich Zeit "in Rente" zu gehen, doch Franz Köhler hat "keine Lust aufzuhören". Es ist ihm eine Freude weiterzuarbeiten - "wohlwissend, mit meinem Sohn Jochen einen hervorragenden Nachfolger zu haben", sagte er. Ohne diese Sicherheit wäre die Zukunft "sicher ein Horrortrip". So aber sei er "im Kopf richtig frei" und arbeite gerne weiter. Sicherheit gibt ihm dabei auch die 150-jährige Tradition als Bettenhaus, denn dass es heute noch bestehe zeige doch, dass auch die Vorfahren "alles richtig gemacht" hätten. "Optimistisch gesehen sind doch auch 175 Jahre möglich".
Und wie Ex-Prinz Franz gutgelaunt - mit rotem Schal um den Hals - erzählt, kommt draußen vor dem Haus eine größere "Truppe" an. Aber nicht nur die Bürger- und Prinzengarde der FKG gratuliert ihrem Ehrenoffizier Franz zum Geburtstag und der Musikzug spielt auf. Auch das FKG-Präsidium ist mit Vize Dr. Frank Steinhauer und Ehrenpräsident Gerhard Dechant vertreten. Ganz besonders erfreut sind die Köhlers natürlich auch, dass der amtierende FKG-Prinz Alexander der 72. "vom närrischen Frauenberg" als komplette Mannschaft mitgekommen ist und gratuliert.
Prinz Alexander - seine "offizielle" Inthronisation erfolgt ja erst auf dem "Ball der Stadt Fulda" am 12. Januar 2013 - machte aber mit Hinweis auf die junge Prinzenmannschaft deutlich, dass es bei den Fastnachtern keinen wirklichen Generationenwechsel gibt. "Jung und Alt feiern in Harmonie zusammen und lernen voneinander". Gleichzeitig lobte er das Engagement der Köhlers als "sehr aktive große karnevalistische Familie". Ein Lob, dem auch Ex-Prinz Franz zustimmte, denn man brauche nicht nur "die alten Knochen da oben, sondern auch die Jugend".
Und so kam dann am Ende dieses kurzweiligen offiziellen Teils etwas, ohne dass es nicht geht: Franz Köhler hatte noch einige Original-Prinzenorden seiner Kampagne übrig und übergab sie an die Prinzenmannschaft, wobei er das Prinzenmariechen selbst mit seinem Orden und zwei Bussi-Busse beglückte. Es wurde noch ein netter Abend mit dem Austausch vieler Anekdoten ("Weisst du noch .. damals..."), einiger Geburtstagslieder und natürlich einem dreifachen "Föllsch Foll - hinein". (Martin Angelstein) +++

Die Bürger- und Prinzengarde spielt auf...

Erinnerung an 1988: der Orden des "Prinz Franz vom Daunenreich"...

Die amtierende Prinzenmannschaft mittendrin...

FKG-Vize Dr. Frank Steinhauer (re)...

Kleines Geburtstagspräsent der Prinzenmannschaft an Franz Köhler...

..ein dickes Buch und etwas besonders zum Naschen: so genannte "Fulder Nonnenseufzer"

Gratulation auch vom FKG-Ehrenpräsident Gerhard Dechant (re)